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  • 28.10.2016 · 21:09

  • von Roman Wittemeier

Bernie Ecclestone: Ferrari-Teamchef braucht Unterstützung

Bernie Ecclestone braucht ein starkes Ferrari-Team für eine gute Vermarktung der Formel 1: Teamchef Maurizio Arrivabene soll in Maranello entlastet werden

(Motorsport-Total.com) - Ferrari nimmt im Gefüge der Formel 1 eine ganz besondere Position ein. Die Italiener, die seit dem Start der Weltmeisterschaft im Jahr 1950 in jeder Saison in der Startaufstellung standen, bekommen unter anderem auf politischer und finanzieller Seite zahlreiche Zugeständnisse. Für Formel-1-Boss Bernie Ecclestone gilt die Formel: Geht es Ferrari gut, geht es auch der Formel 1 gut. Das war allerdings zuletzt nicht mehr der Fall.

Maurizio Arrivabene

Der Druck auf Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene ist enorm hoch Zoom

Die Mannschaft aus Maranello wartet nunmehr schon seit 2007 auf einen Titelgewinn. Man wechselte viel Personal aus, tauschte unter anderem den Teamchef mehrfach und holte Sebastian Vettel an Bord in der Hoffnung, der Deutsche könne eine Trendwende herbeiführen wie es einst mit Michael Schumacher gelungen war. Doch Erfolge bleiben dennoch aus. Zur aktuellen Saison 2016 wollte Ferrari das bislang dominante Mercedes einholen. Das Gegenteil passierte: Man liegt nun sogar hinter Red Bull nur auf Rang drei.

Viele Beobachter bemängeln die Stimmung und die Struktur bei den Italienern. Man arbeite eher gegeneinander als miteinander, man schiebe sich die Verantwortung je nach Situation immer wieder gegenseitig zu. Die verschärfte Lage führte in den vergangenen Monaten unter anderem dazu, dass der ansonsten immer entspannt-lässige Teamchef Maurizio Arrivabene mehrfach die Nerven verlor und in der Öffentlichkeit ungewohnt giftig auftrat. Der Druck ist enorm hoch.

"Ferrari hat eigentlich alles beisammen, um Titel gewinnen zu können, von den Fahrern bis hin zur Technikabteilung", wird Bernie Ecclestone von der 'Gazzetta dello Sport' zitiert. "Wir sprechen also wohl eher über ein Problem im personellen Bereich. Es gab eine ähnliche Situation, als ich Ferrari damals vorgeschlagen habe, Jean Todt an Bord zu holen." Die Zusammenarbeit von Teamchef Jean Todt, Technikguru Ross Brawn und Pilot Michael Schumacher brachte den Roten goldene Jahre.

"Das war damals gar nicht so einfach", erinnert sich Ecclestone an die frühen 1990er-Jahre. "Sie wollten immer lieber einen italienischen Chef. Aber ich glaube, genau an dieser Stelle hapert es auch jetzt wieder. Ich sage nicht, dass man Arrivabene ablösen sollten, aber ich bin der Ansicht, dass man ihm jemanden zur Seite stellen sollte, der ihn im Tagesgeschäft entlastet."

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