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Daniel Ricciardo: Formel 1 hat in Australien "mit dem Feuer gespielt"

Daniel Ricciardo findet die Absage des Australien-Grand-Prix richtig, weiß aber auch, dass sich die Formel 1 dort auf einem heiklen Terrain bewegt hat

(Motorsport-Total.com) - Obwohl er natürlich gerne sein Heimrennen gefahren wäre, gibt Daniel Ricciardo zu, dass er erleichtert war, dass der Formel-1-Saisonauftakt in Australien in letzter Minute abgesagt wurde. "Ich hatte tief in mir einige Sorgen. Wir haben da definitiv mit dem Feuer gespielt", sagt der Renault-Pilot gegenüber 'The Age'.

Daniel Ricciardo

Daniel Ricciardo muss 2020 auf sein Heimrennen verzichten Zoom

Der Formel-1-Auftakt in Australien war kurz vor dem ersten Freien Training abgesagt worden, nachdem zuvor ein McLaren-Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Schon im Vorfeld sah sich die Königsklasse Kritik ausgesetzt, weil man im Gegensatz zu anderen Sportarten an seinem Event festhalten wollte.

Zwar wurden am Donnerstag einige Sicherheitsmaßnahmen eingeführt, um die Fahrer von Fans und Medienleuten fernzuhalten, doch spätestens nach dem positiven Fall im Fahrerlager und dem verbundenen Rückzug von McLaren war das Rennen nicht mehr zu halten.

"Man fängt dann an, jede Interaktion im Kopf durchzugehen. Mit wem du gesprochen hast, wo du warst. Man konnte ganz einfach paranoid werden", beschreibt Ricciardo die Situation. Schon bei den Testfahrten in Barcelona hatte sich der Australier Gedanken gemacht, weil Corona auch da ein Thema war und es keine Beschränkungen gab.


Fotostrecke: In Bildern: Melbourne nach der Formel-1-Absage

"Als das Rennen näherrückte und man gesehen hat, was bei anderen Sportarten wie der NBA los war, da habe ich definitiv gedacht, dass wir es nicht machen sollten", so der Renault-Pilot.

Die Absage erfolgte schließlich kurz vor Beginn der ersten Trainingssession, als bereits viele Menschen auf dem Weg an die Strecke waren und vor verschlossenen Toren standen. Für das Vorgehen erhielt die Formel 1 viel Kritik, doch von außen sei das einfach zu sagen, meint Ricciardo.

"Ich wäre naiv, wenn ich sagen würde, dass ich alles gewusst habe", gibt er selbst zu. Doch die Absage sei am Ende des Tages "zu 100 Prozent richtig" gewesen.

Wann die Formel 1 ihren Betrieb wieder aufnehmen kann, ist ungewiss. Aktuell wäre Kanada das erste nicht abgesagte Rennen. "Wenn wir dort starten könnten, würde mich das sehr freuen", meint Ricciardo zu 'talkSPORT'. Er vertraut darauf, dass es durch die Ausgangsbeschränkungen in vielen Ländern bald wieder losgehen kann.

"Natürlich will ich Rennen fahren und die Absage in Melbourne war sehr enttäuschend. Aber das muss passieren, wenn die Gesundheit der Menschen dadurch nicht gefährdet wird."

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