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Claire Williams: Warum Vater Frank bis zum Verkauf Teamchef war

Claire Williams spricht offen über Vater Franks Rolle im Rennstall - Die große Vaterfigur hat sie bis zum Verkauf des Teams im Vorjahr begleitet

(Motorsport-Total.com) - Frank Williams war der am längsten im Amt befindliche Formel-1-Teamchef, bis seine Familie den Rennstall im Sommer des Vorjahres verkaufte. Seine Tochter Claire Williams, die bis zu ihrem Rückzug die Position der stellvertretenden Teamchefin inne hatte, klärt nun auf: Warum ihr Vater auf dem Papier bis zum Ende Teamchef blieb.

Frank Williams, Claire Williams, Riccardo Patrese, Nigel Mansell

Frank Williams mit Claire und seinen ehemaligen Piloten Patrese und Mansell Zoom

"Mein Vater trug diesen Titel immer", erzählt die Britin im Podcast 'Racing Lives'. "Er wollte ihn auch nicht abgeben, und das war auch richtig so!", schmunzelt sie. Frank Williams gründete seinen Rennstall 1977 und führte die Mannschaft bis ins hohe Alter.

2013 wurde seine Tochter als Stellvertreterin eingesetzt, sie übernahm in den Folgejahren das operative Geschäft vollkommen. "Er hat sich nicht mehr um das Tagesgeschäft gekümmert, das war meine Aufgabe, nachdem ich 2013 übernommen habe."

Nach ihrem Aufstieg an die Spitze des Familienunternehmens ärgerte sich Williams zunächst darüber, dass sie nur den Titel der stellvertretenden Teamchefin erhalten hatte. "Am Anfang wollte ich unbedingt selbst den Titel Teamchefin haben. Ich machte den Job und hatte auch das Gefühl, dass ich den Titel haben sollte."


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Die heute 44-Jährige gibt zu, eine gewisse Zeit lang "frustriert" darüber gewesen zu sein. Doch dann änderte sich ihre Sichtweise: "Ich wollte ihn gar nicht mehr haben. Denn mein Vater war der Teamchef und solange er am Leben war, sollte er den Titel auch behalten. Er war unser Teamchef."

Williams senior, mittlerweile 78 Jahre alt, sei schließlich bis zum Schluss weiterhin in der Fabrik zugegen gewesen. Er sei weiterhin der "Anführer" und "Boss" der Truppe gewesen. "Er war der Grund, warum wir alle da waren. Es hätte sich nicht richtig angefühlt, ihm einen anderen Titel zu geben."

Deswegen konnte Williams am Ende akzeptieren, dass sie nie die Teamchefin ihres Rennstalls sein würde. "Wenn die Dinge anders gelaufen und mein Vater gestorben wäre, dann hätte ich den Titel der Teamchefin glaube ich auch nicht genommen. Er wäre mit meinem Vater gestorben."

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