powered by Motorsport.com

Formel-1-Motorenstrafen 2022: 19 von 20 Fahrern schon am Limit!

Sommerpausen-Bilanz zu den Motorenstrafen in der Formel 1 2022: Während nur ein Fahrer bei allen Elementen noch Puffer hat, ist Leclerc als einziger überall am Limit

(Motorsport-Total.com) - Für einige Fahrer dürfte der Formel-1-Herbst eine Zitterpartie werden, was das Thema Motorenstrafen angeht. Denn so gut wie jedem Fahrer droht in dieser Saison noch eine Strafversetzung, weil er bei einem oder mehreren Teilen schon am Limit angekommen ist. Nur ein einziger Pilot ist bei noch keinem Motorenelement an der Grenze: Daniel Ricciardo.

Charles Leclerc (Ferrari F1-75) beim Formel-1-Rennen in Ungarn 2022

Charles Leclerc ist bei allen Teilen schon am erlaubten Limit angekommen Zoom

Auf der anderen Seite mussten sieben Fahrer schon eine Strafversetzung ans Ende der Startaufstellung oder einen Start aus der Boxengasse in Kauf nehmen. Alpines Fernando Alonso ist Spitzenreiter in der Kategorie und wurde sogar schon zweimal strafversetzt: beim Heimspiel in Spanien und beim Lauf in Spielberg.

Auch die beiden Ferrari-Piloten Charles Leclerc (in Kanada) und Carlos Sainz (in Frankreich) erwischte es schon. Außerdem AlphaTauris Pierre Gasly (in Ungarn) und Yuki Tsunoda (in Kanada), Alfa Romeos Valtteri Bottas (in Österreich) sowie Haas-Pilot Kevin Magnussen (in Frankreich).

Der WM-Kampf könnte durch mögliche Strafen ebenfalls beeinflusst werden. Leclerc liegt bei allen (!) neun Elementen an oder über der Grenze, Max Verstappen immerhin bei sechs: Motor, Turbolader, MGU-H, MGU-K sowie den äußeren und inneren Getriebeelementen.

Ricciardo mit der besten Ausgangslage

Sein Red-Bull-Teamkollege Sergio Perez muss ebenfalls bei fünf Elementen aufpassen: zwar noch nicht bei den beiden Getriebeeinheiten, dafür aber bei der Kontrollelektronik. Dafür sind Red Bull und McLaren die einzigen beiden Teams, die bei einigen Elementen - namhaft Kontrollelektronik und Energiespeicher - noch beim ersten Bauteil sind (außer eben jener Ausnahme bei Perez).


Die Wahrheit über "Piastrigate"

Alpine bestätigt Piastri als Alonso-Nachfolger. Dann twittert Piastri, dass er nicht für Alpine fahren wird. Weil er bei McLaren unterschrieben hat? Weitere Formel-1-Videos

Überhaupt ist die Situation bei Daniel Ricciardo am besten: Er darf jedes Bauteil noch einmal straffrei wechseln, beim Auspuff kann er sich sogar noch sechs Wechsel in den verbleibenden neun Rennen erlauben.

Sebastian Vettel (Aston Martin) ist bei MGU-K, Energiespeicher und Kontrollelektronik an der Grenze, Mick Schumacher (Haas) überall, außer beim Auspuff (fünf von acht).

Neu: Auch Getriebe mit Kontingent

In der Formel 1 sind Teile der Antriebseinheit seit einigen Jahren beschränkt. Drei Motoren darf ein Fahrer pro Jahr einsetzen, das Gleiche gilt auch für Turbolader, MGU-H und MGU-K. Vom Energiespeicher und der Steuerelektronik gibt es nur zwei Einheiten, am großzügigsten ist man beim Auspuffsystem, wo acht Einheiten erlaubt sind.

Neu in dieser Saison ist auch eine Beschränkung des Getriebes. Musste das bislang sechs Wochenenden in Folge halten, gibt es seit 2022 auch hier nun ein gewisses Kontingent: Aufgeteilt nach äußerem und innerem Teil des Getriebes, stehen jeweils vier Sätze zur Verfügung.

Überschreitet ein Fahrer das Kontingent, bekommt er zehn Startplätze Strafe beim ersten zusätzlichen Element, fünf Strafplätze bei jedem weiteren. Beim Getriebe kostet auch der erste Übertritt nur fünf Positionen. Aber: Sollte ein Fahrer bei einem Event mehr als 15 Startplätze Strafe sammeln, muss er von ganz hinten starten.

Die Statistik nach einzelnen Elementen

Motor: Leclerc, Sainz, Gasly, Tsunoda, Bottas und Magnussen haben die Grenze schon überschritten, Alonso schon zweimal. Mercedes, Williams, Aston Martin und Daniel Ricciardo haben jeweils noch einen Puffer, alle anderen Fahrer sind genau am Limit.

Turbolader: Da herrscht die exakt gleiche Situation wie beim Motor, außer dass Lewis Hamilton auch am Limit ist und Bottas die Grenze schon zweimal überschritten hat.

MGU-H: Exakt gleiche Situation wie beim Turbolader.

MGU-K: Die Situation ist wieder die gleiche wie beim Motor, außer dass George Russell und Sebastian Vettel hier ebenfalls am Limit sind und dass Fernando Alonso nur einmal über die Grenze gegangen ist.

Energiespeicher: Alonso und die beiden AlphaTauri sind bereits über der Grenze, die beiden Red Bull und McLaren haben jeweils noch das erste von zwei Elementen im Auto gehabt. Alle anderen sind schon beim zweiten.

Kontrollelektronik: Leclerc, Sainz, Alonso (zweimal), Gasly, Tsunoda und Bottas haben hierfür schon Strafen aufgefasst, Max Verstappen und die beiden McLaren sind noch beim ersten Teil. Auch hier sind alle anderen Fahrer an der Grenze.

Auspuff: Weil das Limit hier bei acht Elementen liegt, ist noch kein Fahrer bestraft worden. Charles Leclerc ist allerdings auch hier schon am Limit. Kein anderer Fahrer hat ansonsten mehr als fünf Elemente eingesetzt. Die Aston Martin, die Williams und Ricciardo sind sogar erst beim zweiten Element und haben eine Menge Puffer.

Getriebe: Weil die äußeren und inneren Elemente meist zusammen gewechselt werden, werten wir das zusammen aus. Verstappen, Leclerc und Schumacher sind jeweils beim vierten von vier Getriebeteilen und müssen somit eine Strafe befürchten, Gleiches gilt für die Alfa-Romeo-Piloten, die als einzige Piloten eine ungleiche Zahl zwischen äußerem und innerem Getriebe aufweisen.

Lewis Hamilton und Alexander Albon haben jeweils erst zwei eingesetzt, alle anderen stehen bei drei. Eine Strafe gab es bislang noch nicht.

Eine ausführliche Übersicht zu den eingesetzten Motorenelementen, den erhaltenen Strafen und den Wechselzeitpunkten gibt es auf de.motorsport.com.