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Callum Ilott zuversichtlich für 2022, doch es droht neue Konkurrenz

Callum Ilott glaubt fest daran, im kommenden Jahr ein Formel-1-Cockpit zu bekommen, doch aus der Formel 2 droht neue Konkurrenz

(Motorsport-Total.com) - Callum Ilott befindet sich in der Formel 1 derzeit in der Warteschleife. Nach seiner Vizemeisterschaft in der Formel 2 im vergangenen Jahr fand der Brite im Gegensatz zu seinen Mitstreitern Mick Schumacher, Yuki Tsunoda und Nikita Masepin keinen Platz in der Königsklasse. Ganz raus aus dem Dunstkreis des Paddocks ist er aber nicht. Der 22-Jährige ist Testfahrer bei Ferrari und zudem Ersatzpilot bei Alfa Romeo.

Callum Ilott

Callum Ilott glaubt daran, im kommenden Jahr in der Formel 1 zu fahren Zoom

Zudem sammelt er in einem GT-Programm in dieser Saison Erfahrungen auf der Strecke, da sich ein weiteres Jahr in der Formel 2 nicht realisieren ließ. Trotz dieser für einen Nachwuchspiloten ungewöhnlichen Konstellation ist Ilott fest davon überzeugt, im kommenden Jahr in der Formel 1 zu fahren.

"Ich denke weiterhin, dass ich in einer sehr, sehr guten Position bin", sagt Ilott. Zwar sei die aktuelle Situation nicht optimal, doch er sieht das offenbar entspannt. "Ja, ich muss ein Jahr warten. Andere mussten zwei Jahre warten", merkt er an.

Ilott: Andere mussten länger warten

In der laufenden Formel-1-Saison kam Ilott bereits in den Genuss, den Alfa Romeo an einem Rennwochenende um den Kurs zu steuern. Beim Großen Preis von Portugal in Portimao bekam er eine Einsatzchance im ersten Training. "Der Fokus liegt darauf, den bestmöglichen Job im GT-Auto und bei den Gelegenheiten in den Freien Trainings zu machen, und vielleicht ergibt sich dann eine Gelegenheit", sagt er.


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Hoffnung machen ihm auch die Ergebnisse der drei Rookies im Feld, mit denen er im vergangenen Jahr noch in der Formel 2 gefahren ist. "Ich finde, sie machen einen guten Job und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie enger zusammenrücken. Und für mich ist es dann einfacher zu sagen, 'hey, ich war mittendrin bei den Jungs'", so Ilott.

Bei Alfa Romeo sind beide Cockpits für das kommende Jahr noch zu vergeben, die Verträge von Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi laufen aus. Zumindest ein Platz könnte realistisch betrachtet an einen Nachwuchsfahrer vergeben werden. Doch Ilott droht schon die nächste Konkurrenz.

Rookiesensation Pourchaire eine Gefahr für Ilott?

Denn in der Formel 2 sorgt der junge Franzose Theo Pourchaire für Aufsehen und ist auf bestem Wege, seinen kometenhaften Aufstieg auch in diesem Jahr fortzusetzen. Der 17-Jährige gewann zuletzt als Rookie das Hauptrennen in Monaco, liegt in der Gesamtwertung auf dem dritten Platz - und steht beim Sauber-Team alias Alfa Romeo unter Vertrag.

"Er hat es in den vergangenen zwei, drei Saisons sehr gut gemacht", sagt Teamchef Frederic Vasseur im Podcast 'F1 Nation' über seinen Nachwuchspiloten. Pourchaires Karriere verlief bislang wie im Schnelldurchgang. 2019 gewann er die deutsche Formel-4-Serie, im vergangenen Jahr verpasste er den Titelgewinn in der Formel 3 nur ganz knapp. Und nach nur einem Jahr ging es direkt hoch in die Formel 2.

"Mit 17 ist es sehr hart", verweist Vasseur auf das selbst für Formel-2-Verhältnisse junge Alter seines Landsmannes und attestierte Pourchaire in Monaco einen "Megajob". Kein Wunder: Bei seinem Debüt im Fürstentum holte er sofort die Poleposition und gewann in überlegener Manier das Rennen. Bahnt sich da die nächste Rookiesensation an?

Vasseur über Pourchaire: "Ich liebe das Risiko"

"Es wäre das erste Mal, dass jemand nach drei oder vier Saisons im Formelsport die Formel 2 als Rookie gewinnt. Die Jungs, die die Meisterschaft als Rookie gewonnen haben, waren Charles [Leclerc], Nico Hülkenberg, Nico Rosberg, Lewis [Hamilton], George Russell war auch Rookie. Das ist ein großes Ziel, aber noch sind wir nicht da. Er hat erst ein Rennen gewonnen", warnt Vasseur vor überzogenen Erwartungen.

In der Gesamtwertung liegt Pourchaire 21 Punkte hinter Spitzenreiter Guanyu Zhou. Doch was ist, wenn er doch den Titel gewinnt? Dann nämlich dürfte er kein weiteres Jahr in der Formel 2 fahren. Würde Alfa das Risiko eingehen und Purchaire mit dann 18 Jahren in ein Formel-1-Cockpit setzen? "Ich liebe das Risiko", sagt Vasseur vielsagend dazu. Worte, die auch bei Ilott angekommen sein dürften.

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