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Ecclestone-Offensive: Forderung nach vier Rennen in den USA

Bernie Ecclestone träumt von vier US-Rennen- Das spektakuläre Rennen in Austin 2015 und das einheimische Haas-Team sollen die Amerikaner zur Formel 1 bewegen

(Motorsport-Total.com) - Schon viermal wurde der Große Preis der USA nun bereits auf dem Circuit of the Americas in Austin ausgetragen. Trotz des katastrophalen Regenwetters bei der diesjährigen Ausgabe gilt das Rennen als Erfolg für die Formel 1, die sich trotz einer langen Tradition in den Vereinigten Staaten bislang schwer tat. Das Hauptproblem besteht darin, dass die US-Amerikaner die Rennen auf heimischem Boden zwar verfolgen, sich dann aber für ein Jahr abwenden. Ecclestone möchte nun mit mehr Rennen gegensteuern.

USA, Flagge, Grid Girls

Bernie Ecclestone wünscht sich viermal Stars & Stripes pro Saison Zoom

Der Engländer, der am kommenden Mittwoch seinen 85. Geburtstag feiern wird, will in den USA nicht kleckern, sondern klotzen, und geht in die Offensive: "Wir suchen noch immer nach einem Austragungsort für ein zweites Rennen und auch für ein drittes. Ich hätte gerne vier Rennen hier." Als möglicher Austragungsort schwebt ihm Süd-Kalifornien vor. Mehrere Rennen auf US-amerikanischem Boden wären nichts Neues: In den 70er- und 80er-Jahren fuhr die Formel 1 zweimal im Jahr in den USA. Ursprünglich sollte längst in New Jersey gefahren werden, doch das Rennen hat sich nie materialisiert.

An diese Zeiten hat Ecclestone aber keine guten Erinnerungen. Während die Öffentlichkeit oft den Skandal in Indianapolis 2005 für den Tiefpunkt der Formel 1 in den Vereinigten Staaten von Amerika hält, hat der Formel-1-Zampano ein ganz anderes Trauma: "In Watkins Glen gab es einen sehr netten Kerl. Aber ich habe schreckliche Erinnerungen an ihn, denn er vergaß, uns zu bezahlen. Dasselbe Problem hatten wir in Long Beach. Es war eine Katastrophe."

Kann Haas das Interesse entfachen?

Ecclestone liegt viel daran, dass der Funke bei den Amerikanern zur Formel 1 endlich überspringt, was selbst Mario Andretti als prominenter Weltmeister nicht gelang. Ein Hauptproblem, das gleichzeitig ein Argument für mehr Rennen jenseits des Atlantiks ist, ist die Tatsache, dass die USA in kultureller Sicht kein homogener Nationalstaat sind, sondern dass ein Rennen, das in Texas stattfindet, in Oregon oder Minnesota häufig gar nicht wahrgenommen wird.


Fotostrecke: GP USA, Highlights 2015

Das Haas-Team soll nun einen Identifikationsfaktor schaffen. "Es wäre eine große Leistung, mehr Interesse an der Formel 1 in den USA zu generieren", sagt Gene Haas bei 'Sky' und verweist auf die lange Tradition der "Königsklasse" auf US-amerikanischem Boden. Ihm liegt viel daran, das Interesse am Motorsport generell zu fördern, wie der 52-Jährige erklärt: "Wir hätten gern mehr Interesse der jüngeren Generation am Rennsport generell, auch bei NASCAR." Er hofft, mit der Kombination der unterschiedlichen Motorsportarten Formel 1 und NASCAR ein großes Publikum zu erreichen.

Dabei ist sein Team kein rein amerikanisches, sondern ein internationales Unterfangen, wie Haas darlegt: "Wir haben 3 Standorte: Kannapolis in North Carolina, Banbury in England und eine kleine Abordnung in Italien." Diese Streuung über mehrere Standorte sei für ein Formel-1-Team normal, beruhigt er Schwarzmaler. "Bislang hat es ganz gut funktioniert. Es ist kein großer Unterschied zu anderen Teams, bei denen Motor und Getriebe von anderen Standorten kommen und das Bremsmaterial wieder von anderen Zulieferern stammt."

Politische Haltung Ecclestones möglicher Hinderungsfaktor

Doch wie kann die Formel 1 in den USA endlich zum Erfolg werden? Weltmeister Lewis Hamilton hofft auf einen Sogeffekt aus Austin: "Ich hoffe, dass es immer mehr Leute begeistert, je öfter wir hierherkommen. Aus irgendeinem Grund haben wir hier immer wahnsinnig spannende Rennen, es muss für die Zuschauer richtig packend gewesen sein." Deshalb hofft er, dass sich der spektakuläre Lauf in Austin herumspricht.

Gene Haas

Gene Haas soll mithelfen, die Formel 1 in den USA zum Erfolg zu machen Zoom

"Ich hoffe, dass jeder, der hier gewesen ist, jemand anders infiziert, sei es am Flughafen, an der Tankstelle oder wo auch immer", legt der dreifache Weltmeister dar. "Hoffentlich reden die Leute darüber und sagen anderen Menschen: 'Hast du das Rennen gesehen? Das solltest du dir unbedingt anschauen.' So kann sich dieser wunderbare Sport Wort für Wort herumsprechen." Haas hingegen will auf den Patriotismus-Faktor setzen: "Wir hoffen, dass uns mehr Leute folgen werden, wenn sich ein amerikanisches Team gut schlägt."

Wenig hilfreich für eine erfolgreiche Promotion der Formel 1 ist Bernie Ecclestones Ablehnung von Demokratie. Seine Begeisterung für Wladimir Putin und andere Autokraten stößt in den USA auf wenig Gegenliebe, mit seiner Kritik an den USA selbst sorgte er für reichlich Wirbel im Vorfeld des Austin-Rennens. Ecclestone versucht daher zu retten, was zu retten ist: "Die Äußerungen begannen damit, dass ich sagte, dass es einen Diktator benötigt, damit ein Land einen guten Anführer hat. Aber ihr habt einen guten Anführer, also lag ich daneben." Dabei gilt Texas nicht unbedingt als Hochburg von Barack Obama...

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