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F1-Training Steiermark 2021: "Mercedes hat aufgeholt", sagt Helmut Marko

Helmut Marko ist noch nicht beunruhigt, weiß aber, dass Lewis Hamilton nach der Bestzeit im dritten Freien Training in Spielberg ein echter Gegner im Polekampf ist

(Motorsport-Total.com) - Lewis Hamilton hat im dritten Freien Training zum Grand Prix der Steiermark auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg die Bestzeit erzielt. Der Mercedes-Pilot distanzierte "Lokalmatador" Max Verstappen beim "Soft-Showdown" in den letzten Minuten der letzten Session vor dem Qualifying um 0,204 Sekunden und ist damit einer der ganz heißen Favoriten auf die Poleposition.

Lewis Hamilton (Mercedes) im Training zum Grand Prix der Steiermark auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg (Österreich) 2021

Lewis Hamilton im Training zum Grand Prix der Steiermark auf dem Red-Bull-Ring Zoom

Hamilton stellte eine Bestzeit von 1:04.369 Minuten auf. Er, Verstappen und Valtteri Bottas im zweiten Mercedes (+0,463) fuhren damit auf der kürzesten Runde des Formel-1-Kalenders in ihrer eigenen Liga. Selbst Sergio Perez (Red Bull) auf Rang vier hatte schon 0,657 Sekunden Rückstand auf die Spitze.

Dabei hatte Hamilton vor den abschließenden Qualifyingübungen noch Rückstand auf Verstappen gehabt. Via Boxenfunk wurde ihm mitgeteilt, dass er etwa 0,3 Sekunden alleine auf den Geraden verliere. Erst im allerletzten Run drehte sich das um. Verstappen beklagte sich seinerseits am Boxenfunk über Hamilton, weil der ihm einmal im Weg stand.

"Hamilton hat ihm provokant die Runde zerstört. Dass ihn das ärgert, ist klar. Und das ist ja auch nicht das erste Mal. Aber mein Gott. Im dritten Training ist das nicht so tragisch", erklärt Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko im Interview mit 'ServusTV'.

"Max hat keine gute Runde gehabt. Wir verlieren zwei Zehntel in Kurve 1", erklärt er. "Wenn wir das egalisieren, dann ist es wieder gleichauf. Aber Mercedes hat aufgeholt, und wir haben nicht diese smoothe Performance gehabt. Aber es ist noch nicht beunruhigend. Es ist eng - das haben wir erwartet. Wir glauben aber immer noch, dass wir ganz vorne sein können."

Auf den weiteren Positionen folgten Yuki Tsunoda, Pierre Gasly (beide AlphaTauri), Charles Leclerc (Ferrari) und Fernando Alonso (Alpine). Zwischen Gasly auf P6 und Sebastian Vettel (Aston Martin) auf P10 lagen lediglich 0,194 Sekunden.

Mit AlphaTauri ist Marko zufrieden: "Sehr erfreulich, dass beide - vor allem Tsunoda - eine tolle Leistung gebracht haben. Das zeigt auch, dass die Kooperation zwischen Red Bull Racing und AlphaTauri funktioniert. Sie verwenden viel von uns, und der Honda-Motor macht auch den Unterschied. Wenn man die Topspeeds anschaut, sind sie sogar eine Spur besser als wir."

Vettel schob sich gut zehn Minuten vor Schluss mit dem Soft-Pirelli zwischenzeitlich auf P5 nach vorne; letztendlich belegte er den zehnten Platz. Der Deutsche blieb auf seiner schnellsten Runde 0,047 Sekunden hinter seinem Aston-Martin-Teamkollegen Lance Stroll (9./+1,076).

Bei McLaren ist man trotz eines völlig verpatzten letzten Runs (Ricciardo 17., Norris 19.) vor dem Qualifying "vorsichtig optimistisch", sagt Teamchef Andreas Seidl im Interview mit 'ServusTV': "Normalerweise liegt die Strecke unserem Auto."


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Das Ergebnis sehe zwar "nicht ganz so toll aus", aber: "Wenn wir die gestrichene Runde von Lando als Referenz nehmen, dann sind wir in einem Bereich, mit dem wir happy sind. Daniel hat leider die erste Runde nicht hingebracht, und das ist leider ein Reifen, der nur auf eine Runde geht. Deswegen stehen wir, wo wir stehen. Nicht die ideale Motivation für die zwei Stunden, aber ich bin mir sicher, wir kommen da gut durch aus dem und können dann im Qualifying wieder die übliche Performance abrufen."

"Gestern waren wir am Nachmittag gut unterwegs", ergänzt Seidl. "Das Ziel ist ganz klar, mit beiden Autos ins Q3 zu kommen, morgen in einer guten Position zu starten und dann die Nase vorn zu haben in dem Kampf um Platz drei in der Konstrukteursmeisterschaft."

Mick Schumacher sicherte sich im dritten Training den 16. Platz, vor beiden McLarens, Nicholas Latifi im Williams und seinem Teamkollegen Nikita Masepin. Dem Haas-Teamkollegen aus Russland nahm der Deutsche diesmal 0,700 Sekunden ab.

"Ich hoffe, dass wir Frankreich wiederholen können", sagt Haas-Teamchef Günther Steiner. "Mick ist dort ins Q2 gekommen, bevor er den Crash hatte. Er war im FT3 nicht schlecht unterwegs. Es war eine seriöse Zeit. Und Nikita war auch nicht so schlecht. Ein paar Runden wurden ihm weggenommen, weil er über den Streckenrand rausgekommen ist. Es sieht so aus, dass wir näher dran sind als normalerweise."

Das Qualifying zum Grand Prix der Steiermark beginnt um 15:00 Uhr Formel 1 2021 live im Ticker. "Ich glaube, es wird ganz, ganz eng", prognostiziert Marko. "Es wird sich wieder im Hundertstelbereich abspielen. Zwischen Hamilton und Max. Ich hoffe natürlich, dass Max die Nase vorne hat."

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