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Di Resta: "Könnten bald stärker denn je sein"

Paul di Resta hadert damit, in Melbourne im Schatten von Teamkollege Adrian Sutil gestanden zu haben, und erklärt, wieso sein Team dieses Jahr so stark ist

(Motorsport-Total.com) - Force India galt vor dem ersten Saisonrennen als Geheimtipp. Die in Silverstone sitzende Truppe mit indischer Lizenz absolvierte die Wintertests mit einem konservativen Auto, was aber gerade in Zeiten unberechenbarer Reifen ein Vorteil sein kann. Während andere im Dunkeln tappten und sich mit Updates verrannten, wusste Force India, was man hat - und wie man damit umgehen muss, um schnell zu sein.

Paul di Resta

Paul di Resta rechnet damit, dass sein Team weiter glänzen kann Zoom

Diese Strategie erwies sich in Melbourne als Goldgriff. Der VJM06 erwies sich in den Händen von Adrian Sutil auf der Medium-Mischung als eines der reifenschonendsten Autos - nach dem ersten Stopp hatte Weltmeister Sebastian Vettel auf der Medium-Mischung Mühe, das Tempo des plötzlich führenden Deutschen mitzugehen, der aber schon auf alten Medium-Reifen unterwegs war.

Teamstrategie bei Force India?

Teamkollege Paul di Resta fuhr ein deutlich unauffälligeres Rennen, kam aber als Siebter nur wenige Sekunden hinter Sutil ins Ziel. Das lag daran, dass der Schotte durch sein starkes Qualifying mit der Supersoft-Mischung ins Rennen gegangen war und dadurch wie die Spitze früh an die Box kam. Auf die Frage, ob er seinen Teamkollegen am Ende überholen hätte können, meint der Schotte achselzuckend: "Ich denke, es war offensichtlich. Wenn man auf jemanden drei Sekunden pro Runde aufholt ..."

Und so heimste Sutil all die Lorbeeren ein - ein Umstand, der di Resta vermutlich an das Vorjahr erinnert, als er im Fahrerpoker von den Topteams ignoriert wurde und Nico Hülkenberg viel Lob einheimste. Der Schotte wirkte bei den letzten Saisonrennen dementsprechend lustlos. Da er nun wieder im Schatten steht, versucht er, seine eigenen Errungenschaften in den Vordergrund zu stellen: "Unser Ziel im Winter war es, stark genug zu sein, um in Q3 zu kommen - das ist uns gelungen. Am Ende habe ich es in Q3 geschafft. Ich habe mich in diese Position gebracht."

Di Resta Opfer des Verkehrs

Paul di Resta, Romain Grosjean

Nach dem Stopp wurde di Resta von Grosjean überholt Zoom

Dass es im Rennen dann in der Anfangsphase nicht ganz optimal lief, führt di Resta, der mit zwei Stopps über die Runde kam, auf den Verkehr zurück. Er kam in Runde acht erstmals an die Box und fiel dadurch hinter einige Piloten zurück, die ihre Stopps zu diesem Zeitpunkt bereits absolviert hatten. "Mein Rennen wurde massiv von den Dreistoppern beeinträchtigt", bestätigt er.

"Ich hatte einen sehr starken ersten Stint. Ich habe sogar die Mercedes eingeholt. Nach dem Stopp hätte ich vor Grosjean bleiben müssen, war aber schließlich zwischen Grosjean und den McLaren eingeklemmt. Von Runden sieben bis Runde 20 steckte ich im Verkehr. Das war ein bisschen frustrierend." Der starke erste Stint auf der Supersoft-Mischung macht aber Mut, schließlich hatte Sutil am Ende auf diesem Reifen mit einem deutlich leichteren Auto große Probleme.

Force India bald stärker denn je?

Doch wie ist es zu erklären, dass das kleine Force-India-Team, das immer wieder mit finanziellen Problemen konfrontiert ist, die Topteams weiterhin aufmischt? "Ich denke, dass wir einen guten Winter hatten - und eine gute Herangehensweise", versucht sich di Resta in einer Erklärung. "Wir haben immer wieder mit viel Sprit getestet, anstatt mit wenig Sprit zu fahren. Uns war absolut bewusst, was wir erreichen wollen und wohin wir mit dem Auto gehen wollen. Ich denke, dass uns das auch gelungen ist."


Fotos: Force India, Großer Preis von Malaysia


Wohin man gehen wollte? "Als wir dieses Auto - eine Weiterentwicklung des Vorjahresautos - bauten, legten wir vor allem Wert auf die Konstanz. Wir haben Melbourne mit lösbaren Problemen verlassen. Wenn wir sie also lösen, dann glaube ich, dass wir viel stärker sein können als in den vergangenen Jahren. Vor allem die nächsten Grands Prix könnten uns in die Hände spielen." Ein kleiner Unsicherheitsfaktor bleibt aber: "Wir kommen mit Sepang auf eine Strecke, wo es um 20 Grad wärmer sein wird als auf jeder Strecke, wo wir mit diesen Reifen bisher gefahren sind."

Force India setzt weiterhin auf wenige Updates

"Wenn ihr wüsstet, wie wenig wir am Wochenende am Auto verändert haben, dann wärt ihr ziemlich überrascht." Paul di Resta

Bereits in der vergangenen Saison hatte das Team mit außergewöhnlicher Effizienz und mit einer unkonventionellen Herangehensweise geglänzt: In der zweiten Saisonhälfte hielt man sich mit Updates zurück, verstand das Auto aber dadurch besser als die Konkurrenz. Auch beim Testen verfolgte man nun diese Strategie, wie di Resta verrät: "Den letzten Barcelona-Test begannen wir mit dem Auto vom Test davor - ohne große Updates. Das hat es uns erlaubt, Detailarbeit an der aktuellen Konfiguration zu verrichten, damit wir uns in Melbourne im richtigen Arbeitsfenster bewegen."

Das hat sich bezahlt gemacht. "Wenn ihr wüsstet, wie wenig wir am Wochenende am Auto verändert haben, dann wärt ihr ziemlich überrascht", sagt di Resta in die Journalistenrunde. Ganz ohne neue Teile kommt aber freilich auch Force India nicht aus - es kommt aber darauf an, die richtigen Veränderungen durchzuführen. "Wenn alle neue Updates bringen, dann werden die Designer immer schauen, was die Konkurrenz hat und was sie mit gewissen Teilen am Auto vorhat", erklärt di Resta. "Es hängt dann davon ab, ob alle das Gleiche machen, die gleichen Ideen haben. Man muss dafür sorgen, dass die letzten Updates fruchtbar sind und sie das Potenzial haben, sich abzusetzen."

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