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Formel 1 Abu Dhabi: Nico Rosberg gewinnt das Saisonfinale

Mit Abu-Dhabi-Sieg sichert Nico Rosberg den ersten Hattrick seiner Formel-1-Karriere - Hamilton und Räikkönen auf dem Podium - Vettel von Startplatz 15 Vierter

(Motorsport-Total.com) - Nico Rosberg (Mercedes) ist der Sieger des Formel-1-Saisonfinales 2015. Unter dem Flutlicht des Yas Marina Circuit in Abu Dhabi legte er von der Pole-Position gestartet einen souveränen Sieg hin. Nach den 55 Runden hatte Rosberg einen Vorsprung von acht Sekunden auf Teamkollege und Weltmeister Lewis Hamilton.

Ein Start-Ziel-Sieg für Rosberg war es nicht, weil Hamilton den zweiten Boxenstopp (Wechsel von Soft- auf neue Soft-Reifen) länger hinauszögerte. Der Brite erkundigte sich sogar bei seiner Crew, ob er auf diesen letzten Stopp verzichten könne, doch bei Renningenieur Peter Bonnington kam diese Idee nicht gut an. So stoppte Hamilton in Runde 41 (zehn Runden später als Rosberg) und hatte anschließend keine Chance mehr, den Rückstand aufzuholen.

Rosberg ist es gelungen, mit seinem 14. Grand-Prix-Sieg mit den Weltmeistern Jack Brabham, Graham Hill und Emerson Fittipaldi gleichzuziehen - und das auf den Tag genau 40 Jahre nachdem Graham Hill tödlich verunglückte. Neben dem 14. Sieg seiner Formel-1-Karriere ist es für Rosberg gleichzeitig das erste Mal, dass er drei Rennen in Folge gewonnen und somit einen Hattrick gelandet hat.

"Austin war der Tiefpunkt der Saison. Seitdem bin ich stärker zurückgekommen. Das nächste Jahr könnte direkt morgen beginnen. Urlaub brauche ich nicht", so Rosbergs erste Reaktion auf dem Podium. Dass er Teamkollege und Weltmeister Hamilton nach Mexiko und Brasilien nun zum dritten Mal in Folge hinter sich gelassen hat, freut den Vize-Champion.

"Es ist immer schwierig, gegen Lewis anzutreten. Er macht einen fantastischen Job und ist einer der Besten. Gegen ihn zu gewinnen, macht es umso schöner", so Rosberg. Abschließend dankte der Sieger dem Team. Der "Uralt"-Motor, der doppelt so viele Kilometer drauf hat wie jener von Hamilton, war auf dem Weg zum Sieg beim Saisonfinale kein Hindernis.

Lewis Hamiltons Strategiewunsch verpufft bei Mercedes

Hamilton ärgert sich nach Platz zwei über den rückblickend zu langen zweiten Stint. "Die Reifen waren noch gut. Daher dachte ich, dass ich sie bis ins Ziel bringen könnte. Da das aber nicht funktioniert hat, war es rückblickend wohl nicht die beste Entscheidung, so lange draußen zu bleiben. Immerhin: Wir haben es versucht", so der Brite.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff erklärt: "Wir haben Lewis heute die Alternativen der Strategien gegeben, weiche oder harte Reifen, länger draußen bleiben oder gleich pitten - und das hat heute nicht gereicht, weil Nico der schnellere Mann war. Wir haben ihm die Entscheidung überlassen." Die von Hamilton über Funk angefragte Option, auf den letzten Stopp zu verzichten, erwähnt Wolff allerdings nicht.

Mit den beiden Mercedes-Piloten durfte diesmal Aero-Ingenieurin Kimberly Stevens auf das Podest, um die Trophäe für das Team in Empfang zu nehmen. Pikant, dass Mercedes ausgerechnet im arabischen Raum eine Frau ohne Schleier auf das Podest schickte.

Kimi Räikkönen beendet "nicht ideales Jahr" auf dem Podest

Mit 19 Sekunden Rückstand auf Sieger Rosberg brachte Kimi Räikkönen (Ferrari) Platz drei ins Ziel und stand damit zum dritten Mal in dieser Saison auf dem Podest. "Es war kein ideales Jahr. Der Speed war immer da, aber das eine oder andere Mal passierten Fehler und technische Probleme. An diesem Wochenende lief es etwas besser. Das Auto fühlte sich gut an, aber es war natürlich nicht genug, um diese beiden zu schlagen", so der Ferrari-Pilot mit Verweis auf das Mercedes-Duo.

Mit seinem dritten Platz hat Räikkönen in der "Finnischen Meisterschaft" im Kampf um WM-Platz vier den Williams-Piloten Valtteri Bottas noch abgefangen. Bottas musste seine Hoffnungen auf eben jenen vierten WM-Platz schon früh begraben. Als er in Runde acht seinen ersten Boxenstopp absolvierte, kam es beim Herausfahren zur Kollision mit Jenson Button (McLaren/12.).

Bottas' Williams verlor dabei die linke Hälfte des Frontflügels, woraufhin der Finne nur einen Umlauf später noch einmal hereinkommen musste, um sich einen neuen Flügel abzuholen. Die Kommissare sahen in einem "Unsafe Release" seitens der Williams-Crew den Grund für die Kollision und brummten Bottas für den zweiten Routinestopp (Runde 29) eine Fünf-Sekunden-Strafe auf. "Wir haben einen Fehler gemacht, ganz einfach", muss Williams-Technikchef Pat Symonds gegenüber 'Sky Sports F1' eingestehen. "Ich glaube, dass sie vom ersten Auto davor irritiert waren. Ich glaube, dass das ein Red Bull war. Dadurch haben sie das zweite Auto (Button; Anm. d. Red.) verpasst", nimmt er seine Crew in Schutz.

