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Berger "sehr unglücklich" über Red-Bull-Ausstieg

Toro-Rosso-Teilhaber Gerhard Berger ist enttäuscht über den angekündigten Rückzug von Red Bull, will sich nun einen neuen Partner suchen

(Motorsport-Total.com) - Ab 2010 sind Kundenteams in der Formel 1 definitiv nicht mehr erlaubt, weshalb sich Dietrich Mateschitz dazu entschlossen hat, seinen 50-Prozent-Anteil an Toro Rosso zu verkaufen und sich voll und ganz auf Red Bull Racing zu konzentrieren. Damit muss Toro Rosso mittelfristig aufrüsten, weil man nicht mehr wie bisher das Chassis einfach von Red Bull Technology beziehen kann.

Gerhard Berger

Gerhard Berger trat heute am Sepang International Circuit vor die Presse Zoom

Mateschitz' Partner Gerhard Berger ist "sehr unglücklich" über die Red-Bull-Entscheidung, "denn ich hatte einen großartigen Partner und würde diesen Partner auch in Zukunft in der Formel 1 brauchen. Aber wenn Didi nicht mehr weitermachen will, dann muss ich schauen, was meine Möglichkeiten mit dem Team sind." Prinzipiell habe er Verständnis für den angekündigten Ausstieg, schließlich sei die Formel 1 eben ein teures Business, gerade mit zwei Teams.#w1#

Mateschitz steigt aus der Ösi-Achse aus

"Didi hat sich um die finanzielle Seite gekümmert, ich um die sportliche." Gerhard Berger

"Als wir unsere Partnerschaft mit Toro Rosso eingegangen sind, hatten wir das klare Ziel, das Team aus der letzten Reihe ins Mittelfeld zu bringen", gab Berger zu Protokoll. "Wir wollten ein effizientes, gutes Team aufbauen. Wir haben auch unsere Aufgaben geteilt: Didi hat sich um die finanzielle Seite gekümmert, ich um die sportliche - und Franz Tost hat uns als Teamchef geholfen." Dieses Triumvirat wird nun zum Duo degradiert, wenn auch nicht mehr 2008, wie es offiziell heißt.

Mateschitz hat nämlich angekündigt, dass er nicht hinter sich die Sintflut einbrechen lassen will, sondern er wünscht sich einen sauberen Übergang. Sprich: Red Bull steigt aus, hilft aber Berger davor noch bei der Suche nach einem neuen Partner. Berger möchte nämlich seine 50 Prozent behalten, wenn auch nicht um jeden Preis. Aber sollte jemand daherkommen, der das Team gesund weiterführen kann, dann würde der Österreicher wohl an Bord bleiben.

"Mir geht es nicht ums Geld", stellte Berger klar. "Meine Leidenschaft ist der Rennsport. Ich will mit dem Team in der Formel 1 bleiben." Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Ressourcen weiterhin vorhanden sind, um konkurrenzfähig abschneiden zu können. Ein Umzug aus Faenza kommt dabei nicht in Frage: "Die Leute sind unser wertvollstes Gut, und unsere Leute wohnen alle im Raum um Faenza. Toro Rosso wird eine italienische Firma bleiben."

Berger geht auf Brautschau

"Tariko hat mit allen gesprochen, auch mit Force India." Gerhard Berger

Der 48-Jährige ist bereits auf Brautschau, hat nach Australien den russischen Milliardär Roustam Tariko eingeladen, der sich schon seit Jahren dafür interessiert, ein Formel-1-Team zu kaufen. Berger behauptet zwar, er habe nur einem alten Freund ein paar Eintrittskarten verschafft, aber wir behalten es uns vor, diese Geschichte nicht zu glauben. Berger: "Er wäre ein toller Sponsor, die suchen wir ja immer. Aber er hat mit allen gesprochen, auch mit Force India."

Dann ist da auch noch Tony Teixeira, der Chef der A1GP-Serie, der über seinen Ferrari-Deal - Toro Rosso steht ja noch bis inklusive 2009 als Ferrari-Kundenteam unter Vertrag - Zugang zu Berger bekommen könnte. Bisher haben aber noch keine Gespräche stattgefunden: "Ich kenne Teixeira nicht, habe nie mit ihm gesprochen. Ich weiß, dass er mal interessiert war, aber mehr kann ich dazu nicht sagen", so Berger.

Er selbst kann sich nicht vorstellen, die restlichen 50 Prozent aufzukaufen ("Dafür habe ich nicht genug Geld!"), also wäre das naheliegendste eine Partnerschaft mit einem Automobilhersteller. Auch wenn es offiziell immer dementiert wird: Es ist kein Geheimnis, dass es bei Volkswagen Stimmen gibt, die sich einen Formel-1-Einstieg wünschen - und als bekannt wurde, dass Toro Rosso zum Verkauf steht, dürfte auch bei VW-Sportchef Kris Nissen das Telefon geklingelt haben...

Berger rechnet nicht mit Volkswagen

Sebastian Vettel und Dietrich Mateschitz

Dietrich Mateschitz mit seinem Toro-Rosso-Wunderknaben Vettel Zoom

Aber Berger ist davon überzeugt, dass diese Option momentan nicht auf dem Tisch liegt: "Man kann von verschiedenen Chancen träumen, klar, aber solche Unternehmen sind einfach an einem bestimmten Punkt bereit und kommen - die kann man nicht dazu überreden", so der Toro-Rosso-Boss. "Außerhalb der Formel 1 gibt es keine Hersteller, die einsteigen wollen, und die, die schon drin sind, sind fest vergeben."

Für das Übergangsjahr 2008 muss er sich jedenfalls keine Sorgen machen, denn sein Freund Mateschitz wird wohl so lange als Sponsor an Bord bleiben, wie es notwendig ist. Darauf verlässt sich Berger: "Ich kenne Didi, er wird uns nicht im Stich lassen", sagte der zehnfache Grand-Prix-Sieger. "Er hat ja gesagt, dass er nur verkaufen wird, wenn das Team gleich gut oder besser dran wäre als jetzt. Und was er sagt, hat normalerweise Hand und Fuß."

Eines sei in diesem Zusammenhang allerdings auch erwähnt: Mateschitz hat seine Verkaufsabsichten in einem Interview mit den Kollegen von 'Motorsport aktuell' kommuniziert, ohne Berger vorher davon in Kenntnis zu setzen - nicht gerade die feine englische Art. Das passt aber nur allzu gut ins derzeit etwas verworrene Bild der Red-Bull-Motorsportabteilung, denn im Zuge der Beurlaubung von Günther Steiner aus dem NASCAR-Team gibt es ja auch einiges an Konfusion...

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