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Force-India-Chef Mallya: Geld allein kauft keine Performance

Force India zeigt, wie man aus einem begrenzten Budget das Beste macht - Teamchef Vijay Mallya: "Geben nur Geld aus, was wir auch wirklich haben"

(Motorsport-Total.com) - Force India wird seinem Ruf als "Best of the rest" auch in der Formel-1-Saison 2017 gerecht: Mit Ausnahme von zwei Rennen fuhren Sergio Perez und Esteban Ocon für das Team bisher jedes Mal doppelte Punkte ein. Mit großen Abstand behauptet die Mannschaft von Force-India-Boss Vijay Mallya die Spitze des Mittelfeldes. Nach neun Saisonläufen steht man bei 95 Punkten. Williams liegt mit 41 Zählern abgeschlagen dahinter.

Vijay Mallya

Vijay Mallya lobt das kosteneffiziente Arbeiten seiner Mannschaft Zoom

Was Force India anders macht als die direkte Konkurrenz? Sein Geld clever einsetzen - cleverer als andere Rennställe mit einem ähnlichen Budget, sagt Mallya: "Ich denke, das Team, Otmar (Szafnauer, Betriebsdirektor; Anm. d. R.) und alle anderen aus der Fabrik eingeschlossen, versteht, dass unsere Ressourcen begrenzt sind. Sie haben gelernt, das Maximum aus diesen zur Verfügung stehenden Ressourcen herauszuholen."

Ein Unternehmen sei immer nur so gut wie seine Mitarbeiter, weiß der im britischen Exil lebende Teambesitzer. Und genau die habe er engagiert. Damit meint Mallya nicht nur seine Piloten: Insbesondere über Neuzugang Ocon schwärmte er zuletzt in den höchsten Tönen. Auch die Ingenieure und Strategen im Hintergrund erhalten viel Lob, darunter Technikchef Andrew Green, der seit 2011 in den Diensten von Force India steht.

Kosteneffizienz bei Force India an erster Stelle

"Ich habe andere Technikdirektoren erlebt, bevor Andy zu uns kam. Die Herangehensweise und Einstellung waren sehr verschieden. Es ist immer eine Frage, wie man die Dinge betrachtet, wie die eigene Motivation ist", erklärt Mallya und zeigt sich stolz: "Wir haben bewiesen, dass wir Unmögliches möglich machen können." Nämlich das Werksteam von Renault sowie Urgestein Williams und Red Bulls B-Team Toro Rosso hinter sich zu lassen.

Das gelingt trotz begrenztem Budget. Mallya weiß: "Mit Geld allein kann man keine Performance kaufen. Natürlich hilft es. Man kann mehr ausprobieren und die Dinge einfach wieder verwerfen, wenn sie nicht funktionieren. Aber worauf es wirklich ankommt, ist die Fähigkeit zu entscheiden, worauf der Fokus bei der Entwicklung gelegt werden sollte - anstatt zehn Dinge ausprobieren in der Hoffnung, dass eines davon funktioniert."


Fotos: Force India, Großer Preis von Großbritannien


Bei Force India hingegen nehme man sich Zeit zu entscheiden, "was aus unserer Sicht funktionieren wird", betont der Teamchef. "Darauf konzentrieren wir uns und arbeiten daran, dass es auch funktioniert. Das macht einen großen Unterschied." Denn nur so könne aus dem, was man hat, auch das Beste gemacht werden. Dabei lebt das Team nicht über die eigenen Verhältnisse. Man gebe nur das aus, was auch tatsächlich da ist.

"Ich habe in vergangenen zehn Jahren immer wieder gesehen, dass Teams Geld ausgeben, das sie nicht haben. Deshalb sind einige von ihnen leider nicht mehr hier", erinnert sich Mallya. Diesem Fehler will er nicht zum Opfer fallen. Gleichzeitig setzt er sich weiter für eine gerechtere Geldverteilung samt Obergrenze ein. Denn der enorme Kostendruck mache die Königsklasse insbesondere für kleine Teams unattraktiv.

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