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Den Liberty-Media-Weg mitgehen: So will Spa seine Formel-1-Zukunft retten

Spa droht wegen neuer Rennen wie Las Vegas und Miami aus dem Formel-1-Kalender zu fallen, doch in Belgien will man den Entertainment-Weg mitgehen

(Motorsport-Total.com) - Mit neuen Rennen in Miami, Las Vegas oder Katar geht der Formel 1 der Platz im Kalender aus. Dadurch geraten vor allem einige Traditionsrennen in Gefahr. Monaco, Belgien und Frankreich gelten aktuell als Streichkandidaten, doch zumindest Spa-Francorchamps will die Formel-1-Verantwortlichen mit Maßnahmen davon überzeugen, dass man ebenfalls in den Kalender gehört.

Sebastian Vettel (Aston Martin) im Training zum Formel-1-Rennen in Spa-Francorchamps 2021

Spa ist ikonisch, aber das reicht der Formel 1 nicht mehr Zoom

Belgien war einer der sechs Grands Prix in der ersten Formel-1-Saison 1950, genau wie Monaco und Frankreich (allerdings in Reims), die derzeit alle in Gefahr sind und auslaufende Verträge besitzen. Tradition scheint unter Liberty Media aber nicht mehr so wichtig zu sein wie kommerzielle Interessen.

Das heißt, dass es für traditionelle Rennen abseits der sogenannten "Destination Races" in großen internationalen Märkten schwieriger wird, ihren Platz im Kalender zu behalten. Liberty Media reitet die Popularitätswelle der Formel 1 und möchte jeden Grand Prix zu einer Art Mini-Super-Bowl mit allem drum und dran machen - egal ob es den normalen Rennfans oder den Austragungsorten passt.

Formel 1: Auch Spa braucht Entertainment

Formel-1-Boss Stefano Domenicali hat auch den Organisatoren von Spa in Vertragsgesprächen klargemacht, dass man von ihnen das gleiche Entertainment-Konzept erwartet, wenn man eine Zukunft im Formel-1-Kalender haben möchte. Und während man in Monaco auf seinen historischen Status baut, möchte man sich in Belgien nicht auf seiner Geschichte ausruhen und mitziehen.

"Es stimmt, dass die Formel 1 um mehr Entertainment gebeten hat", sagt Stijn de Boever, Commercial Director von Organisator Spa Grand Prix. "Sie haben gesagt, Geschichte ist großartig, aber wir brauchen mehr. Wir haben uns entschlossen, auf sie zu hören und ihre neue Art, Formel-1-Veranstaltungen zu machen, zu übernehmen. Die amerikanische Art und Weise, mit all dem Entertainment, das damit einhergeht."


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Spa plant für die Zukunft mit DJs, exklusiven Events, Fanzonen und vielem mehr. "Man kann sagen, dass unser legendärer Grand Prix den nötigen Bling bekommt", sagt de Boever. "Wenn wir in Zukunft weiter Rennen austragen wollen, müssen wir moderner werden."

In Belgien weiß man, dass man auch aus 2021 noch etwas gutzumachen hat, wo es im strömenden Regen nur drei Runden hinter dem Safety-Car, vor allem aber viele Diskussionen gab.

80-Millionen-Umbau

Die Strecke wird derzeit schon für 80 Millionen Euro renoviert. Es werden wieder mehr Kiesbetten installiert und Kurven wie die Eau Rouge/Raidillon umgebaut. Das ermöglicht zum einen wieder Motorradrennen, zum anderen sollen dadurch auch Autorennen wieder aufregender werden.

Zudem arbeitet man an den infrastrukturellen Problemen, die auch im vergangenen Jahr ärgerlich waren, als der Regen die Parkplätze in Schlammbäder verwandelt hatte.


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"Die neue Raidillon-Tribüne bietet eine unglaubliche Aussicht, und auch die Rennstrecke selbst hat hart daran gearbeitet, ihre Einrichtungen zu verbessern und nachhaltiger zu werden", betont de Boever.

"Was den Verkehr betrifft, so haben wir mit der örtlichen Polizei zusammengearbeitet, um Parkplätze in größerer Entfernung von der Strecke auf festem Boden in der Nähe von Malmedy einzurichten, wobei Shuttlebusse die Fans zur und von der Strecke bringen. 2019 hat das bei trockenem Wetter ganz gut geklappt, aber jetzt haben wir mehr Möglichkeiten, um bessere Parkplätze auf festem Boden zu schaffen."

"Aber natürlich ist es immer noch Spa. Wir haben hier keine Züge, die mit zehntausenden von Leuten umgehen können", sagt er weiter.

Zuversicht über neuen Vertrag

Ob all das reicht, um von der Formel 1 mit einem neuen Vertrag belohnt zu werden, bleibt abzuwarten. Spa befindet sich in regelmäßigen Gesprächen mit der Königsklasse. Event-Direktorin Vanessa Maes war in Imola, de Boever in Barcelona. Und der Vorsitzende und wallonische Politiker Melchior Wathelet steht ebenfalls in engem Kontakt mit Domenicali.

Nicht jeder Beobachter im Fahrerlager teilt den Optimismus des Spa-Lagers, dass es zu einer neuen Vereinbarung kommen wird, aber es wäre nicht das erste Mal in der jüngeren Geschichte, dass der Nachruf auf das Rennen vorbereitet wird, nur um dann eine neue Vereinbarung zu unterzeichnen.

"Die Formel 1 ist mit unseren Plänen sehr zufrieden", sage de Boever. "Sie sind froh, dass wir weiterhin in ein besseres Fan-Erlebnis investieren, obwohl der Renntag seit Dezember ausverkauft ist."

"Es ist schon öfter vorgekommen, dass wir in einen Grand Prix gegangen sind, ohne Gewissheit über das nächste Jahr zu haben, daher ist das kein großes Problem. Wir wünschen uns ein jährliches Rennen, nicht im Wechsel mit einem anderen Grand Prix, aber wir werden uns anhören, was die Formel 1 vorschlägt", sagt er und betont, dass man dem Weg von Liberty Media folgen werde.

"Ja, wir haben etwas zu beweisen. Wir haben keine Petrodollars, aber wir können zeigen, dass wir ein legendärer Grand Prix sind, der 100.000 Fans pro Tag unterhalten kann. Es ist ein großes Plus, dass sie das im August hautnah miterleben können."

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