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  • 11.12.2015 · 18:19

  • von Ian Parkes (Haymarket)

Fragen & Antworten zum neuen Reifenreglement der Formel 1

Das neue Reifenreglement der Formel 1 mit drei Mischungen pro Wochenende sorgt für Unsicherheit: Wir liefern Antworten auf die wichtigsten Fragen

(Motorsport-Total.com) - 2016 gibt es in der Formel 1 eine neue Reifenmischung, den ultraweichen Reifen. Auch die Regeln zum Einsatz der von Pirelli hergestellten Pneus haben sich geändert. Dadurch sollen die Grands Prix unterhaltsamer werden und sich mehr strategische Optionen ergeben, allerdings haben die neuen Regeln selbst einige der Fahrer verwirrt. Wir haben sie uns einmal genauer angesehen und erklären, was erlaubt ist und was nicht.

Reifen

2016 gibt es an jedem Wochenende drei unterschiedliche Reifenmischungen Zoom

Ist die Gesamtzahl der Reifensätze, die an einem Rennwochenende zur Verfügung stehen, immer noch die gleiche?
Ja, daran hat sich nichts geändert. Es sind immer noch 13. Bis jetzt standen jedem Fahrer für das Wochenende sieben Sätze der Prime-Reifen und sechs Sätze der Optionsreifen zur Verfügung. Zukünftig sind bei jedem Rennen drei und nicht zwei verschiedene Mischungen erhältlich.

Von den insgesamt 13 Sätzen werden zwei mit unterschiedlicher Reifenmischung von Pirelli vorgegeben. Diese müssen im Rennen gefahren werden. Darüber hinaus muss ein Satz der weichsten Mischung in Q3 des Qualifyings gefahren werden. Die übrigen zehn Sätze dürfen die Teams und Fahrer aus den jeweils drei verfügbaren Mischungen frei auswählen.

Wird bei diesen zehn Sätzen ein bestimmtes Kontingent einer jeden Mischung vorgeschrieben?
Nein, die Auswahl je nach der Strategie des Teams am jeweiligen Wochenende. Je nach Abstimmung des Autos, des Fahrstils des Fahrers und so weiter kann jede beliebige Kombination gewählt werden. Sollte ein Team seine Auswahl nicht rechtzeitig bei der FIA anmelden, erhält es eine Standardauswahl bestehend aus drei Sätzen der härtesten Mischung, vier Sätzen der mittleren Mischung und drei Sätzen der weichsten Mischung.

Erhalten die Teams weiterhin einen zusätzlichen Reifensatz für die ersten 30 Minuten des ersten Freien Trainings?
Bisher durfte ein Satz der Prime-Mischung nur in der ersten halben Stunde des ersten Freien Trainings gefahren werden. Dieser gehörte jedoch zu den sieben Sätzen der Prime-Mischung, die pro Wochenende geliefert wurden. Zukünftig kann jeder Fahrer einen der zehn frei gewählten Reifensätze auswählen, der nur in den ersten 40 Minuten gefahren werden darf. Dabei darf jede der drei verfügbaren Mischungen ausgewählt werden.

Können die Teams in Q1 und Q2 weiterhin mit der weichsten verfügbaren Reifenmischung fahren?
Ja, sofern die weichste Mischung zu den zehn Sätzen zählt, die sie pro Wochenende ausgewählt haben.

Ist der in Q3 vorgeschriebene Reifen ein reiner Qualifying-Reifen oder kann er auch im Rennen verwendet werden?
Er wird nicht "Qualifying-Reifen" genannt, hat aber immer die weichste der drei verfügbaren Mischungen und kann daher im Grunde als solcher angesehen werden. Er kann aber auch im Rennen gefahren werden. Wahrscheinlich werden die meisten der Top 10 diesen Reifen in Q2 fahren und müssen dementsprechend des Rennen damit starten.

Gilt die Regel, dass die Fahrer auf ihren Reifen aus Q2 starten müssen, immer noch?
Ja, in den Regeln heißt es: "Jedes Auto, dass sich für Q3 qualifiziert hat, muss das Rennen mit den Reifen starten, mit denen in Q2 die schnellste Zeit gefahren wurde."

Pro Rennwochenende gibt es drei unterschiedliche Reifenmischungen. Dürfen die alle auch im Rennen gefahren werden?
Schlicht und einfach: Ja.

Gilt weiterhin die Regel, dass bestimmte Reifenmischungen im Rennen gefahren werden müssen?
Dazu heißt es im Regelbuch: "Jeder Fahrer muss im Rennen mindestes zwei unterschiedliche Typen der Trockenreifen einsetzen." Wenn ein Fahrer also eine Runde auf den weichen und dann mehr als 50 Runden auf den Medium-Reifen fahren würde, entspräche dass den Regeln.

Bedeuten die für das Rennen vorgegebenen Reifen, dass es keine wirklich freie Reifenwahl gibt?
Es gibt eine freie Reifenwahl, denn Pirelli gibt zwar zwei Sätze vor, die im Rennen gefahren werden müssen, aber aus den übrigen Sätzen können Team und Fahrer so aggressiv oder konservativ wie gewünscht auswählten.

Bedeuten die frühen Fristen, dass die Fahrer Monate vor dem Rennen ihre Strategie festlegen müssen?
Im Endeffekt schon, denn laut den neuen Regeln müssen die Fahrer/Teams der FIA acht Wochen vor jedem Rennen in Europa und 14 Wochen vor jedem Rennen außerhalb Europas mitteilen, wie viele Sätze der jeweiligen Mischungen sie am Rennwochenende haben wollen, nachdem sie eine Woche zuvor über die drei verfügbaren Mischungen informiert wurden.


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Pirelli reagiert auf Verschwörungstheorien und erklärt, wie den Teams die Reifen zugewiesen werden. nämlich per Zufallsprinzip. Weitere Formel-1-Videos

Werden beispielsweise die superweichen Reifen überall die gleichen sein oder wird diese Bezeichnung für unterschiedliche Reifentypen gewählt?
Pirelli hat sich entschieden, die bisherigen Namen beizubehalten. Diese stehen immer für eine bestimmte Mischung.

Kurz gesagt: Wird die durchschnittliche Reifenstrategie bei einem Grand Prix 2016 anders sein als 2015?
In den vergangenen beiden Jahren ist Pirelli von seinem ursprünglichen Auftrag abgewichen, den sie 2011 beim Einstieg in die Formel 1 erhalten hatten. Nämlich sicherzustellen, dass jeder Fahrer während des Grand Prix mindestens zweimal an die Box kommen muss. Das hatte vor allem mit der Einführung der Hybrid-Antriebseinheiten zu tun.

Da sich die Teams darauf konzentrieren wollten und sich nicht zu sehr den Kopf über die Reifen zerbrechen wollten, entwickelte Pirelli Reifen, die weniger Einfluss auf den Ausgang des Rennens hatten. Durch die Einführung einer fünften Mischung und der Tatsache, dass die Teams nun im Rennen drei verschiedene Mischungen einsetzen dürfen, hofft man auf unterschiedlichere Strategien, durch die sich die Anzahl der Boxenstopps auf zwei oder drei erhöht.

Gibt es einzelne Rennen, bei denen diese Veränderungen besonders dramatische Auswirkungen haben werden?
Pirelli glaubt, dass die Rennen deutlich anders als 2015 verlaufen könnten, vor allem in der Anfangsphase der Saison, wo die Teams wahrscheinlich Schwierigkeiten bei der Anpassung an die neuen Regeln haben werden, was die Unsicherheit erhöht.

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