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Freie Motorenentwicklung: McLaren hofft auf Mercedes

McLaren setzt sich weiterhin für eine freie Motorenentwicklung ein und setzt dabei auf die Unterstützung von Mercedes - Findet bei den Silberpfeilen ein Umdenken statt?

(Motorsport-Total.com) - Es ist seit Monaten immer wieder ein beliebtes Thema in der Formel 1: Die meisten Teams würden sich eine freie Motorenentwicklung während der laufenden Saison wünschen, die Regeln verbieten das allerdings. Durch ein Schlupfloch ist es den Herstellern 2015 zwar möglich, die Antriebsstränge auch während der Saison zu entwickeln, doch 2016 wird damit Schluss sein, die FIA hat die Lücke im Regelwerk geschlossen. Trotzdem geben sich die Teams so leicht nicht geschlagen.

Eric Boullier

Eric Boullier glaubt, dass Mercedes einer Regeländerung zustimmen wird Zoom

McLaren-Rennleiter Eric Boullier setzt sich beispielsweise immer wieder dafür ein, die Motorenentwicklung auch 2016 während der laufenden Saison freizugeben. Dazu würde allerdings die Zustimmung aller Hersteller gebraucht. Und bei Klassenprimus Mercedes hat man sich in der Vergangenheit immer wieder dagegen ausgesprochen und unter anderem die Gefahr der steigenden Kosten als Grund genannt.

Nun könnte sich allerdings eine Wende abzeichnen. "Sie sind bereit zuzuhören", berichtet Boullier und erklärt: "Ich habe mit Toto (Wolff, Teamchef; Anm. d. Red.) und Niki (Lauda) gesprochen und sie machen sich Sorgen um die Formel 1." Findet bei den Silberpfeilen ein Umdenken statt? "Ich bin mir sicher, dass es Raum für Veränderungen gibt. Man muss sich das Gesamtbild ansehen", so Boullier.


Fotos: McLaren, Großer Preis von Kanada


"Die Position (von McLaren) ist klar. Wir wollen so viel Raum wie möglich, denn die Formel 1 ist zu einer Motorenformel geworden", sagt der Franzose und erklärt: "Das Chassis kannst du immer weiterentwickeln. Beim Motor steckst du in einem Zustand fest und dadurch können sich die Motorenhersteller nicht erholen und ordentlich mithalten." Vor allem McLaren-Partner und Formel-1-Rückkehrer Honda hat 2015 mit gravierenden Problemen zu kämpfen.

"Natürlich sind die Regeln für alle gleich und alle kannten die Regeln vorher. Aber es muss einen gewissen Grad an Flexibilität geben. Das muss sich ändern", fordert Boullier und zieht das Fazit: "Wir haben uns in der Formel 1 mit diesen Regeln selbst in die Ecke getrieben, aber jetzt müssen wir clever sein und überdenken, wie wir das ändern können."