powered by Motorsport.com

Domenicali verspricht: 2013 wird besser

Stefano Domenicali schöpft aus der guten zweiten Saisonhälfte von Ferrari Mut für 2013 - Vor allem im Qualifying will sich das Team steigern

(Motorsport-Total.com) - Unmittelbar nach dem Großen Preis von Brasilien wurde bei Ferrari noch getrauert. Trotz der starken Leistung von Fernando Alonso und dem guten Teamplay von Felipe Massa war es dem Spanier nicht gelungen, Sebastian Vettel im Kampf um die WM-Krone abzufangen. Letztlich machten drei Punkte Unterschied Vettel und nicht Alonso zum dreifachen Titelträger. Doch Teamchef Stefano Domenicali hat die Enttäuschung bereits verarbeitet und blickt in die Zukunft.

Stefano Domenicali (Ferrari-Teamchef), Sebastian Vettel

Domenicali gratuliert Weltmeister Vettel: 2013 soll es umgekehrt sein Zoom

"Ich habe zum Team gesagt, dass wir erhobenen Hauptes verloren haben und stolz auf unsere Leistung sein können", sagt der Italiener, der aus der starken Leistung des Teams in der zweiten Saisonhälfte Mut schöpft: "Man darf nicht vergessen, dass wir in den letzten vier Rennen viele Punkte geholt haben. Im Durchschnitt waren wir bei der Strategie und der Zuverlässigkeit die Besten." Damit gelang es Ferrari ein ums andere Mal, die schwächere Leistung das F2012 zu kompensieren.

"Wir hatten nicht das beste Auto." Stefano Domenicali

"Wir hatten nicht das beste Auto. In der zweiten Saisonhälfte ist es uns auch nicht gelungen das Auto zu verbessern", muss Domenicali eingestehen. "Daran müssen wir arbeiten. Wir haben aber viele Ideen und wissen, wo wir ansetzen müssen." Vor allem auf eine schnelle Runde war der Ferrari den Konkurrenz-Modellen von McLaren und Red Bull unterlegen. "Natürlich wissen wir auch, dass uns unsere schwache Qualifying-Performance im Rennen getroffen hat", sagt Domenicali.

Seit Spa auf Augenhöhe mit Red Bull

Trotz der Qualifying-Schwäche zeigte Ferrari eine starke zweite Saisonhälfte, in der sich das Team, gemessen an der Punktewertung, auf Augenhöhe mit Red Bull befand. Obwohl Ferrari seit der Sommerpause kein Rennen mehr gewann, sammelten Alonso und der wiedererstarkte Massa seit dem Grand Prix von Belgien 211 WM-Punkte. Red Bull kam im gleichen Zeitraum auf 214 Punkte, während McLaren trotz drei Siegen nur auf 185 Punkte kam.

Aufgrund dieser guten Resultate erwartet Domenicali auch im kommenden Jahr eine starke Vorstellung seines Teams: "Da sich die Regeln nicht groß verändern, ist das die Basis, auf der wir aufbauen werden. Wir versuchen jene Bereiche beim Auto zu verbessern, die nicht so stark waren. Unsere Pace im Qualifying müssen wir sicherlich auch verbessern." Hier hofft Ferrari, von einer der wenigen Regeländerungen zu profitieren: "Die neue DRS-Situation müsste uns theoretisch helfen."

Hilft die neue DRS-Regel?

In der kommenden Saison ist der Einsatz des DRS in den Trainingssitzungen nur in den Bereichen gestattet, die auch im Rennen als DRS-Zonen gekennzeichnet sind. Bisher konnte das System in den Freien Trainings und dem Qualifying unbegrenzt eingesetzt aktiviert werden. "Wir versuchen den Bereich beim Auto zu entwickeln, der nicht die beste Performance geliefert hat. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass unsere Situation beim Saisonstart besser sein wird", sagt Domenicali.


Fotos: Ferrari, Großer Preis von Brasilien


Bei der Einschätzung des Kräfteverhältnisses der Saison 2012 kommt der Teamchef zu einer auf den ersten Blick überraschenden Antwort. Nicht der RB8, sondern der MP4-27 war für Domenicali das beste Auto des Jahrgangs 2012: "Wenn man sich die Saison genau ansieht, dann hatte McLaren das beste Auto. Das war am Saisonanfang und am Ende der Fall."

Allerdings ist das reine Tempo beim Kampf um den Titel nicht der entscheidende Faktor: "Um die WM zu gewinnen, braucht man das beste Auto, die beste Zuverlässigkeit, das beste Team und so weiter. McLaren ist Dritter geworden, das dürfen wir nicht vergessen", so Domenicali. "Wir haben eine gute Basis in einigen Bereichen und kennen unsere Schwachpunkte. Daran müssen wir arbeiten." Domenicali gönnt der Konkurrenz zwar den Sieg, will im kommenden Jahr aber das Blatt wenden. "Hoffentlich feiern sie (Red Bull; Anm. d. Red.) jetzt. Und in Zukunft hoffe ich, dass sie auch den bitteren Beigeschmack kennenlernen, den wir gerade haben."