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Chris Gent: Die Aufgaben eines Formel-1-Chefmechanikers

Chris Gent ist Chefmechaniker bei Daniel Ricciardos RB11: Was seine Aufgaben sind, unter welchem Druck er steht und was ihn an seinem Job am meisten begeistert

(Motorsport-Total.com) - An einem Rennsonntag stehen um 14 Uhr 20 Formel-1-Boliden am Start. Welcher Aufwand dahintersteckt, diese High-tech-Autos bei allen Grand-Prix-Wochenenden in einen Zustand zu bringen, der es Lewis Hamilton & Co. erlaubt, die WM-Krone untereinander auszufechten, ist vielen unbekannt. Die Hauptverantwortung dafür trägt der Chefmechaniker. Jedes Auto verfügt über einen eigenen Chefmechaniker - für ihn beginnt das Rennen schon zu Wochenbeginn, denn er muss dafür sorgen, dass jeder Handgriff sitzt, damit die Piloten nicht durch einen technischen Defekt wichtige Punkte verlieren.

Daniel Ricciardo, Chris Gent

Wenn etwas schiefläuft, trägt er die Verantwortung: Chris Gent (li.) Zoom

"Meine Hauptverantwortungen sind es, dafür zu sorgen, dass das Auto richtig aufgebaut wird, mit den anderen Mechanikern am Auto zu arbeiten und ihnen die richtigen Informationen zu geben, damit sie das Auto richtig aufbauen können und dieses das gesamte Wochenende lang zuverlässig läuft", fasst Chris Gent zusammen. Der 37-jährige Brite ist Chefmechaniker von Daniel Ricciardo bei Red Bull.

Wie lange ein Formel-1-Auto aufgebaut wird

Vor allem bei den Überseerennen ist die Belastung für Gent und seine Mannschaft enorm. "Das Auto wird als bloßes Chassis verschickt", sagt der Mann aus Shepshed. "Wir müssen es also komplett neu aufbauen. Dieser Prozess beginnt bei den Überseerennen am Mittwoch, und wir hoffen, dass wir bis Donnerstagabend fertig werden."

Daniel Ricciardo, Chris Gent

Chefmechaniker Gent schätzt die Zusammenarbeit mit Daniel Ricciardo Zoom

Das gelingt nicht immer - manchmal muss die Mechaniker-Crew Überstunden einlegen. "Manchmal sind es Kleinigkeiten, die man untersuchen muss", sagt er. "Wir sind also oft in der Garage, bis es sehr spät ist." Zudem treffen manchmal neue Teile in letzter Sekunde ein. Auch am Rennwochenende selbst müssen die Mechaniker immer wieder am RB11 Hand anlegen - wenn der Pilot Änderungen verlangt.

"Renningenieur Simon Rennie arbeitet mit Daniel am Setup, und dann müssen wir sicherstellen, dass wir das Auto so umbauen, wie sie es wollen, wenn sie es wollen", erklärt Gent. Mit dem heiteren Australier arbeitet er für einen äußerst angenehmen Piloten: "Er ist großartig, ein toller Charakter. Wir genießen die Zeit mit ihm auch, wenn er nicht im Auto sitzt. Und wenn er im Auto sitzt, dann liefert er seine Leistung ab."

Chefmechaniker Gent liebt den Druck

All das hilft aber nichts, wenn etwas am Auto nicht passt und Ricciardo trotz einer perfekten Fahrt mit einem Defekt ausrollt. Daher ist der Druck, der auf Gent & Co. lastet, enorm. "Die Verantwortung ist groß, und wenn es ein Problem gibt, dann fällt es auf mich zurück", erklärt er seine Lage. "Daher muss es auf Anhieb passen. Man muss dafür ein Perfektionist sein."

Doch genau dieser Druck gefällt Gent an seinem Job: "Es gibt immer Entscheidungen, die man in letzter Minute treffen muss. Ich liebe den Druck. Ich liebe es, viel Arbeit zu haben. Das ist ein gutes Gefühl." Zudem muss er dafür sorgen, dass auch seine Mitarbeiter mit dem Druck umgehen können und "ruhig und kontrolliert bleiben, damit das Auto so perfekt wie möglich aufgebaut wird".

Was ihm an seinem Job am besten gefällt? "Der Druck, und wenn all die Arbeit in einem guten Ergebnis mündet. Die Deadlines sind unglaublich streng, und wenn es dann auf der Strecke läuft - vor allem, wenn man ein gutes Ergebnis erreicht - , dann hat es sich gelohnt."

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