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E-Mail von Dennis an Magnussen: Ist das der McLaren-Stil?

McLaren-Teamchef Eric Boullier tut sich beim Kommentieren der Vorgänge bezüglich Kevin Magnussen schwer: "Er hätte ein Renncockpit 2016 verdient"

(Motorsport-Total.com) - Kevin Magnussen wird 2016 nicht mehr zum Formel-1-Fahrerkader von McLaren gehören. Diese Entwicklung wurde dem jungen Dänen bewusst, als er an seinem 23. Geburtstag seine E-Mails abrief. In einem Schreiben der Assistentin von Teamboss Ron Dennis war von Grüßen zum Ehrentag nichts zu lesen, dafür aber von der Entscheidung, das Vertragsverhältnis mit Magnussen für die Saison 2016 nicht zu verlängern.

Kevin Magnussen, Jan Magnussen

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"Den Prozess möchte ich nicht kommentieren", sagt Teamchef Eric Boullier auf die Frage ob es gängiger Stil bei McLaren - und bei Chef Ron Dennis - sei, sich auf diese Art von einem Mitarbeiter zu verabschieden. Auf die gleiche Frage sagt Stammpilot Jenson Button: "Oh, da fragt ihr jetzt den Falschen." Es wird anhand dieser Aussagen deutlich, dass sich abseits von Dennis selbst wohl niemand im McLaren-Lager mit diesem Vorgang identifizieren möchte.

"Er wurde nicht gefeuert", stellt Boullier indes klar. "Sein Vertrag läuft zum Ende der Saison aus. Es gab eine Option bezüglich einer Verlängerung des Kontraktes. Aus unterschiedlichen Gründen wurde entschieden, den Vertrag eben nicht zu verlängern." Welche Gründe zu dieser Situation geführt haben, ist unklar. Ein Hintergrund dürfte aber sein, dass McLaren in Person Stoffel Vandoorne das nächste Talent fest unter Vertrag hat - und auch dem Belgier kann man kaum Perspektiven bieten.

"Wir bei McLaren sind vom Talent von Kevin überzeugt. Er sollte aus unserer Sicht ein Formel-1-Cockpit 2016 bekommen. Wenn das gelingt, dann steht er vor einer tollen Karriere - ganz sicher", lobt Boullier seinen Einsatzpiloten 2014. "Er war jung, als er zu uns kam, aber er hat unglaublich schnell gelernt. Auch in diesem Jahr war er eine tolle Hilfe für mich und Fernando", sagt Button. "Ich hoffe, er bekommt schnell ein Cockpit und kann zeigen, was er drauf hat. Sonst wäre es wirklich ein verschenktes Talent."