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Diffusor-Innovation: So trickst McLaren das neue F1-Reglement aus

McLaren geht unter die Gürtellinie und setzt das neue Reglement beim Diffusor mit einem cleveren Trick außer Kraft - Zwei Streben zählen gar nicht zum Diffusor!

(Motorsport-Total.com) - Zwar mag Mercedes momentan beim Thema Unterboden in der Formel 1 die Nase vorn haben, doch der starke Eindruck von McLaren bei den Testfahrten in Bahrain hat seine Gründe. Denn den Technikern in Woking ist eine clevere Lösung beim Diffusor eingefallen, auf die kein anderes Team gekommen ist.

McLaren MCL35M, Diffusor

Unter der Gürtellinie: Diesen Trick haben alle anderen Teams übersehen Zoom

Das Technische Reglement der Formel 1 2021 beschneidet nicht nur den Unterboden, sondern auch den Diffusor - das mächtigste Abtriebselement an Formel-1-Boliden seit 1983. Die Diffusoren an den diesjährigen Boliden wurden "rasiert", was seine Gründe im Reglement hat.

Streben, die vom Diffusor aus in Richtung Asphalt "wachsen", wurden per Reglement für 2021 um 50 Millimeter gekürzt. Deshalb sehen die Formel-1-Boliden in der Heckansicht im Vergleich zu 2020 mittlerweile aus wie Geländewagen. Doch McLaren umgeht diese Regel elegant. (Top-10-Neuerungen am McLaren MCL35M!)

Die zentrale Sektion des Diffusors (rot markiert) am MCL35M ragt deutlich unter die vorgeschriebene Linie (orange). McLaren hat hier eine Lücke im Reglement gefunden, indem der zentrale Teil nicht zum Diffusor zählt, sondern zum Übergang des Unterbodens zum Diffusor!

McLaren MCL35, Diffusor

Der McLaren-Diffusor des Jahres 2020: Keine Auswüchse an der Mittelsektion Zoom

Damit fällt dieser Teil nicht unter den "Beschneidungspassus" im Reglement. Wie deutlich die "Verlängerung des Unterbodens" ausfällt, zeigt ein Vergleich mit dem letztjährigen Diffusor. Im Bild sind die längeren Streben deutlich zu erkennen, aber auch, wie früh das zentrale Übergangsstück endet.

Das neue Endstück ist vollkommen neu designt und es wirkt wie mit einer Stromlinienhülle verdeckt, die sich weit nach hinten zieht. So geling es McLaren, quasi zwei Diffusorstreben unterhalb der erlaubten Linie anzubringen. Nach hinten steigen sie hoch und biegen sich nach außen.

Im Gegensatz dazu sehen wir in diesem Artikel auch ein Bild des Red Bull RB16B, bei dem kein Teil unterhalb der neuen Begrenzungslinie liegt. Das ist die konventionelle Lösung, die es auch bei allen anderen Teams zu sehen gibt.

Red Bull RB16B, Diffusor

Der Diffusor des Red Bull RB16B nach dem Geist des 2021er-Reglements Zoom

Gerüchte um ein cleveres Design des Diffusors machten bereits nach dem Filmtag die Runde, weil McLaren auffälligerweise keine Heckansichten des Boliden zeigte. Die Konkurrenz dürfte deshalb längst den Trick entdeckt und an ihr jeweiliges Hauptquartier gefunkt haben.

Es liegt nun an den Ingenieuren der anderen Teams, herauszufinden, wie viel Abtrieb sich in diesem Bereich gewinnen lässt und ob es sinnvoll ist, entsprechende Lösungen zu entwickeln. Doch bei nur zwei Wochen bis zum Saisonauftakt der Formel-1-Saison 2021 kann man davon ausgehen, dass McLaren zu Beginn der Saison in diesem Bereich einen Vorteil genießen wird.

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