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EU-Politikerin: Teams müssen Beschwerde selbst einreichen

Anneliese Dodds, Abgeordnete des EU-Parlaments, stattet Force India einen Besuch ab und unterstützt die Beschwerde der Teams bei der EU-Kommission

(Motorsport-Total.com) - Hoher Besuch bei Force India: Anneliese Dodds, Abgeordnete des Europäischen Parlaments für die Labour-Partei, schaute heute Morgen beim Formel-1-Team aus Silverstone vorbei. Dodds hatte ein paar Monate zuvor an EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager geschrieben und Besorgnis darüber geäußert, dass Entwicklungen innerhalb der Formel 1 gegen bestehendes Recht der Europäischen Union verstoßen könnte.

Empfangshalle bei Force India in Silverstone

Bei Force India in Silverstone war heute eine EU-Politikerin zu Gast Zoom

Dodds fühlte sich veranlasst, Kontakt zu Vestager aufzunehmen, als 2014 zwei der kleineren Teams (Caterham und Marussia) Insolvenz anmelden mussten. Beide Teams waren in Sudostengland ansässig, also ihrem eigenen Wahlkreis. Damals wurden Bedenken geäußert, dass die finanzielle Schieflage einiger Teams an einer möglicherweise ungerechten Verteilung der Einnahmen in der Formel 1 liegen könnte.

"Seit dem Zusammenbruch von Marussia und Caterham im vergangenen Jahr bin ich wirklich besorgt darüber, wie sich die Dinge in der Formel 1 entwickeln", erklärt Dodds. "Das betrifft ja nicht nur, dass zwei Teams weniger an den Rennen teilnehmen, sondern es bedeutet, dass hunderte hochqualifizierte Menschen in meinem Wahlkreis ihre Jobs und ihren Lebensunterhalt verlieren."

"Aus diesem Grund habe ich dieses Thema in Brüssel schon mehrmals zur Sprache gebracht, um zu sehen, ob es einen Wettbewerbsfall gibt, der untersucht werden muss. Die zuständige Kommissarin hat mir aber klargemacht, dass sie nichts unternehmen kann, solange nicht die Teams selbst eine formelle Beschwerde einreichen. Wenn die Teams meinen, dass das der richtige Weg ist, dann sollten sie das tun", so Dodds.

Und sie ergänzt: "Bei Force India konnte ich mir heute ein Bild davon machen, welche Rolle die Formel 1 dabei spielen kann, qualitativ hochwertige Arbeitsplätze in Wissenschaft und Maschinenbau zu schaffen, von denen wir als Land noch viel mehr haben wollen. Wir können es uns nicht leisten, diese Jobs zu verlieren." Zumal die aktuellen Sorgen des Lotus-Teams zeigen, dass demnächst weitere Teams betroffen sein könnten.