powered by Motorsport.com

Brawn: "Ferrari ist immer noch meine Leidenschaft"

Der ehemalige Technische Direktor der Italiener fiebert auch während seiner Auszeit mit Ferrari mit und hat seinen Ex-Arbeitgeber nicht abgeschrieben

(Motorsport-Total.com) - Mit Michael Schumacher gewann Ross Brawn bei Benetton zwei Fahrer-Titel und einmal die Konstrukteurswertung, rund ein Jahr nach dem Deutschen folgte auch der Brite dem Ruf von Ferrari und wechselte 1997 gemeinsam mit Chefdesigner Rory Byrne zu dem Traditionsrennstall, wo man aber noch bis in das neue Jahrtausend warten musste, bis man erneut den Fahrertitel gewinnen konnte.

Ross Brawn

Brawn will mit aufgeladenen Akkus 2008 wieder in die Formel 1 zurückkehren

Mit dem Rücktritt von Michael Schumacher entschied sich Ross Brawn zwar nicht für den Rücktritt, aber der Brite wollte eine Auszeit von einem Jahr einlegen, um sich unter anderem seinen Hobbies - dem Fliegenfischen und Rosenzüchten - zu widmen. Im kommenden Jahr will er wieder am Kommandostand sitzen - in welcher Funktion und bei welchem Team, das ist noch unklar.#w1#

"Meine Leidenschaft gilt natürlich immer noch Ferrari", wird Brawn von 'PA Sports' zitiert, der zwischen 1999 und 2004 mit der Scuderia sechs Konstrukteurstitel gewinnen konnte. Er sei "erleichtert" gewesen zu sehen, wie erfolgreich das Team auch ohne ihn in die neue Saison startete: "Aber sie haben etwas an Schärfe verloren und ich denke, dass sie sich neu fokussieren müssen."

Man spreche jedoch nur von "Bruchteilen" und das Team sei mit Felipe Massa und Kimi Räikkönen in der Lage, wieder zurückzuschlagen. Schon in Indianapolis seien die Rundenzeiten des Finnen stark gewesen, er habe lediglich nach einem mäßigen Qualifying auch noch einen schlechten Start gehabt: "Und das ist das, was den Unterschied zwischen Gewinnen und Verlieren ausmacht."

Die "Sensation des Jahres" ist in Brawns Augen hingegen Formel-1-Neuling Lewis Hamilton, den er schon zu GP2-Zeiten hoch eingeschätzt hat: "Es sah oft aus, als hätten die anderen nicht das gleiche Auto wie er. Er ließ sie alt aussehen." Es sei "fantastisch", wie der 22-Jährige in der Formel 1 unterwegs sei und interessant, wie Fernando Alonso auf den Druck des jungen Briten reagieren wird.

Brawn selbst wird die Entscheidung über seine Zukunft frühestens im Spätsommer treffen - er hat sich dazu entschieden, auf keinen Fall davor darüber nachzudenken: "Kommenden Monat werde ich ein Gespräch und ein paar Diskussionen mit Ferrari haben."

Er wisse lediglich bereits, dass er nicht in seine ursprüngliche Funktion bei Ferrari zurückkehren möchte: "Aber es könnte innerhalb des Rennteams oder Teilen der Ferrari-Gruppe ein paar neue Möglichkeiten geben."

Rennleiter Jean Todt möchte sich Ende des Jahres ganz um seine Aufgabe als Chef der Autosparte widmen und würde am liebsten Michael Schumacher mit seiner Rolle betrauen - doch der Deutsche hat keine Lust auf diesen anstrengenden Job. Also könnte man Ross Brawn als neuen Rennleiter verpflichten.

Für den Ingenieur ist Ferrari nach wie vor die erste Wahl, doch sollte man sich nicht einig werden, wird Brawn kein Problem haben, einen neuen Job zu finden. Honda hat zum Beispiel offiziell Interesse an Brawns Diensten angemeldet.