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  • 04.10.2016 · 21:20

  • von Dieter Rencken & Daniel Halder

Carlos Sainz: "Virtuelles Safety-Car nutzlos für die Formel 1"

Ohne richtiges Safety-Car sieht der Toro-Rosso-Pilot Fahrer im Mittelfeld benachteiligt und sorgt sich um die Spannung bei einem Grand Prix

(Motorsport-Total.com) - Der Große Preis von Malaysia am vergangenen Sonntag bescherte den Piloten und Fans gleich mehrere Virtuelle-Safety-Car-Phasen. Auch die Rennentscheidung fiel unter VSC-Bedingungen nach dem Motorschaden des bis dato führenden Mercedes-Stars Lewis Hamilton: Das Red-Bull-Team beorderte seine Piloten Daniel Ricciardo und Max Verstappen gleichzeitig an die Box. Beide verloren dadurch zwar weniger Zeit als bei einem Stopp unter normalen Rennbedingungen, ein Zweikampf auf der Strecke oder ein besonderer Strategie-Kniff bleib damit aber aus.

Carlos Sainz

Carlos Sainz geht hart mit dem 2015 etablierten virtuellen Safety-Car ins Gericht Zoom

Toro-Rosso-Pilot Carlos Sainz geht nun hart mit der Regel ins Gericht: "Meiner Meinung nach ist das virtuelle Safety-Car nutzlos. Das ist nichts, was die Formel 1 derzeit braucht", so der Spanier, der als Elfter in Sepang außerhalb der Punkteränge blieb. Sainz kritisiert, dass in erster Linie der Führende eines Grands Prix davon profitieren würde, weil anders als beim normalen Safety-Car die Abstände eingefroren werden und das Feld nicht zusammengeschoben wird.

"Wäre ich Erster im Rennen, würde mir das wahrscheinlich auch gefallen. Aber ich war schon in vielen Serien, in denen du mit zehn Sekunden Vorsprung geführt hast, und dann musstest du wieder kämpfen, nachdem das Safety-Car auf die Strecke kam", erklärt der 22-Jährige. Für Fahrer im Mittelfeld sei das VSC dagegen eine Benachteiligung, weil je nach Rennsituation sich manche Piloten einen Vorteil verschaffen könnten. "Die Jungs spielen damit, wärmen sich ihre Reifen auf oder fahren den Abstand heraus, den sie für einen Stopp benötigen."


Großer Preis von Malaysia

Die zur Formel-1-Saison 2015 ins sportliche Reglement verankerte VSC-Regel würde Sainz deshalb am liebsten wieder in die Tonne treten. "Es funktioniert schon so, wie sie es vorgesehen haben. Aber wenn du im Mittelfeld kämpfst, zieht man richtige Safety-Cars vor. Ich finde nicht, dass es die Formel 1 verbessert ", so das abschließende Fazit des Toro-Rosso-Youngsters.

Das sogenannte "Neutralisieren" des Rennens mit dem VSC wurde als Konsequenz des tödlichen Unfalls von Jules Bianchi in Suzuka 2014 eingeführt. Der Marussia-Pilot war damals im strömenden Regen trotz gelber Flaggen von der Strecke abgekommen, weil er zu schnell unterwegs war. Unter dem virtuellen Safety-Car wird nun die Geschwindigkeit vorgegeben, ohne dass Bernd Mayländer das Feld an der Spitze einbremst.