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  • 30.10.2006 14:55

DTM: Frentzen vor Rausschmiss bei Audi

Ex-Formel-1-Pilot Heinz-Harald Frentzen hat in der DTM bei Audi nach seinem jüngsten Ausraster beim Saisonfinale wohl keine Zukunft mehr

(Motorsport-Total.com/sid) - Im August war Heinz-Harald Frentzen dem Rauswurf bei Audi noch knapp entgangen, mit seinen erneuten heftigen Vorwürfen gegen sein Team beim Saisonfinale hat der frühere Formel-1-Pilot das Ende seiner Karriere in der DTM jetzt wohl selbst besiegelt. Schon am Montag tagte beim Ingolstädter Automobilkonzern der Vorstand um Konzernchef Martin Winterkorn zum Thema Frentzen, die offizielle Entlassung des einstigen Quotenbringers ist allen Anzeichen nach nur noch eine Frage der Zeit.

Heinz-Harald Frentzen und Wolfgang Ullrich

Bild aus besseren Tagen: Heinz-Harald Frentzen und Wolgang Ullrich Zoom

"Die Aussagen von Heinz-Harald Frentzen sind unsachlich und unrichtig. Das Audi Sport Team kämpfte in der Teamwertung noch um Platz zwei, darin war auch er involviert. Ihn deshalb bewusst zu benachteiligen, wäre völlig absurd", kommentierte Audi-Pressesprecher Jürgen Pippig im Gespräch mit dem 'sid' ein 'ARD'-Interview des Mönchengladbachers, in dem er Audi mangelnde Unterstützung vorgeworfen hatte.#w1#

Wechselt Frentzen in die NASCAR-Serie?

Dass "HHF", der angeblich mit einem Wechsel in die NASCAR-Serie liegäugelt, nach den Aussagen kommentarlos direkt aus Hockenheim abreiste und die offizielle Saisonabschlussgala schwänzte, stieß den Ingolstädtern noch zusätzlich sauer auf: "Wir haben derzeit keinen Kontakt mit ihm. Er ist für uns nicht erreichbar, so etwas kennen wir nicht", sagte Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich, der am Sonntagabend und am Montag mehrfach versucht hatte, Frentzen anzurufen.

Nach dem DTM-Rennen am Sonntag, bei dem der Formel-1-Vizeweltmeister von 1997 und WM-Dritte von 1999 nach seiner ersten Pole Position nach hinten durchgereicht und in der Schlussphase von seinem Teamkollegen Mattias Ekström abgeschossen worden war, hatte Ullrich noch mit Frentzen und Ekström über das Missverständnis zwischen den beiden gesprochen. Danach stellte sich Frentzen nur noch einmal zum 'ARD'-Interview, in dem er "Konsequenzen" ankündigte, ohne jedoch von sich aus direkt seinen Abschied zu erklären: "Dazu will ich jetzt nichts sagen, aber es brodelt in mir."

Zuvor hatte sich der 39-Jährige über eine seiner Meinung nach im Vergleich zu seinen Teamkollegen schlechtere Behandlung und Rennstrategie beklagt: "Das zeigt, dass ich nicht besonders beliebt bin im Team. Das war schon die ganze Saison so." Ullrich zeigte sich enttäuscht über Frentzens Verhalten und wies dessen Kritik noch am Sonntagabend zurück: "Er hatte das gleiche Material wie seine Teamkollegen und die volle Unterstützung der ganzen Audi-Mannschaft in einer für uns alle schwierigen Saison. Wie wäre er sonst auf den ersten Startplatz gefahren?" Und dann kündigte der Sportchef, der eigentlich in Kürze über eine mögliche weitere Zusammenarbeit mit Frentzen reden wollte, bereits eine "schnelle Entscheidung" über eine gemeinsame Zukunft an.

Beziehung zu Audi bröckelt schon seit Monaten

Audi hatte Frentzen nach dem Ausstieg von Opel eine Chance geboten, seine offene Rechnung mit der DTM zu begleichen. Doch schon die Vertragsverhandlungen waren schwierig und zogen sich über mehrere Wochen hin. Beim Rennen in Brands Hatch im August hatte Frentzen dann ein von seinen Mechanikern nach einem Trainingsunfall über Nacht wieder aufgebautes Auto im Rennen als "unfahrbar" vorzeitig in der Box abgestellt.

Nach dieser Arbeitsverweigerung und der kurz darauf in einem Interview öffentlich geäußerten Kritik war die Stimmung zwischen Frentzen und dem Team bereits äußerst angespannt. Der Mönchengladbacher stand kurz vor dem Rauswurf, sprach sich aber noch einmal mit Ullrich aus. Wenige Tage später kündigte Frentzen dann aber am 16. August überraschend von sich aus seinen Rücktritt an, ohne Audi davon informiert zu haben.

Nachdem Ullrich ihn per Telefon in Monte Carlo erreicht hatte, wurde das Interview von Frentzen persönlich noch rechtzeitig vor der Veröffentlichung zurückgezogen. Der geschlossene Burgfriede bis zum Saisonende ist aber jetzt wohl beendet.

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