powered by Motorsport.com
  • 01.03.2017 · 13:01

  • von Dominik Sharaf

Formel-1-Tests 2017: Mercedes lässt mit Fabelzeit Hosen runter

Valtteri Bottas sorgt am Mittwochvormittag für einen neuen Wochenbestwert auf Ultrasoft - Ferrari pokert weiter mit härteren Reifen- Renault lässt aufhorchen

(Motorsport-Total.com) - Der "Kalte Krieg" zwischen Mercedes und Ferrari bei den Formel-1-Tests in Barcelona scheint ein Ende gefunden zu haben: Am Mittwochvormittag haben die Silberpfeile das Abtasten im Duell der Werksteams durchbrochen und für einen Richtwert gesorgt, der der Konkurrenz zu denken geben wird. Valtteri Bottas flog in 1:19.705 Minuten zur Wochenbestzeit (Formel-1-Tests 2017 live im Ticker) und ließ erahnen, was die unter den neuen Technikregeln konstruierten Autos wirklich können.

Valtteri Bottas, Sebastian Vettel

Das Duell zwischen Mercedes und Ferrari bestimmt die Testfahrten 2017 Zoom

Der Finne war bei seiner Fabelrunde über 1,2 Sekunden schneller als Kimi Räikkönen, der noch am Dienstag für den bis dato schnellsten Umlauf gesorgt hatte. Der Haken bei der Sache: Bottas - unterwegs mit einem Auto mit Doppel-T-Flügel, aber ohne Heckfinne - nutzte den Ultrasoft-Reifen, während sein Landsmann am "nur" Vortag auf Soft unterwegs gewesen war.

Trotzdem sind die neuen Autos nahe dran an dem Ziel, drei Sekunden pro Runde schneller zu fahren, was ein Vergleich mit der Pole-Zeit vom Spanien-Grand-Prix 2016 (1:22.000 Minuten auf Soft, gefahren von Lewis Hamilton) zeigt. Übrigens: Ein Rundenrekord gelang Bottas nicht. Der gehört Felipe Massa, der 2008 im Ferrari für einen Umlauf in 1:18.339 Minuten sorgte. Aber aufgepasst: Obwohl damals Rillenreifen vorgeschrieben waren, nutzte der Brasilianer Bridgestone-Slicks.


Testfahrten in Barcelona

Mercedes ließ aber nicht nur die Muskeln spielen, sondern übte auch Boxenstopps und entpuppte sich mit 74 Runden einmal mehr als Dauerläufer. Ferrari, das wieder mit Sebastian Vettel am Steuer ausrückte, konzentrierte sich auf längere Versuche mit dem Medium-Reifen und wich einem direkten Duell mit den Silberpfeilen aus. Mit härteren Gummis und mehr Sprit im Tank stiegen die Zeiten der Scuderia logischerweise. Ein Vergleich verbietet sich, der SF70-H wirkt nach weiteren 69 Runden jedoch ähnlich zuverlässig. Ergo schob sich Daniel Ricciardo im Red Bull (2./+1,448) vor den Deutschen, der mit 1,904 Sekunden Rückstand auf Rang vier landete.

Starker Dritter war Jolyon Palmer im Renault (+1,691): Dabei erlebte der Brite keinen guten Start, als er seinen mit Gittern zur Messung des Luftstroms ("Rakes") bestückten Boliden in Kurve 3 ins Kiesbett schmiss. Er fand anschließend aber seine Rhythmus und brachte die Franzosen auf Soft-Reifen erstmals in die Spitzengruppe. Marcus Ericsson im Sauber (+2,119) landete auf Rang fünf. Der Schwede, der Qualifying-Simulationen auf den Supersoft fuhr, erhielt den C36 für den kompletten Testtag, nachdem eigentlich ein Wechsel mit Antonio Giovinazzi vorgesehen war.

Williams' Teenager Lance Stroll (6./+2,646) gelang nach seinem Abflug am Dienstag erneut kein tadelloser Auftritt. Kurz vor der Mittagspause parkte er erneut im Kies Die Briten hatten die über Nacht eingeflogenen Ersatzteile zunächst einbauen müssen und waren deshalb verspätet gestartet. Das Klassement komplettierten Force-India-Nachwuchsmann Alfonso Celis (7./+4,076), der erstmals von Technikproblemen verschonte Fernando Alonso im McLaren (8./+4,127) sowie Daniil Kwjat im Toro Rosso (9./+4,247) und Romain Grosjean im Haas (10./+5,428).