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Ferrari-Boss: Schonfrist für den neuen Teamchef

Kein Druck, sondern Unterstützung bei der Eingewöhnung: Luca di Montezemolo will Marco Mattiacci an die Hand nehmen - Auf der Suche nach Performance

(Motorsport-Total.com) - Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hat sein Team in den Schwächephasen der vergangenen Jahre immer wieder durch markige Worte nach vorne treiben wollen. Was hat es gebracht? Gar nichts. Nun hat sich der Italiener eine neue Strategie zurechtgelegt. Mit Augenmaß, Ruhe und neuen Strukturen möchte er sein Formel-1-Team wieder an die Spitze bringen. Statt Stefano Domenicali führt nun der unerfahrene Marco Mattiacci die Mannschaft aus Maranello.

Luca di Montezemolo

Luca di Montezemolo will dem neuen Teamchef den Einstieg erleichtern Zoom

"Er weiß, wie man ein Unternehmen führen muss, er kann Menschen bestens leiten - was sehr wichtig ist", nennt Montezemolo die Führungsstärke seines neuen Formel-1-Leitwolfs. "Er ist kein Fachmann in Aerodynamik, Aufhängung oder Motorenentwicklung. Aber das war bei mir genauso, als ich damals von Enzo Ferrari angerufen und mit dieser Aufgabe betraut wurde." 1973 war Montezemolo zum Teamchef berufen worden. Bei seinem ersten Grand Prix in Brands Hatch habe er die Formel-1-Welt noch nicht verstanden.

"Ich war damals leidenschaftlicher Motortsportfan, aber kein Fachmann. Ich bin sicher, dass Marco Mattiacci all die Fähigkeiten hat, die gute Manager auszeichnen. Er muss sich natürlich erst einmal einarbeiten. In einigen Monaten wird er das Team gut leiten können", räumt der Ferrari-Präsident seinem neuen Teamchef eine Schonfrist ein. Man dürfe nicht erwarten, dass der ehemalige Nordamerika-Chef von Ferrari sofort alles auf Kurs bringe. Und: Die Gerüchte um mögliche weitere Neuzugänge sollen bitteschön aufhören.

Brawn war kein Teamchef-Kandidat

"In der vergangenen Woche war Ross Brawn bei uns. Er hat ein Haus in der Nähe von Maranello. Er war mit seiner Frau und einigen Freunden bei uns, wir haben uns getroffen. Sofort hieß es in der Öffentlichkeit, dass Ross wieder zu Ferrari geht", schüttelt Montezemolo amüsiert den Kopf über die zahlreichen Gerüchte, das ehemalige "Ferrari-Superhirn" docke erneut in Maranello an. Mattiacci sei die erste Wohl gewesen - niemand anderes auf der Liste.

Marco Mattiacci

Marco Mattiacci war bis vor einigen Wochen Nordamerika-Chef von Ferrari Zoom

"An einem Montagmorgen kam Stefano Domenicali zu mir und bat um die Möglichkeit, den Job aufzugeben. Er hat sich gewünscht, dass wir das zunächst noch drei Tage lang geheim halten, um es sich gut zu überlegen. Stefano ist ein toller Kerl, er war immer loyal, aber letztlich wird man halt an Ergebnissen gemessen. Ich habe ihm diese Zeit gegeben. Am Donnerstagmorgen hat er mir dann gesagt, dass er die Entscheidung für richtig hält", schildert Montezemolo.

"Dann schaut man natürlich erst einmal innerhalb des eigenen Unternehmens. Wir haben bei uns im Haus viele Leute mit großem Potenzial", erklärt der Italiener die Vorgänge nach dem Domenicali-Rücktritt. "Die Wahl fiel dann auf Marco Mattiacci, der großartige Arbeit in den wichtigen Märkten in Asien und Nordamerika geleistet hat und außerdem die wichtigen Fähigkeiten zur Führung eines Teams mitbringt. Er war die erste Wahl, und ich habe mir keine Alternativen überlegt."

Montezemolo bringt sich mehr ein

In den kommenden Monaten wird das Team - nicht die Person Mattiacci - an den Fortschritten gemessen, die dringend notwendig erscheinen. Montezemolo selbst wird sich mehr einbringen, seinem neuen Teamchef in den ersten Monaten zur Seite stehen. "Ich möchte dem Team nahe sein. Ich glaube nicht an eine One-Man-Show", sagt er. "Ich werde es wie 1992 handhaben, als Jean Todt zu uns kam und ich die ersten Monate sehr eng mit ihm zusammenarbeitete. Jean kam damals aus dem Rallye- und Langstreckensport und musste sich in die Formel 1 einarbeiten."


Fotos: Ferrari, Großer Preis von Spanien


Gemeinsam mit Mattiacci und seinen leitenden Technikern will Montezemolo zunächst in die Tiefenanalyse gehen. "Erst verstehen, dann reagieren", so seine Devise. "Ich bin sicher, dass bei Ferrari alle Fähigkeiten und Möglichkeiten vorhanden sind, um bald wieder um Siege kämpfen zu können. Wir sind mit der aktuellen Situation nicht glücklich. Wir müssen die Mentalität ändern, die Organisation und die Geschwindigkeit in der Entwicklung. Wir müssen uns Ziele setzen: kurzfristige, mittelfristige, langfristige."

"Ich erwarte, dass wir in Kanada einen großen Schritt nach vorn machen werden. Das ist jedenfalls das, was ich aus den vergangenen Meetings als Erkenntnis mitgenommen habe", stellt Montezemolo eine Besserung in Aussicht. "Wir müssen aber in allen Bereichen zulegen. Die Abläufe müssen optimiert werden, die Organisation verbessert und auch das Verhältnis zu den Zulieferern. Entschlossenheit, ohne in Panik zu verfallen. So müssen wir agieren. Wir müssen konsequent und ruhig handeln."

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