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Formel-1-Aus abgewendet: Wie Kwjat die Krise überstand

Für Toro-Rosso-Pilot Daniil Kwjat nimmt die Formel-1-Saison 2016 doch noch ein versöhnliches Ende - So gelang ihm der Verbleib in der Königsklasse

(Motorsport-Total.com) - Für einige kam die Vertragsverlängerung von Daniil Kwjat bei Toro Rosso durchaus überraschend. Nachdem der Russe zu Beginn der Formel-1-Saison 2016 von Red Bull ins Juniorteam degradiert worden war, fiel er zunächst in ein Loch. Doch seine Chefs ließen dem 22-Jährigen die Zeit, die er brauchte - und gaben am Rande des Grand Prix der USA in Austin, dass man 2017 an der aktuellen Fahrerpaarung mit Kwjat und Carlos Sainz festhalten werde.

Daniil Kwjat

"Steiniges Jahr": Daniil Kwjat wird auch 2017 für Toro Rosso im Cockpit sitzen Zoom

"Offensichtlich sah es an einem bestimmten Punkt nicht so aus, als würden sie an mir festhalten. Aber ich konnte mich nach der Sommerpause fangen, das waren ein paar wichtige Rennen", blickt Kwjat glücklich und auch erleichtert zurück. Knackpunkt sei der Große Preis von Singapur gewesen, bei dem der Toro-Rosso-Pilot das dritte Mal in der laufenden Formel-1-Saison in die Punkteränge fuhr.

"In Singapur hat alles zusammengepasst. Ich fühlte mich gut, die Motivation war wieder da. Der Funke ist gewissermaßen übergesprungen. Das habe ich wirklich genossen und mir gesagt: 'Ich will hier auch nächstes Jahr sein'", so Kwjat. Zwar sei der Druck gerade in Singapur extrem hoch gewesen, denn "es war die einzige echte Chance, um zu glänzen". Doch der Russe konnte sie nutzen und fand zu alter Form zurück.

Daniil Kwjat: Es war ein langes und steiniges Jahr"

Das reichte letztlich, um Bestätigung durch sein Team zu erfahren - und das bereits einige Rennen vor Saisonende. Für Kwjat fühlt es sich nach einem "langen und steinigen Jahr" wie eine zweite Chance an: "Jetzt schon Bescheid zu wissen, ist für mich sehr positiv. So kann ich mich voll und ganz auf meinen Job konzentrieren", freut sich der 22-Jährige. Denn die Ungewissheit habe ihn zuweilen gequält, wie er zugibt.


Fotostrecke: Red-Bull-Junioren in der Formel 1

In der Formel 1 aber könne man sich eben nie wirklich sicher sein. "In einigen Teams spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle. Bei Toro Rosso und Red Bull aber weiß ich, dass sie mich behalten, wenn ich gute Resultate einfahre. Und das habe ich nach der Sommerpause getan", erklärt Kwjat, der neues Selbstbewusstsein getankt hat: "Wenn Red Bull so viel Vertrauen in dich setzt, kannst du dir sicher sein, dass du ein guter Fahrer bist."

Toro Rosso sei für ihn der richtige Platz, immerhin fuhr der 22-Jährige bereits 2014 für die Scuderia. "Ich kenne das Team gut, es ist wie ein Zuhause für mich", sagt er. Das sei auch ein Vorteil im Hinblick auf die kommende Saison: "Mit den Regeländerungen im nächsten Jahr ist es gut für das Team, zwei erfahrene Fahrer zu haben. So kann es sich auf das Auto konzentrieren und muss nicht zu sehr über das Fahrerische nachdenken."

Vertrauen in das Auto und Team von Toro Rosso ist groß

Doch nicht erst in der kommenden Saison, sondern auch in den verbleibenden drei Formel-1-Rennen will Kwjat zeigen, dass sich das Vertrauen in ihn gelohnt hat. "Ich will mich weiter verbessern und noch so gut wie möglich am Auto in diesem Jahr arbeiten. Nächstes Jahr startet dann gewissermaßen wieder bei Null", gibt sich der Russe kämpferisch und betont: "Das Auto ist durchaus konkurrenzfähig, ich vertraue dem Team."


Fotos: Daniil Kwjat, Großer Preis der USA


Seine Zukunft über 2017 ist für ihn derzeit kein Thema. Ob er eine zweite Chance bei Red Bull bekommen wird, darüber kann und will Kwjat jetzt noch nicht nachdenken: "Ich will auf der Strecke einfach nur den bestmöglichen Job machen. Alles andere wird sich zeigen. Mit den neuen Regeln weiß man ohnehin noch nicht, wie sich das Ranking entwickeln wird. Ich werde mein Bestes geben, um dem Team beim Aufbau des Autos zu helfen."

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