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Ferrari: Boxenstopp-Entscheidung "in einer Sekunde" getroffen!

Was für Ferrari-Teamchef Mattia Binotto die entscheidende Szene im Rennen von Carlos Sainz war und weshalb man den Sieg eigentlich schon abgeschrieben hatte

(Motorsport-Total.com) - Carlos Sainz führte im Kanada-Grand-Prix 2022. Doch er stand unter Druck: Max Verstappen im Red Bull und Lewis Hamilton im Mercedes waren bereits wieder mit frischen Reifen unterwegs und holten auf. Wie also würde sich Ferrari nun verhalten mit Sainz? Der Abflug von Yuki Tsunoda ausgangs der Boxengasse bot dann eine Chance, die das Traditionsteam sofort ergriff.

Carlos Sainz beim Boxenstopp in einem Formel-1-Rennen 2022

Carlos Sainz beim Boxenstopp in einem Formel-1-Rennen 2022 Zoom

Allerdings war zunächst nicht klar, was mit dem gestrandeten Auto von Tsunoda passieren würde. In einer ersten Reaktion ließ die Rennleitung in Montreal nämlich nur lokal Gelb zeigen. Erst mit Verzögerung rückte in Runde 49 das Safety-Car aus und das Rennen wurde neutralisiert.

Das kritisiert Ferrari-Teamchef Mattia Binotto und meint: "Ich finde, es hat sehr lange gedauert für die Entscheidung, das Safety-Car auf die Strecke zu schicken." Dadurch sei es wiederum sehr eng geworden für Ferrari, die Situation zu seinen Gunsten auszunutzen.

Gelb eröffnet Ferrari eine neue Chance

"Das Safety-Car kam, als sich Carlos gerade am Ende der langen Gerade vor der letzten Kurve befand", erklärt Binotto. Sein Team habe deshalb nur wenig Spielraum gehabt, aber "sehr, sehr gut reagiert". Denn Sainz bog sofort ab zum Reifenwechsel.


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"Ich glaube, wir hatten dafür nur eine Sekunde lang Zeit, und wir haben in dieser Sekunde reagiert. Ohne diese gute Reaktion wäre Carlos in eine sehr schlechte Situation geraten. Und das zeigt auch: Wir brauchen gute Entscheidungen der Rennleitung", meint Binotto.

Weil Sainz aber durch die Gelbphase noch einmal frische Hard-Reifen nachgefasst hatte, gelang es ihm, Verstappen in der Schlussphase des Rennens noch einmal unter Druck zu setzen, wenn auch ohne Überholchance. Am Ende belegte der Ferrari-Fahrer den zweiten Platz.

Eigentlich war der Sieg schon abgeschrieben

Vor der Safety-Car-Phase aber hatte sich Ferrari zumindest gedanklich schon von seiner Siegchance verabschiedet. Man hätte Sainz vermutlich auf der Strecke belassen, wo er sich auf alten Reifen gegen Verstappen und Hamilton hätte wehren müssen. "Und das wäre sehr eng geworden", sagt Binotto.


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"Wenn er sich hätte verteidigen müssen, hätte er sehr schnell sein müssen, mindestens in der Region 1:17.4 oder 1:17.3. Wir haben daher überlegt, ob wir draußen bleiben oder uns mit einem Boxenstopp gegen Lewis absichern sollten."

Letztlich fiel Ferrari die Safety-Car-Phase in den Schoß und die Entscheidung lag auf der Hand. Binotto: "Wie das Rennen aber ohne die finale Safety-Car-Phase ausgegangen wäre, das ist schwer zu sagen." Vermutlich hätte mindestens Verstappen Sainz noch abgefangen.

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