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Charles Leclerc, Lando Norris und der Weg in die Formel 1

Formel-2-Champion Charles Leclerc hat sein Formel-1-Stammcockpit für 2018 sicher - Formel-3-Europameister Lando Norris fühlt sich ebenfalls bereit und erhält Rat

(Motorsport-Total.com) - 19 der 20 Formel-1-Cockpits für die Saison 2018 sind vergeben. Drei davon werden von Rookies besetzt. Während Toro Rosso mit Pierre Gasly und Brandon Hartley gleich zwei Fahrer in seinen Reihen hat, die ihre erste volle Saison im Grand-Prix-Sport bestreiten, setzt Sauber neben dem arrivierten Marcus Ericsson auf Charles Leclerc.

Charles Leclerc, Lando Norris

Formel-2-Champion Charles Leclerc (re.) mit Formel-3-Europameister Lando Norris (li.) Zoom

Den Zuschlag erhielt Leclerc, der in der abgelaufenen Saison 2017 den Titel in der Formel 2 errungen hat, am Rande der Testfahrten in Abu Dhabi per Telefon. "Fred (Sauber-Teamchef Frederic Vasseur; Anm. d. Red.) rief mich an und sagte mir, dass ich das Cockpit sicher habe", bemerkt Leclerc.

Leclerc vor Formel-1-Debüt zurückhaltend

Mit dem Gewinn des Formel-2-Titels als Rookie wandelt Leclerc auf den Spuren von Nico Hülkenberg. Der Deutsche war in der Saison 2009 der bislang letzte Fahrer, dem dies gelungen war - bis Leclerc kam. Hülkenberg freilich nannte sich seinerzeit noch GP2-Champion. Inzwischen ist die offizielle Aufstiegsklasse zur Formel 1 vom Namen her an die Königsklasse angeglichen worden.

Mit sieben Saisonsiegen in Diensten des Prema-Teams war es für Leclerc trotz Erfahrungsrückstands auf seine Kollegen ein Durchmarsch zum Formel-2-Titel. Für seine Rookie-Saison in der Formel 1 hält der erste Stammfahrer aus Monaco seit Olivier Beretta (1994) die Erwartungen aber im Rahmen.

"Solange ich nicht im Auto saß, fällt es mir schwer, Erwartungen zu formulieren. In den Nachwuchsformeln kann man das eher schon mal machen, aber in der Formel 1 sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Autos einfach größer. Warten wir mal die ersten Testfahrten ab", sagt Leclerc, der zwar schon den einen oder anderen Test für Ferrari hinter sich hat, den 2018er-Sauber aber natürlich noch nicht kennt.

Startnummer 16 für Leclerc nur dritte Wahl

Lackierung 2018 von Sauber und Alfa Romeo

Leclers neuer Dienstwagen: Der von Alfa Romeo gesponserte Sauber mit der 16 Zoom

Fest steht indes, dass Leclerc in der Formel 1 mit der Startnummer 16 antreten wird. Diese war für ihn allerdings nur die dritte Wahl, wie er gesteht: "Ich wollte eigentlich die 7 haben, aber die gehört Kimi (Räikkönen). Dann wollte ich mir die 10 sichern, aber Pierre (Gasly; Anm. d. Red.) kam zuerst in die Formel 1 und wählte seinerseits die 10. Jetzt habe ich mich für die 16 entschieden, weil das mein Geburtstag ist. Ich konnte nichts Besseres finden. 1+6 ergibt 7, meine Lieblingsnummer. Also ich habe ich mich dafür entschieden."

Während sich Leclerc zum Formel-2-Champion gekrönt hat und dafür am Freitagabend bei der FIA-Gala im Schloss Versailles in Paris ausgezeichnet wurde, steht ein potenzieller Nachfolger schon in den Startlöchern: Lando Norris hat sich mit seinem Titelgewinn in der Formel-3-Europameisterschaft 2017 für die Formel 2 empfohlen und wird 2018 auch dort für Carlin an den Start gehen.

Leclercs Rat an Formel-2-Rookie Norris

Den Gewinn des Formel-3-Titels bezeichnet Norris als den größten Erfolg seiner bisherigen Laufbahn. Nebenbei hat der 18-jährige Brite aber schon den nächsten großen Fang getätigt. Hinter Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne ist Norris offizieller Ersatzfahrer im Formel-1-Team McLaren. In dieser Rolle löst er seinen Landsmann Jenson Button ab, der 2018 in der Japanischen Super-GT-Serie fahren wird.

Lando Norris

Norris' Formel-2-Premiere: In Abu Dhabi fuhr der Carlin-Pilot einmalig für Campos Zoom

"Ich denke nicht, dass ich es 2017 hätte besser machen können als so, wie es gelaufen ist. In meiner Rookie-Saison zum Titel zu fahren, war sicherlich der bisher größte Erfolg meiner Karriere", so Norris, der auf dem Weg zum Titelgewinn sogar schon Formel-1-Luft geschnuppert hat. Im August saß er bei den Testfahrten auf dem Hungaroring erstmals im McLaren-Cockpit und überzeugte das Team dabei auf Anhieb.

Beim Ungarn-Test fühlte sich Norris direkt so wohl, dass er sich in seiner neuen Rolle als Ersatzfahrer für Alonso und Vandoorne schon mal auf den Ernstfall vorbereitet: "Nach nur zwei Testtagen fällt es mir natürlich schwer, ein umfassendes Urteil abzugeben. Die beiden Tage liefen aber sehr gut und ich habe viel gelernt. Ich habe jetzt mehr Selbstvertrauen. Sollte ich fahren müssen, wäre ich sicherlich nicht so gut wie Fernando, aber ich fühle mich bereit."

Die unmittelbare Renn-Zukunft heißt für Norris aber zunächst Formel 2. Welchen Rat gibt ihm der in die Formel 1 aufsteigende Champion Leclerc? "Du solltest dich so schnell wie möglich mit den Reifen anfreunden, denn die sind ganz eindeutig der am schwierigsten zu erlernende Bereich der Formel 2. Abgesehen davon bin ich sicher, dass du das hinbekommen wirst", so Leclerc in Paris direkt zu Norris.

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