powered by Motorsport.com

Carlos Sainz: Eine der besten Formel-1-Fahrergenerationen aller Zeiten?

In Monaco sieht die Formel 1 wieder einmal ein extrem junges Podium - Carlos Sainz erklärt, dass die aktuelle Fahrergeneration eine der besten aller Zeiten sein könnte

(Motorsport-Total.com) - "Du hast es ruiniert, Carlos! Du bist zu alt", witzelt Max Verstappen auf der Pressekonferenz der Top 3 nach dem Großen Preis von Monaco. Im Fürstentum hatten Verstappen (23 Jahre), Carlos Sainz (26) und Lando Norris (21) wenige Minuten zuvor für das drittjüngste Podium in der Formel-1-Geschichte gesorgt.

Carlos Sainz, Max Verstappen, Lando Norris

Verstappen, Sainz und Norris: Jünger war ein Formel-1-Podium erst zweimal! Zoom

"Ich wusste, dass das kommt", nimmt Sainz, mit 26 Jahren der "Oldie" des Trios, den Kommentar des Niederländers mit einem Schmunzeln zur Kenntnis. Der Ferrari-Pilot war einst Teamkollege von Verstappen bei Toro Rosso und fuhr in den beiden vergangenen Jahren gemeinsam mit Norris für McLaren.

"Ich kann euch sagen, dass diese zwei Jungs neben mir ganz ordentlich am Lenkrad eines Formel-1-Autos sind", verrät er und ergänzt mit einem Augenzwinkern: "Etwas jung und unerfahren manchmal, aber sie sind defintiv sehr, sehr schnell. Ich denke, die Zukunft der Formel 1 ist in guten Händen."

Neue Piloten bringen zahlreiche Titel mit

Tatsächlich zeigt ein Blick in die Statistik, dass die "neue" Formel-1-Generation, zu der auch Piloten wie Charles Leclerc oder George Russell gehören, aktuell für Aufsehen sorgt. Von den fünf jüngsten Podien in der Geschichte der Königsklasse wurden vier in den vergangenen beiden Saisons seit 2019 aufgestellt.

Den Rekord halten seit Brasilien 2019 Verstappen, Sainz und Pierre Gasly mit einem damaligen Durchschnittsalter von 23 Jahren, 8 Monaten und 23 Tagen. Weitere Einträge in den Top 5 sind eben der aktuelle Monaco-GP, Italien 2020 mit Gaslys Sensationssieg vor Sainz und Lance Stroll und Österreich 2019.


Fotostrecke: Top 10: Die jüngsten Formel-1-Podien aller Zeiten

Dazu kommt, dass die Piloten der neuen Generation zahlreiche Erfolge in diversen Nachwuchsserien vorweisen können. Mit Russell, Leclerc und Mick Schumacher gibt es zum Beispiel drei Formel-2-Champions im aktuellen Feld, Norris, Stroll und Esteban Ocon wurden einst unter anderem Formel-3-Europameister.

Gasly gewann mit der GP2 den Vorläufer der Formel 2, Yuki Tsunoda wurde 2020 gleich in seinem Formel-2-Rookiejahr Gesamtdritter. Und selbst Piloten wie Nicholas Latifi oder Nikita Masepin, die nicht als die talentierten Fahrer im Feld gelten, feierten in der Formel 2 Rennsiege. Latifi beendete die Meisterschaft 2019 sogar als Zweiter.

14 Formel-1-WM-Titel im aktuellen Fahrerfeld

"Das Level der Piloten ist in diesem Jahr insgesamt super hoch", erklärt Sainz, der damit aber nicht nur die jungen Piloten meint. Auch Weltmeister Lewis Hamilton, inzwischen 36, fahre auf einem extrem hohen Niveau. "Es ist einfach ein unglaubliches Level", so Sainz, der in Monaco sein drittes Podium in der Formel 1 holte.

Neben Rekordweltmeister Hamilton (sieben WM-Titel) befinden sich mit Sebastian Vettel (vier), Fernando Alonso (zwei) und Kimi Räikkönen (einer) drei weitere ehemalige Champions im Feld. "Ich bin froh, dass ich zusammen mit so vielen talentierten Leuten in der Startaufstellung stehe und mich mit ihnen messen kann", erklärt Sainz.


Surer: Das kann Ferrari besser als alle anderen!

Marc Surer hat eine Theorie, warum Ferrari in Monte Carlo plötzlich siegfähig war - und befürchtet, dass sich das nicht wiederholen wird. Weitere Formel-1-Videos

Das sei ein enormer Ansporn für ihn selbst, weil er dadurch das Gefühl habe, "dass man immer neue Limits finden muss", erklärt er. Wie hoch das Niveau in diesem Jahr ist, das zeigt auch die geringe Fehlerquote im jüngsten Rennen in Monaco. Zwar gab es dort in Training und Qualifying mehrere Unfälle.

Im Rennen selbst flog aber gar kein Fahrer ab, und es gab im Fürstentum in diesem Jahr keine einzige Safety-Car- oder Gelbphase. Sainz dürfte es also ganz treffend formuliert haben: Die Zukunft der Formel 1 scheint in guten Händen zu sein.