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Berger: "Renault hat Motorenentwicklung verschlafen"

Der ehemalige Formel-1-Pilot Gerhard Berger kritisiert Motorenhersteller Renault scharf - Red Bull sieht er aber trotzdem schon bald wieder im Favoritenkreis

(Motorsport-Total.com) - Kurz vor dem Start der neuen Formel-1-Saison in Melbourne sieht der frühere Formel-1-Pilot und ehemalige Teamchef Gerhard Berger das Weltmeisterteam Red Bull wegen der anhaltenden Probleme noch nicht im Kreis der Favoriten. Hauptgrund dafür sei der neue Renault-Antrieb, der Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo bei den Testfahrten massiv einbremste.

Gerhard Berger

Gerhard Berger holte 1997 seinen letzten Sieg in der Formel 1 mit einem Renault-Motor Zoom

"Renault hat die Entwicklung in der Motorenabteilung aus irgendeinem Grund verschlafen", so Bergers drastische Worte in einem Interview mit der 'APA'. Der zehnmalige Grand-Prix-Sieger (letzter Sieg in Hockenheim 1997 mit Renault-Power) nimmt die Franzosen nun in die Pflicht: "Sie haben ausreichend Erfahrung und Ressourcen. Renault ist ein Autohersteller, der reagieren kann und muss."

Ein großes Lob spricht Berger dafür Mercedes aus: "Mercedes ist in der Motorenabteilung am kompromisslosesten. Es war auch in den letzten Jahren schon der beste Motor. Red Bull war zwar viermal Weltmeister, da war der Beitrag von Newey und Vettel aber sehr groß. Dieses Jahr hat Mercedes den mit Abstand besten Motor. Bei Mercedes steht der ganze Antriebsstrang auf einmal auf dem Prüfstand. Da sind sie der Konkurrenz voraus, weil sie auch mehr Geld investieren."


Fotos: Mercedes, Testfahrten in Sachir


Die Favoritenrolle ist, zumindest für das erste Rennen in Melbourne, in Bergers Augen klar vergeben: "Es ist allgemein bekannt, dass Mercedes einen guten Job gemacht hat, was den Antriebsstrang betrifft. Sie sind viel gefahren, auch gute Rundenzeiten. Die Mercedes-Teams sind von Motor und der Elektronik her am besten aufgestellt. Danach kommt Ferrari, dann Renault. Die sind kaum gefahren und haben Probleme. Nach drei Rennen wird Red Bull aber wieder da sein."

Seine Zuversicht im Hinblick auf das österreichische Team zieht Berger aus der Vergangenheit: "Die Überhitzung zeigt, dass Adrian Newey wieder am Limit gebaut hat. Zu Beginn haben seine Autos immer mit Überhitzung zu kämpfen gehabt. Manchmal war das nach einem Rennen behoben, manchmal nach fünf, manchmal nach einer halben Saison. Wenn es aber einmal funktioniert, wenn er kommt, dann fährt er um alle anderen Kreise." Diesen Trend gab es unter anderem in der Saison 2012. Damals konnte Vettel nur eins der ersten 13 Rennen gewinnen. Anschließend legte er jedoch eine Serie von vier Siegen am Stück hin und wurde am Ende doch noch Weltmeister.

"Wenn der Red Bull einmal funktioniert, dann fährt er um alle anderen Kreise." Gerhard Berger

Berger ist sich sicher: "Red Bull hat das gleiche Team und die notwendigen Ressourcen. Schlussendlich werden sie wieder vorne dabei sein. Sie werden um die WM mitfahren." Im Sinne der Spannung sei es außerdem "ganz sympathisch, wenn ein vierfacher Weltmeister auch einmal Feuer am Dach hat. (...) Dieser Druck ist aber auch wichtig. Er zeigt, dass die Formel 1 ein konkurrenzfähiges Feld hat. Wie ich Dietrich Mateschitz kenne, liebt er diese Herausforderung. Er wird die Mannschaft antreiben."

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