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Force India: Was ist Nico Hülkenbergs Tages-Bestzeit wert?

Mit Nico Hülkenbergs Bestzeit und Sergio Perez' viertem Platz startete Force India in Sotschi hervorragend: Das Team glaubt an seine Chance, doch es gibt Fragezeichen

(Motorsport-Total.com) - Eigentlich legte Force India in Sotschi einen Traumstart hin: Nico Hülkenberg markierte am Vormittag in 1:44.355 Minuten die Bestzeit, die wegen des Regens im zweiten Training nicht mehr unterboten werden konnte. Und Teamkollege Sergio Perez rundet als Vierter mit einem Rückstand von 0,791 Sekunden das hervorragende Gesamtergebnis ab. Nur Nico Rosberg und Sebastian Vettel schoben sich zwischen das Force-India-Duo. Den Nachmittag verbrachten beide Fahrer abgesehen von einem Systemcheck an der Box. Am Vormittag absolvierten sie je elf Runden.

Nico Hülkenberg

Auf trockener Piste stellte Nico Hülkenberg die Tages-Bestzeit auf Zoom

Doch es gibt ein paar Fragezeichen: Nachdem ein Teil der Strecke am Vormittag zunächst von einem Dieselfilm befreit werden musste, war der Kurs äußerst rutschig - Hülkenbergs Bestzeit lag rund fünf Sekunden hinter der Bestzeit des Vorjahres-Freitags. Dementsprechend wenig repräsentativ dürfte das Ergebnis daher auch sein. Dazu kommt, dass der Force India in der Regel im Laufe des Wochenendes, wenn der Asphalt an Grip aufbaut, etwas zurückfällt.

Dennoch hat man im Lager der Inder Blut geleckt. "Die nächsten zwei Tage werden wahrscheinlich trocken sein, also wird das morgige Freie Training entscheidend", weiß Hülkenberg. "Wir müssen vor dem Qualifying rasch lernen und uns einstellen, müssen einen Longrun in das Programm pressen und die nötigen Auto- und Reifen-Setup-Arbeiten verrichten. Das wird sehr stressig, könnte aber gleichzeitig eine Gelegenheit für uns sein."

Der Le-Mans-Sieger hofft, dass die wenig aufschlussreichen Bedingungen an diesem Wochenende für ein unberechenbares Element sorgen könnten. Auch Perez stellt klar, dass man wegen der Umstände "nicht sehr viel lernen konnte", doch auch er ist "zuversichtlich für das Wochenende. Ich denke wir haben das Potenzial, hier konkurrenzfähig zu sein".


Fotos: Force India, Großer Preis von Russland


Was für Force India spricht: In Russland ist auch die Motorleistung wichtig, also könnte die Mercedes-Antriebseinheit einen entscheidenden Teil zur Form beitragen. Und auch beim Setup scheint man zumindest auf dem richtigen Weg zu sein. "Trotz mangelnder Kilometer waren Nico und Sergio mit dem Basis-Setup ziemlich zufrieden", sagt Betriebsleiter Otmar Szafnauer.

Nun müssen man vor allem gewährleisten, mit einer Mischung aus Short- und Longruns die richtigen Schlüsse für das verbleibende Rennwochenende zu ziehen. Auch in Hinblick auf die Reifen steht noch einiges an Arbeit bevor: "Vor allem auf den Supersoft-Reifen, die wir heute gar nicht einsetzen konnten."