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  • 23.09.2010 · 16:58

Die glorreichen Sieben auf Punktejagd bei Nacht

Die "Formel Deutsch" setzt in Singapur einen weiteren Meilenstein - Erstmals werden in einem Rennen sieben deutsche Fahrer an den Start gehen.

(Motorsport-Total.com/SID) - Beim Nachtrennen in Singapur setzt die "Formel Deutsch" den nächsten Meilenstein: Zum ersten Mal in der Geschichte der Königsklasse starten sieben deutsche Fahrer in einen Grand Prix. Dass aus dem bisherigen Six-Pack die glorreichen Sieben werden, dafür sorgt der Mönchengladbacher Nick Heidfeld durch sein Comeback bei Sauber.

Michael Schumacher, Sebastian Vettel

Michael Schumacher hat den Boden für weitere Piloten aus Deutschland gesät

"Das sind zu viele Deutsche", sagt Formel-1-Boss Bernie Ecclestone in Singapur mit einem Schmunzeln, fügte dann aber ernsthaft hinzu: "So etwas passiert. Es gab schon auch viele Brasilianer oder viele Engländer. Ich denke, Michael Schumacher hat das vor Jahren angeschoben, und jetzt wird es lange dauern, das wieder aufzuholen."#w1#

Schumacher fühlt sich von solchem Lob geschmeichelt. "Ich glaube schon, dass ich definitiv der Auslöser dafür gewesen bin - und das darf mich stolz machen", meint der 41-Jährige: "Wenn man die Boxengasse anschaut, ist Englisch nicht mehr die Hauptsprache, man kann auch deutsch reden." Vize-Weltmeister Sebastian Vettel hatte gleich einen humorvollen Rat für die Konkurrenz parat: "Vielleicht sollten die anderen Länder sich überlegen, das Tempolimit abzuschaffen."

Sieben Fahrer aus einem Land hatte es in der Formel 1 zuletzt vor mehr als 14 Jahren gegeben. Am 14. August 1994 waren beim Großen Preis von Ungarn in Budapest sieben Franzosen am Start. Die Grande Nation vertraten damals Jean Alesi, Olivier Panis, Eric Bernard, Erik Comas, Olivier Beretta, Jean-Marc Gounon und Philippe Alliot, Paul Belmondo scheiterte zudem in der Vor-Qualifikation.


Fotos: Großer Preis von Singapur, Pre-Events


Aber während allein Panis als Sechster für die Franzosen einen mageren WM-Punkt holte, gewann damals Schumacher auf dem Weg zu seinem ersten WM-Titel das Rennen und leitete mit seinen Erfolgen den deutschen Aufschwung ein. Neben dem Rekordweltmeister, der nach drei Jahren Pause in dieser Saison wieder dabei ist, und Vettel vertreten Nico Rosberg, Adrian Sutil, Nico Hülkenberg, Timo Glock und eben Heidfeld die deutschen Farben.

"Sieben deutsche Fahrer, das ist schon außergewöhnlich", sagt Rückkehrer Heidfeld: "Michael Schumacher hatte zum einen sicher einen Boom ausgelöst. Zum anderen gibt es aber auch deutsche Hersteller und viele Sponsoren, dazu sind auch die Kartszene und die Förderung sehr gut. Und was besonders schön ist: Keiner der sieben Deutschen ist nur ein Bezahlfahrer, der in der Formel 1 eigentlich nichts zu suchen hat. Alle machen einen guten Job."

Auch der frühere Formel-1-Pilot Marc Surer sieht Schumacher als Auslöser der deutschen Welle in der Königsklasse. "Irgendwie zieht so etwas immer den Nachwuchs mit. Und im Moment sind die Deutschen auch sehr gut verteilt, einer sitzt im besten Auto, zwei andere im viertbesten. Punktemäßig müsste da eigentlich etwas rausspringen", sagt der Schweizer. "Ich freue mich sehr darüber", kommentierte Surers früherer Kollege Christian Danner die deutsche Kolonie: "Das zeigt, dass bei uns sehr gut gearbeitet wird." Angespornt von Schumacher hätten "viele Jugendliche angefangen, Kart zu fahren", meint Hülkenberg.

Heidfeld ist glücklich, in Singapur wieder richtig zum Formel-1-Zirkus zu gehören. "Als ich die Chance bekam, die letzten fünf Rennen für Sauber zu fahren, habe ich natürlich zugegriffen", sagt er in Singapur. Damit hatte sich sein Wechsel vom Mercedes-Ersatzfahrer zum Testpilot für den künftigen Reifenlieferanten Pirelli schon nach vier Wochen ausgezahlt. "Ich möchte Rennen fahren, und ich denke, ich kann einen guten Job machen", sagt "Quick Nick": "Dass ich für Pirelli in den letzten Wochen viel getestet habe, sollte mir helfen."

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