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  • 26.08.2001 · 12:54

England trauert um Ken Tyrrell

Mit tiefer Bestürzung reagierte die Motorsportszene in England auf den Tod von Ken Tyrrell

(Motorsport-Total.com/dpa) - Als "Rennsport-Legende" bezeichnete ihn die englische Sonntagszeitung 'The Observer'. Für den dreimaligen Formel-1-Weltmeister Jackie Stewart war er "die wichtigste Person außerhalb meiner Familie", und für den Minardi-Rennstall hat die Formel 1 "einen ihrer besten Botschafter verloren". Der britische Motorsport trauert um den ehemaligen Teamchef Ken Tyrrell, der am Samstagmorgen im Alter von 77 Jahren in seinem Heim in der südenglischen Grafschaft Surrey nach kurzer Krankheit gestorben war.

Jackie Stewart

Jackie Stewart verliert mit Ken Tyrrell einen großartigen Wegbegleiter Zoom

Wie der 'Observer' in einem Nachruf schrieb, wurde der ehemalige Unternehmer in der Holz verarbeitenden Industrie, der ein leidenschaftlicher Fan des Londoner Fußballclubs Tottenham Hotspur war, im Alter von 27 Jahren vom Rennsport-Fieber befallen. "Eine Reise nach Silverstone war der zündende Funken für diese Leidenschaft und veranlasste ihn, einen Rennwagen zu kaufen. Aber er entschied, dass er als Fahrer nicht gut genug war, und gründete ein Team in seiner Holzfällerei in der Nähe von Woking."

Als Besitzer eines eigenen Rennstalls wurde Tyrrell schließlich Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre weltweit bekannt, nicht zuletzt auch dank eines Fahrers, dessen Talente er entdeckt hatte: Jackie Stewart. Der Schotte, der 1973 nach seinem dritten Weltmeister-Titel - zwei davon errungen in einem von Tyrrell gebauten Wagen - seine aktive Karriere beendete, war tief betroffen über die Meldung vom Tod seines ehemaligen Teamchefs.

"Ich bin zutiefst traurig über den Verlust eines großen Freundes. Ohne Ken wäre ich heute nicht, wo ich bin. Sein Einfluss auf meine Fahrerkarriere war enorm. Er war mehr als ein Rennstallbesitzer und Teammanager. Ken war wie ein Vater. Er war das Hirn hinter meinen Erfolgen", versicherte der Stewart.

Nach dem Rücktritt des Schotten "begann der langsame Niedergang des Tyrrell-Teams", schrieb der "Observer", selbst wenn der Boss 1976 mit einem sechsrädrigen Formel-1-Wagen für eine Sensation sorgte. Der spätere Ferrari-Weltmeister Jody Scheckter (Südafrika) ließ jedoch alle Kritiker verstummen, als er beim Grand Prix von Schweden triumphierte. Tyrrell-Boliden gewannen insgesamt 33 WM- Rennen, das letzte 1983 durch Michele Alboreto in Detroit.

1997 schließlich verkaufte Tyrrell seinen Stall an das Newcomer- Team von British American Racing (BAR); ein Jahr später zog er sich vom Rennsport zurück. Der Minardi-Stall, Nachfolger des Tyrrell-Teams, ließ am Samstag in einer Presse-Mitteilung verlauten: "Die Formel 1 hat einen ihrer besten Botschafter verloren."

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