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Ferrari: "Entlassungen werden unser Auto nicht schneller machen"

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto glaubt, dass die Entlassung von Mitarbeitern nicht das ist, was sein Team braucht, um die Kehrtwende in der Formel 1 zu schaffen

(Motorsport-Total.com) - Die ersten drei Formel-1-Rennen der Saison 2020 haben gezeigt, dass Ferrari mit dem SF1000 ins Mittelfeld abgerutscht ist, stattdessen gegen Mercedes und Red Bull um Podestplätze oder gar Siege zu kämpfen. Schnell wurden Rufe laut, Teamchef und Technikdirektor Mattia Binotto zu ersetzen.

Mattia Binotto

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto sieht in Kündigungen keine Lösung Zoom

Aber nicht nur das: Auch andere leitende Mitarbeiter, die an der Entwicklung des diesjährigen Autos beteiligt waren, geraten in den Fokus. Auf der Ferrari-Website betont Binotto jedoch, dass es jetzt an der Zeit sei, als Organisation zusammenzustehen und den Menschen zu helfen, statt Personal auszusortieren.

"Ich habe Vertrauen in die Menschen, die in der Gestione Sportiva arbeiten", heißt es dort. "Wir haben einen langen Prozess begonnen, der zu einem weiteren Siegeszyklus führen sollte. Es wird eine Weile dauern, aber das ganze Unternehmen versteht und unterstützt diese Vision", blickt Binotto zuversichtlich voraus.

Mattia Binotto: Kündigungen sind nicht die Lösung

Er finde es "amüsant", einige Geschichten zu lesen, die gerade die Runde machen. "Nicht durch Entlassungen lässt man ein Auto schneller fahren", betont der Italiener. Noch am Wochenende in Ungarn hatte er eingeräumt, dass der Start in die Saison schlechter verlaufen sei, als vom Team gemeinhin angenommen wurde.

"Nach drei Rennen ist klar, dass wir in einer schlechteren Verfassung sind als erwartet und dass wir unverzüglich reagieren müssen", erklärte er. Der Schwerpunkt im Werk liege nun darauf zu verstehen, was mit dem aktuellen Design schiefgelaufen ist. "Das gesamte Autoprojekt muss überarbeitet werden", so Binotto.


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Dabei müssten natürlich die derzeit durch das Reglement auferlegten Grenzen berücksichtigt werden. Zentrale Elemente der Formel-1-Autos sind im Zuge der Corona-Krise bis einschließlich 2021 eingefroren worden. Mithilfe sogenannter Entwicklungstoken können aber gewisse Änderungen vorgenommen werden.

Ferrari hinterfragt sich selbst: Was läuft schlecht?

Der Ferrari-Teamchef gesteht: "Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass es in der Formel 1 keinen Zauberstab gibt, aber wir müssen einen Gang höher schalten, um die Dinge kurz- und langfristig umzukehren." Damit spricht Binotto nicht nur die technische Seite an, sondern auch unternehmensinterne Prozesse.

"Es könnte auch notwendig sein, unsere Organisation zu überprüfen, um unsere Arbeitsmethoden dort zu verbessern und zu stärken, wo der Bedarf am größten ist", deutet er eine Generalüberholung bei Ferrari an. "Doch zunächst müssen wir als Team die Dynamik verstehen, die zu dieser Situation geführt hat."

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