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Chancen auf Start von "Scorpion Racing" schwinden

Bernie Ecclestone sieht kaum Chancen auf ein Antreten von "Scorpion Racing" mit den alten HRT-Autos 2013 - Auch die HRT-Schuldenlast sorgt für Ungemach

(Motorsport-Total.com) - Gibt es doch noch eine Rettung für den Ende 2012 zerbrochenen HRT-Rennstall? Zuletzt brandete zumindest etwas Hoffnung auf, denn Investoren um den Kanadier Francois Tremblay haben Interesse angemeldet, die Boliden und das Equipment des spanischen Teams zu kaufen. Doch vor Tremblay & Co. baut sich nun eine Wand auf.

Narain Karthikeyan

War der Grand Prix von Brasilien der letzte Einsatz der HRT-Boliden? Zoom

Größtes Problem: Die Nennfrist für die Saison 2013 ist bereits im November verstrichen. Trotz Tremblays Zuversicht, dass Formel-1-Boss Bernie Ecclestone "Scorpion Racing" - so der Name des potenziellen HRT-Nachfolgeteams - helfen will, nachträglich doch noch den Sprung in die Saison 2013 zu schaffen, zeigt die Vergangenheit, dass die Chancen gering sind, schließlich bleibt die FIA in diesen Belangen meistens hart.

2003 scheiterte das Phoenix-Konsortium, als man mit den alten Prost-Chassis' an den Start gehen wollte. Und sogar Peter Sauber hatte nach dem Ausstieg von BMW 2010 Mühe, nachträglich für die Saison zu nennen, obwohl er seit Jahrzehnten als glaubwürdige Größe im Motorsport gilt.

HRT-Schuldenberg als Spielverderber?

Auch die enormen Schulden des ehemaligen HRT-Rennstalls sorgen laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' für Unsicherheit, ob es sich für "Scorpion Racing" überhaupt auszahlt, an der Formel-1-WM teilzunehmen, schließlich will man mit nur 60 Mitarbeitern mit einem Schmalspurbudget von 45 Millionen Euro aus Silverstone operieren.

Für die HRT-Eigentümer Thesan Capital wurde die Situation Ende 2012 immer brenzliger, schließlich schuldete man nicht nur einigen Zulieferern Geld, sondern verlor auch noch ein seit Jahren laufendes Gerichtsverfahren gegen das Team. Hintergrund: 2011 wollte der damalige HRT-Teamchef Colin Kolles ursprünglich mit überarbeiten TF110-Chassis von Toyota antreten. Die Boliden galten als vielversprechend, wurden aber nie eingesetzt, weil sich der japanische Hersteller Ende 2009 aus der Formel 1 zurückgezogen hatte.

Ein dementsprechender Auftrag in Höhe von rund 20 Millionen US-Dollar wurde von HRT an TMG in Köln erteilt, doch ein laufender Vertrag mit Cosworth verhinderte schließlich den Plan, weil die britischen Aggregate zu groß für das Chassis waren. Aus diesem Grund einigte man sich auf eine Umwandlung des Vertrags: In Köln-Marsdorf sollten CFD- und Windkanalarbeiten für HRT durchgeführt werden.

HRT verlor Prozess gegen Toyota

Die Gelder für den Auftrag trafen aber bei TMG nie ein, obwohl man dort eigenen Angaben nach bereits Leute für das Aerodynamikprogramm engagiert hatte, weswegen Toyota ein Schiedsgericht in Genf anrief. Bei HRT änderte sich währenddessen die Teamstruktur: Jose Ramon Carabante verkaufte das Team an Thesan Capital, Kolles wurde durch Luis Perez-Sala ersetzt.

Der Prozess, der vor wenigen Monaten zu Ende ging, endete mit einem Schuldspruch für HRT. Die Banco Popular bürgt laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' mit bis zu 8,5 Millionen Euro für HRT, sollten nachträglich Schadenersatzforderungen tragend werden - trotz der Insolvenz des spanischen Teams. Unklar ist derzeit, ob auch die potenziellen neuen Eigentümer "Scorpion Racing" diesbezüglich belangt werden können. Wenn dies der Fall ist, würde ein Einstieg aufgrund der anstehenden Zahlungen wenig Sinn machen.

Ecclestone verweist auf 2013

Ecclestone, der sich zuletzt intensiv für "Scorpion Racing" eingesetzt hatte, schätzt die Chancen auf einen Start in der Saison 2013 gering ein. "Es ist zu spät", wird der Formel-1-Zampano von 'The National' zitiert. "Ich habe ihnen gerade erklärt, dass sie die Sache vorbereiten sollen und nächste Jahr nennen sollen. Dieses Jahr waren sie einfach zu spät dran."

Ein schwieriges Unterfangen, denn 2014 gilt ein völlig neues Reglement. Die HRT-Boliden, die auf dem Dallara-Chassis von 2010 basieren, würden dann nur noch bedingt einsatzfähig sein. Und für das Design eines eigenen Autos reicht das angepeilte Jahresbudget von 45 Millionen Euro nicht einmal im Ansatz aus.

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