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Gehaltsobergrenze für Fahrer: Welche Rolle das Finanzamt dabei spielt

Franz Tost würde sich eine Gehaltsobergrenze für Formel-1-Fahrer wünschen, sieht aber Probleme, weil nicht alle ihr Gehalt offenlegen müssen

(Motorsport-Total.com) - Im Zuge der Budgetgrenze wird auch immer wieder über die Fahrergehälter diskutiert. 145 Millionen US-Dollar dürfen die Teams aktuell maximal pro Jahr ausgeben. Allerdings gibt es einige Ausnahmen - unter anderen fallen die Gehälter der Fahrer nicht unter die Budgetgrenze - für AlphaTauri-Teamchef Franz Tost nicht optimal.

Franz Tost

Franz Tost wünscht sich weiter eine Obergrenze für Fahrergehälter Zoom

"Generell bin ich für ein Limit für die Fahrergehälter", sagt der Österreicher gegenüber 'auto motor und sport'. "Wir haben eine Obergrenze für das Chassis. Wir werden eine beim Motor haben. Wieso sollte es für den Fahrer keine geben?"

Vorschläge gab es bereits einige: So stand etwa im Raum, dass es für beide Fahrer zusammen eine Obergrenze von 30 Millionen US-Dollar geben soll. Verschlingt ein Fahrer wie Lewis Hamilton den Großteil des Budgets, bliebe für den zweiten Fahrer weniger übrig.

Allerdings stand bisher die Frage der Machbarkeit im Raum. Vor allem das Thema Kontrolle sieht Tost kritisch. "Man könnte sagen, die Fahrer müssen den Einkommens-Jahresausgleich zeigen", schlägt er vor. Doch das ist nicht so einfach.

Zwar ist das in vielen Ländern wie Deutschland möglich, wo das Einkommen vom Finanzamt kontrolliert wird. Viele Formel-1-Piloten wohnen aber aktuell etwa in Monaco - und dort gibt es so etwas nicht. "Das muss dann auf einer freiwilligen Basis passieren. Es betrifft ja genau die Fahrer, die gerade dort wohnen. Die werden das nicht machen", sagt Tost.


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Sein Vorschlag: "Aber man kann es eventuell ja mit dem Reglement festschreiben." Darüber spreche man gerade mit der FIA und mit Finanzfachleuten.

Tost weiß aber auch, dass es dabei nur um eine Handvoll Fahrer geht. "Das sind zwei oder drei, die viel mehr Geld verdienen", sagt er. Für seinen Rennstall AlphaTauri sei das ohnehin kein Thema: "Bei der Scuderia Alpha Tauri würde man nie so viel Geld verdienen", stellt er klar.

Trotzdem würde sich Tost wünschen, dass die Fahrer mit unter die Budgetgrenze fallen. Denn Teams müssten sich dann entscheiden, ob sie ihr Geld in die Fahrer oder lieber in die Entwicklung stecken - keine leichte Entscheidung, denn bei einigen Fahrern könne sich ein Griff in den Geldbeutel deutlich mehr lohnen. "Nur dann habe ich eine Gewährleistung, dass ein Gleichgewicht entsteht."

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