Aufholjagd von Sebastian Vettel

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel fuhr vom 15. Startplatz bis auf Platz vier nach vorn Zoom

Hinter den Top 3 - Rosberg, Hamilton und Räikkönen - brachte Sebastian Vettel seinen Ferrari vom 15. Startplatz kommend (nach Rückversetzung von Romain Grosjean) auf Platz vier ins Ziel. Während die auf Supersoft-Reifen gestartete Spitze bereits um Runde zehn zum ersten Boxenstopp hereinkam, blieb Vettel - mit Soft-Reifen gestartet - bis zum 23.Umlauf auf der Strecke.

An vierter Stelle hinter Ferrari-Teamkollege Räikkönen liegend wechselte Vettel auf neue Soft-Reifen. In Runde 39 holte sich Vettel die Supersofts ab. Bei dieser Gelegenheit fiel er hinter Sergio Perez (Force India/5.) und Daniel Ricciardo (Red Bull/6.) zurück, fing aber beide noch ab und schloss die Saison mit Platz vier ab.

"Eigentlich können wir sehr zufrieden sein", meint Vettel, der in der ersten Kurve beinahe in eine Kollision zwischen Fernando Alonso (McLaren/17.) und Pastor Maldonado (Lotus) verwickelt worden wäre. "Es ist natürlich schwer, mit den härteren Reifen gegen die Leute, die auf weichen Reifen fuhren, im Pulk zu kämpfen. Ich glaube der erste Stint war ganz gut. Im zweiten bin ich etwas abgefallen, der war nicht ganz so gut und im dritten musste ich dann noch ein bisschen überholen, aber es war schon okay."

Romain Grosjean beim Abschied von Lotus in den Top 10

Nico Hülkenberg (Force India) schloss die Saison hinter Teamkollege Perez und Red-Bull-Pilot Ricciardo auf Platz sieben ab. Felipe Massa holte als Achter noch vier WM-Punkte für Williams, nachdem für Teamkollege Bottas aufgrund des Fauxpas an der Box nicht mehr als Platz 13 zu holen war. Romain Grosjean erkämpfte in seinem letzten Rennen für Lotus als Neunter zwei WM-Punkte. Daniil Kwjat (Red Bull) machte als Zehnter die Top 10 komplett und entschied das teaminterne Duell gegen Ricciardo um WM-Platz sieben für sich.

Grosjean war aufgrund des Getriebewechsels nach dem Qualifying nur von Startplatz 18 losgefahren. Mit beherzten Manövern gegen Kwjat und Carlos Sainz jun. (Toro Rosso/11.) in der Schlussphase holte er sich nicht nur eine letzte Top-10-Platzierung vor dem Wechsel zu Haas. Lotus ist es damit auch gelungen, die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft auf Platz sechs abzuschließen. Entscheidender als die zwei Punkte von Grosjean ist in diesem Zusammenhang freilich die Tatsache, dass Verfolger Toro Rosso auf dem Yas Marina Circuit ohne Punkte blieb.

Während Sainz als Elfter nur um 1,1 Sekunden an den Top 10 vorbeischrammte, zeigte Max Verstappen nicht das beste Rennen seiner Rookie-Saison. Weil im Duell mit McLaren-Pilot Button die Strecke verlassen und sich dabei einen Vorteil verschafft hatte, fing sich der Niederländer eine Fünf-Sekunden-Strafe ein. Da er anschließend noch Blaue Flaggen ignorierte, fing sich der Niederländer eine weitere Strafe ein und fiel im Endergebnis auf Platz 16 zurück. Ohne Punkte war es ihm seinerseits nicht möglich, beim letzten Rennen noch in die Top 10 der Fahrer-Weltmeisterschaft vorzustoßen. Platz zehn geht nach 19 Saisonrennen an Hülkenberg, Platz elf an Grosjean. Verstappen schließt sein erstes Jahr in der Königsklasse als Gesamtzwölfter ab.

Kollision zwischen Fernando Alonso und Pastor Maldonado

Nur auf Gesamtplatz 17 beendet Fernando Alonso die Saison 2015. Die Hoffnungen des McLaren-Piloten auf WM-Punkte beim Saisonfinale erhielten schon in der ersten Kurve einen herben Dämpfer. Nachdem er sich in der Anbremszone mit Felipe Nasr (Sauber/15.) verhakt hatte, kollidierte der Spanier mit dem Lotus von Pastor Maldonado. Für Maldonado war das Rennen an Ort und Stelle gelaufen. "Man stelle sich vor, es wäre andersherum gewesen. Das wäre die große Story gewesen. Doch das ist Racing, es kann passieren", so der Kommentar des Venezolaners.

Alonso musste sich infolge der Kollision einen neuen Frontflügel abholen und zudem eine fragwürdige Durchfahrtsstrafe für das Auslösen einer Kollision absolvieren. Im Rennergebnis sprang für ihn nur Platz 17 mit zwei Runden Rückstand heraus. Zum ersten Mal in seiner Formel-1-Karriere schließt der zweimalige Weltmeister eine Saison mit weniger Punkten als der Teamkollege ab.

Manor-Marussia kam beim letzten Rennen mit Ferrari-Power im Heck und den Herren John Booth und Graeme Lowdon am Kommandostand auf den Plätzen 18 und 19 ins Ziel, wobei sich Will Stevens im teaminternen Duell gegen Roberto Merhi durchsetzte.

Am kommenden Dienstag steht in Abu Dhabi der von Pirelli angesetzte letzte Testtag des Jahres auf dem Programm. Der Formel-1-Saisonauftakt 2016 steigt am 20. März in Form des Grand Prix von Australien in Melbourne.

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