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Bernie Ecclestone: Im Herzen ein echter Schweizer

Bernie Ecclestone bezeichnet den Euro als "dumme Währung", die vor allem Deutschland hilft, und spricht über seine enge Beziehung zur Schweiz

(Motorsport-Total.com) - In einem Interview mit der 'Handelszeitung' überrascht der ehemalige Formel-1-Boss Bernie Ecclestone mit einem Geständnis: "Ich betrachte die Schweiz mehr als meine Heimat als Großbritannien", sagt der 87-Jährige, der eigenen Angaben zufolge "seit über 30 Jahren" eine Niederlassungsbewilligung C für die Schweiz besitzt.

Bernie Ecclestone

Bernie Ecclestone hat seit 30 Jahren ein Anwesen in der Schweiz Zoom

Ecclestone lebt derzeit vor allem in London, wo er immer noch Immobilien besitzt, und, gemeinsam mit seiner Ehefrau Fabiana, auf einer Ranch in Brasilien. Zur Schweiz hat er aber seit Jahren einen engen Bezug. Unter anderem hat er im Jahr 2012 in einem Chalet in Gstaad Fabiana geheiratet. Sein Trauzeuge war Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

Trotzdem sieht er "keine Notwendigkeit für einen Schweizer Pass. Aber was klar ist: Ich bewundere dieses Land und bin begeistert, wie die Schweiz politisch geführt wird."

Darüber, eines Tages vielleicht Bürgermeister von Gstaad zu werden, habe er aber "noch nicht nachgedacht. Immerhin habe ich mich oft für die Schweiz und Gstaad starkgemacht. Ich kann Ihnen verraten, dass ich das Domizil der Formula One Group einst von London nach Gstaad oder Genf holen wollte."

Apropos London: In der britischen Hauptstadt gibt es gerade massive Proteste aus der Bevölkerung gegen den geplanten Austritt aus der Europäischen Union (Brexit). Das kann Ecclestone nicht nachvollziehen: "Ich setzte mich bei der Abstimmung persönlich ein, und zwar für einen Austritt aus der EU", bekennt er. "Es hat keinen Sinn, dass in Brüssel ständig neue Vorschriften erfunden werden, an die sich England halten muss."


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Außerdem sorgt er in dem Interview wieder einmal für eine kleine Kontroverse, indem er den Euro als "Fehlkonstrukt" und sogar "dumme Währung" bezeichnet: "Wie kann man einen Währungskreis haben mit Ländern, deren Hauptprodukt der Sonnenschein für Touristen ist - und gleichzeitig haben wir Länder wie Deutschland mit einer riesigen industriellen Macht? Diese ganz unterschiedlichen Regionen sollen im selben Währungsraum sein?"

Das ist eine Rechnung, die "nie" aufgehen kann, findet der Milliardär und schlägt sich damit auf die Seite vieler Rechtspopulisten Europas, die die gleiche Meinung vertreten.

Interessanterweise sieht er in der Euro-Diskussion einen großen Gewinner: Deutschland. Denn die Bundesrepublik, argumentiert Ecclestone, kann "dank einer vergleichsweise schwachen Währung auf Teufel komm raus exportieren".

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