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Formel 1 2016: Red Bull überrascht sich selbst

Red-Bull-Teamchef Christian Horner gibt zu, dass er niemals damit gerechnet hätte, dass Red Bull noch 2016 zur zweistärksten Kraft der Formel 1 avancieren würde

(Motorsport-Total.com) - Was für ein Unterschied ein Jahr machen kann: Im Winter 2015/16 stand das Red-Bull-Team in der Formel 1 mit dem Rücken zur Wand: Mit Renault hatte sich der Rennstall nach zwei schwachen Saisons heillos zerstritten, einen neuen Motorenlieferanten aber nicht gefunden. Erst, als es eigentlich schon zu spät war, wurde der Tag-Heuer-Deal mit Renault verkündet. Ein Jahr später steht die Mannschaft von Christian Horner als einziges Team da, das neben Mercedes in der abgelaufenen Saison gewinnen konnte.

Max Verstappen

Red Bull vor Ferrari: Damit hätte Christian Horner vor der Saison nicht gerechnet Zoom

Der Teamchef gibt zu, dass er selbst niemals damit gerechnet hätte: "Wir hatten vor der Saison sehr geringe Erwartungen; schon die Top 5 der Konstrukteurswertung sahen nach einer Herausforderung aus." Im Rückblick mag dies zwar nach argem Understatement klingen, doch Red Bull wusste im vergangenen Winter nicht einmal, für welchen Motor das Auto konstruiert werden musste.

Beim Saisonauftakt in Australien waren die Bullen dann auch noch ein ganzes Stück von der Spitze weg, doch Red Bull steigerte sich schnell und war schon beim Großen Preis von Spanien im Mai auf einem Niveau mit Ferrari. Weil sich die Mercedes-Piloten von der Strecke räumten, gelang Max Verstappen sogar sensationell der erste Formel-1-Sieg. Es folgten eine Pole-Position durch Daniel Ricciardo in Monaco und ein Sieg des Australiers in Malaysia.

"Schon die Top 5 der Konstrukteurswertung sahen nach einer Herausforderung aus." Christian Horner

Hinzu kommt eine 100-prozentige Zuverlässigkeit bei Ricciardo, der als einziger Fahrer neben Sergio Perez alle 21 Rennen beenden konnte. Auch davon war Red Bull in den Vorjahren weit entfernt. Deutliche Fortschritte bei der Antriebseinheit von Renault und ein immer besseres Chassis sorgten schließlich dafür, dass die Bullen Ferrari schon vor der Sommerpause vom zweiten Platz in der Konstrukteurswertung verdrängen konnten.

Mittlerweile gilt Red Bull wieder als das Team, das kommende Saison am ehesten an der Mercedes-Dominanz in der Formel 1 rütteln kann. "Wir nehmen viele positive Dinge aus diesem Jahr in den Winter mit", strahlt Horner. Doch unter den neuen Regeln kann alles passieren. Und wie sehr sich Erwartungen und Realität unterscheiden können, weiß Red Bull aus dieser Saison zu gut, wenn auch im positiven Sinne.