powered by Motorsport.com

Hamilton gegen Rosberg: Was passiert im Rennen in Kurve 1?

Alles deutet auf ein Duell zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg hin, doch schon in der ersten Kurve könnte das Rennen eine ganz andere Wendung nehmen...

(Motorsport-Total.com) - Die Ausgangsposition vor dem Großen Preis der USA in Austin ist relativ schnell erklärt: Lewis Hamilton steht auf der Pole-Position, Nico Rosberg daneben auf Startplatz zwei (Formel 1 live im Ticker). Doch was auf den ersten Blick so einfach aussieht, wirft vor dem Rennen auf dem Circuit of The Americas gleich einen ganzen Haufen an Fragen auf. Ganz oben steht dabei natürlich, ob es am Sonntag - wie im Vorjahr - in Kurve 1 erneut zu einer Berührung zwischen den beiden Silberpfeilen kommen wird.

Nico Rosberg, Lewis Hamilton

Wie nah kommen sich Nico Rosberg und Lewis Hamilton in Kurve 1? Zoom

Damals gewann der von Platz zwei startende Hamilton das Duell in der ersten Kurve, drückte Pole-Setter Rosberg dabei allerdings leicht von der Strecke. In diesem Jahr sind die Vorzeichen umgekehrt: Hamilton startet von der Pole, während sein Teamkollege daneben auf seine Chance lauert. Eine Stallregie wird es bei Mercedes wie gewohnt nicht geben, beide Fahrer dürfen frei miteinander kämpfen.

"Unser Hauptziel ist es, den Konstrukteurs- und den Fahrertitel zu gewinnen. Das haben wir jetzt geschafft", erklärt Teamchef Toto Wolff und betont: "Es gab nie irgendeine Teamorder. Wir lassen sie frei fahren. Es gibt nur die Bedingung, dass sie dabei sportlich fair bleiben, was sie auch die meiste Zeit gemacht haben. Unsere Herangehensweise hat sich daher nicht geändert."

Wieder Probleme beim Start?

Allerdings müssen es ohnehin erst einmal beide Piloten schaffen, nebeneinander in die erste Kurve zu gehen. Denn die Starts sind bei Mercedes auch weiterhin ein großes Fragezeichen. "Es ist unsere Achillesferse, aber die Ingenieure haben in den vergangenen Rennen im Hintergrund einen tollen Job gemacht, um es etwas berechenbarer und besser zu machen", versichert Wolff.


Fotos: Mercedes, Großer Preis der USA


"Das haben wir bei Nicos Starts gesehen, die okay waren. Für mich ist es immer eine Erleichterung, wenn sie gut wegkommen. So sparen wir uns Diskussionen, ob die Kupplung gut ist oder nicht", so Wolff. Die Starts seien in dieser Saison generell unberechenbar, und zu allem Überfluss sei die Mercedes Kupplung eventuell "nicht so einfach zu bedienen" wie bei der Konkurrenz.

Diese Erfahrung machte Hamilton auch zuletzt in Suzuka, als er beim Start gnadenlos nach hinten durchgereicht wurde. "Ich fühle mich großartig", versichert Hamilton in Austin allerdings. An diesem Wochenende übte der Weltmeister den Start in den Trainings wieder und wieder, und die Mehrheit seiner Startversuche sei "fantastisch" gewesen. Doch eine Garantie für einen guten Start im Rennen ist das keinesfalls.

Welche Rolle spielt Red Bull?

"Wenn du im Training am Ende der Boxengasse den Start übst, dann geht es bergauf. Der richtige Start findet aber in einem flachen Bereich statt, weshalb es ganz anders ist", erklärt Rosberg und erinnert an die spezielle Charakteristik des CoTA: "Natürlich ist es hier schwierig. In den vergangenen Jahren haben wir gesehen, dass viele hier ihren Start vermasselt haben."

Und so könnte es passieren, dass sich mindestens einer der beiden Mercedes-Piloten - sofern sie die erste Kurve überstehen - nach dem Start plötzlich hinter dem ein oder anderen Red Bull oder Ferrari wiederfindet. "Red Bull wird sehr nah dran sein, ganz klar", ist sich Rosberg sicher, und auch Hamilton erklärt: "Die Red Bulls sind sehr, sehr schnell." Rosberg glaubt, dass die Bullen am Sonntag definitiv "eine Gefahr" sein können.

Wird es am Ende also gar kein Zweikampf zwischen Rosberg und Hamilton? "Natürlich ist es cool, wenn wir in einer größeren Gruppe unterwegs sind und es drunter und drüber geht", erklärt Rosberg, der sich am Sonntag aber trotzdem ein Privatduell mit Hamilton wünscht - Kein Wunder, schließlich liegt er in der WM 33 Zähler vor seinem Teamkollegen, der daher auf Schützenhilfe angewiesen ist. "Ich konzentriere mich einfach auf meinen Job", sagt Hamilton allerdings.

Halten beide Autos durch?

Und dann ist da schließlich noch die Zuverlässigkeit. Hamiltons Motorschaden in Malaysia dürfte allen Beteiligten noch gut in Erinnerung sein. Da ist es natürlich alles andere als günstig, dass Mercedes am Freitagabend die Sperrstunde brechen musste, um das Benzinsystem am Auto des Weltmeisters zu wechseln. "Das wusste ich gar nicht", zeigt sich Hamilton am Samstag überrascht.


Fotostrecke: Formel-1-Strecken 2016: Austin

Wolff leistet Aufklärungsarbeit: "Wir haben an den Daten etwas gesehen, bei dem wir uns nicht sicher waren, ob das alles seine Richtigkeit hatte. Wir wollen ihnen (Rosberg und Hamilton; Anm. d. Red.) ein zuverlässiges Auto geben, damit sie auf der Strecke gegeneinander kämpfen können. Daher sind wir aktuell etwas übervorsichtig." Letztendlich war der Wechsel eine reine Vorsichtsmaßnahme, die allerdings zeigt, dass man bei Mercedes nach dem jüngsten Defekt nichts dem Zufall überlassen möchte.

Klar ist jedenfalls, dass Mercedes den Sieg in Austin - trotz der guten Ausgangsposition - noch lange nicht in der Tasche hat. Übrigens: Mit drei Siegen in vier Rennen ist Hamilton zwar der erfolgreichste Pilot in Austin, doch auf der Pole steht er 2016 zum ersten Mal. Seine drei bisherigen Triumphe holte er allesamt vom zweiten Startplatz aus. "Die Statistik gefällt mir", lacht Rosberg aus nachvollziehbaren Gründen...

Folgen Sie uns!

Anzeige

Motorsport-Total.com auf Facebook

Werde jetzt Teil der großen Community von Motorsport-Total.com auf Facebook, diskutiere mit tausenden Fans über den Motorsport und bleibe auf dem Laufenden!