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Formel-1-Experten: Stoffel Vandoorne hat zweite Chance verdient

Sky-Experten Paul di Resta und Anthony Davidson sind der Meinung, dass Stoffel Vandoorne in die Formel 1 zurückkehren sollte - Max Verstappen hat Mitleid

(Motorsport-Total.com) - Stoffel Vandoorne blieb ein unverhofftes Formel-1-Comeback in Bahrain verwehrt, er muss am zweiten Rennwochenende in der Wüste nun doch aus der Mercedes-Garage zuschauen. Der Belgier lässt Williams-Fahrer George Russell als Ersatz für Lewis Hamilton unfreiwillig den Vortritt. Formel-1-Experten Paul di Resta und Anthony Davidson können diese Entscheidung zwar nachvollziehen, wünschen sich aber trotzdem eine zweite Chance.

Stoffel Vandoorne, Toto Wolff

Stoffel Vandoorne muss weiter auf einen Einsatz warten Zoom

"Er hat alles geopfert, besonders in diesem Jahr. Er kommt zu allen Rennen und isoliert sich in einem Zimmer, weil er in keine Blase eindringen will, wenn jemand positiv getestet wird. Und dann wird er übersehen, wenn eine Chance aufkommt", kann sich di Resta bei 'Sky' in Vandoorne hineinversetzen.

Der ehemalige McLaren-Pilot, der zuletzt vor zwei Jahren an einem Formel-1-Rennen teilgenommen hat, äußerte sich bereits am Donnerstag. Seine Enttäuschung konnte er auch am Freitag während des ersten Freien Trainings in der Mercedes-Garage nicht verbergen, sein Gesichtsausdruck sprach Bände.

Vandoorne "fühlt sich ungerecht behandelt"

"Ich kann verstehen, warum sie George reingesetzt haben. Aber gleichzeitig ist Stoffel hier und erfüllt alle Aufgaben, er sitzt im Simulator", zählt der Schotte die Verpflichtungen von Vandoorne auf. Di Resta glaubt deshalb: "Er fühlt sich ungerecht behandelt."

In Zukunft werde er wohl immer hinterfragen, warum er sich die vielen Reisen antue und seine Zeit für seine Reserverolle bei Mercedes opfere, ist sich der Sky-Experte sicher. Auch Max Verstappen hat Mitleid mit dem Formel-E-Piloten. "Ich kenne ihn besser und habe eine gute Beziehung zu ihm."

Der Red-Bull-Pilot hätte sich gewünscht, dass Vandoorne eine Chance von Mercedes bekommt. "Andererseits kann ich verstehen, warum Mercedes jemanden ins Auto setzt, der die gesamte Saison schon gefahren ist und der auch ein wenig Erfahrung mit dem Team hat."


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Verstappen weiß, dass Russell bereits mit Mercedes getestet hat. "Zwar nicht dieses Auto, aber im Endeffekt sind alle Autos mehr oder weniger gleich zu fahren. Daher verstehe ich ihre Entscheidung, aber Stoffel tut mir dennoch ein wenig leid, dass er diese Chance nicht erhält."

Nachsatz: "Ich hätte gerne gesehen, dass er um den Sieg kämpft." Wäre das positive Testergebnis von Hamilton nicht schon am Montag sondern erst am Mittwoch oder Donnerstag bekannt geworden, hätte Vandoorne wohl den Vorzug erhalten, glaubt Davidson.

"Stoffel wäre wohl zum Einsatz gekommen, wäre das am Mittwoch oder Donnerstag passiert. Hätte Lewis einen positiven Test an jenen Tagen abgeliefert, wäre es Stoffel, denn sie hätten nicht genügend Zeit gehabt, um alles mit George vorzubereiten", erklärt der Experte.

Darum hat er eine zweite Chance verdient

Für Mercedes sei das zweite Bahrain-Rennen eine "goldene Chance", um Russell im Rennalltag zu beobachten und zu analysieren. Schließlich gilt er als Fahrer der Zukunft für die Silberpfeile und kann sein Talent nun unter Beweis stellen.

"Es ist eine ordentliche Möglichkeit, ihn in einer Rennsituation zu analysieren. Es ist nie das Gleiche, wenn er für ein anderes Team fährt. Mercedes rückt ihn nun ins Rampenlicht und schaut sich an, wie er abliefert." Daher kann auch Davidson verstehen, warum Mercedes so entschieden hat.

An Vandoornes Stelle wäre auch der Ex-Pilot "absolut enttäuscht". Er rät dem Belgier: "Das muss man ausblenden und sich sagen, dass man es versteht. Ich bin sicher, dass es Stoffel versteht. George ist ihr Fahrer für die Zukunft."

Trotzdem will er auch den 28-Jährigen noch einmal in der Formel 1 sehen: "Ich denke, dass Stoffel noch eine Chance in der Formel 1 verdient hat. Romain Grosjean und Daniil Kwjat, diese Fahrer fallen mir auf Anhieb ein, die hatten eine zweite Chance. Stoffel hatte das nie. Und er verdient sie."


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Vandoorne konnte nach seinem GP2-Meistertitel 2015 insgesamt 41 Formel-1-Rennen mit McLaren absolvieren. Sein Debüt gab es überraschend als Ersatz für Fernando Alonso im Bahrain-Grand-Prix 2016, wo er einen WM-Punkt einfuhr.

Es folgte 2017 die Beförderung ins Stammcockpit, wo er allerdings in zwei schwierigen Jahren mit dem britischen Rennstall kaum auffallen konnte. "Seine Zeit bei McLaren fühlte sich einfach nicht richtig an. Er hat so gut abgeliefert in der GP2 zuvor, und bei McLaren wollte es dann einfach nicht sein."

Davidson erinnert sich aber noch an das "Spitzenrennen" in Bahrain 2016, "damals ist er brillant gefahren. Und das hat zementiert, was wir alle dachten, was er erreichen würde, basierend auf seinen GP2-Erfolgen. Aber das kam nie zustande an der Seite von Fernando Alonso bei McLaren."

Nachsatz: "In allem, was er davor oder danach gefahren ist, war er unglaublich schnell. Daher denke ich, dass er eine zweite Chance verdient hat."

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