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Behring: "Wir wollen Arrows nur helfen"

Oliver Behring, Geschäftsführer der 'German Grand Prix Racing GmbH', stellt im 'F1Total.com'-Interview falsche Medienberichte klar

(Motorsport-Total.com) - Nach Monaten des Zitterns nimmt die Zukunft des Arrows-Teams in der Formel 1 klarere Strukturen an. Am 31. Oktober unterzeichnete Oliver Behring als Geschäftsführer der neu gegründeten 'German Grand Prix Racing GmbH' einen Kaufvertrag mit den Anteilseignern des Arrows-Teams: "Der erste Schritt ist getan", meint Behring im 'F1Total.com'-Interview und zeigt sich sehr optimistisch, dass das Team 2003 wieder am Start sein wird: "Die FIA überprüft bis Anfang Dezember natürlich alles, das kann ich sehr gut verstehen. Wenn sie ihre Untersuchung abgeschlossen haben, werden sie beruhigt sein. Dann ist Arrows am Start."

Arrows

Der Vertrag ist unterschrieben, die Arrows-Zukunft sieht besser aus Zoom

Araber steigen ein ? Behring bleibt an Bord

60 Prozent hat sich die in Bremen ansässige GmbH am Arrows-Rennstall gesichert, die restlichen 40 Prozent gehören Tom Walkinshaw. In einem nächsten Schritt werden "die Araber", wie Behring den unbekannten Investoren nennt, 90 Prozent der GmbH übernehmen, die restlichen 10 Prozent bleiben in der Hand von Behring, der "keine 5 Millionen Euro vorgeschossen" hat, wie vermeldet worden war, sondern "lediglich die notwendigen Garantien" für das Zustandekommen des Geschäfts gegeben hat und dafür Anteile behalten darf. "Alle Details sind zwischen den Beteiligten vernünftig abgeklärt worden."

'German Grand Prix Racing' bleibt Arrows-Hauptanteilseigner

"Es war wegen diversen Gründen notwendig, dass wir bis zum 31. Oktober einen Vertrag abschließen", erklärt Behring. "Es ging dabei nicht um das Geld sondern darum, dass ein Vertrag fixiert wird. Dies war auch der Grund, warum ich die 'German Grand Prix Racing GmbH' gegründet habe. Diese wird auch nicht liquidiert, wie geschrieben wurde. Sie bleibt weiterhin bestehen und wird künftig der Hauptanteilseigner von Arrows bleiben.

Hintermänner bleiben unbekannt

"Sehr sauer" stieß Oliver Behring ein Bericht der 'Welt am Sonntag' auf, in dem viele fragwürdige Fakten verbreitet wurden, die ihn "arg enttäuschten": "Der Name des Scheichs ist definitiv nicht richtig", dementiert Behring, dass der Chef der Fluggesellschaft 'Emirates' sich bei seiner GmbH einkaufen wird. Die in dem Artikel genannten Summen "kommen nicht von mir". Er könne die genannten Beträge aber "weder dementieren noch bestätigen".

Formel 1 als Image-Politur für den Scheich

Verdreht wurde der Sachverhalt wiedergegeben, wonach Behring das Geschäft eingehe, um sich einen Imagevorteil zu verschaffen, dies sei jedoch nicht der Fall: "Die Frage wurde in Bezug auf den Scheich gestellt, warum dieser überhaupt dieses Geschäft eingeht. Hier geht es nicht um den reinen Gewinn-Gedanken, er hat andere Gründe. Für den Scheich ist es hauptsächlich eine Image-Frage ? jedoch nicht für mich. Ich bin eine kleine Firma und möchte in diesem Zusammenhang gar nicht auftauchen. Der Imagegewinn interessiert mich nicht."

Über die Information der 'Welt am Sonntag', wonach der Vertrag 25 Seiten habe, hat sich Behring ebenfalls gewundert: "Ich habe wirklich keine Ahnung, woher diese Information stammen. Den Vertrag hat abgesehen vom Kurier kein Mensch gesehen. Nicht einmal ich weiß spontan, wie viele Seiten er umfasst. Ich finde es frech, dass so etwas geschrieben wird."

Tom Walkinshaw bleibt an Bord

Tom Walkinshaw wird als Anteilseigner seines Teams auch in Zukunft die Fäden in der Hand halten: "Mir war immer wichtig, dass Tom Walkinshaw als Person Entscheidungsträger im Team bleibt. Für mich ist es gar kein Thema, 100 Prozent von Arrows zu übernehmen. Wir sind eine kleine Firma in Bremen, die 'normale' Geschäfte macht und wir können einen Rennstall gar nicht leiten. Ich habe diesbezüglich gar keine Ahnung, da sind mir solche Leute wichtig. Ich halte rein fachlich von Walkinshaw sehr viel. Ich weiß, dass er zudem bei der FIA einen guten Namen hat."

Behring: Leidenschaftlicher Formel-1-Fan

Einen Oliver Behring als Teamchef wird man in Zukunft also nicht sehen: "Ich werde aber in die Vorstandsversammlung eintreten, werde jedoch nicht auf irgendwelche operativen Abläufe Einfluss nehmen. Jedoch habe ich ein Mitspracherecht. Wenn jetzt zum Beispiel das Team einen Alex Yoong für das Gehalt eines Michael Schumachers verpflichten wollte, dann würde ich mein Veto einlegen und das kann ich auch tun."

Dennoch kann es sich der 37-Jährige vorstellen, an der Boxenmauer zu sitzen ? dann aber wirklich nur als Anteilseigner und Zuschauer: "Ich bin Geschäftsmann aber gleichzeitig auch leidenschaftlicher Formel-1-Zuschauer, seitdem Michael Schumacher in der Formel 1 ist. Mir würde es wirklich unheimlich viel Spaß machen, an der Boxenmauer zu sitzen und mir das anzuschauen. Aber das sind zwei paar verschiedene Schuhe ? auf der einen Seite der private Oliver Behring und auf der anderen Seite der Geschäftsmann Oliver Behring. Das lässt sich natürlich miteinander verbinden. Aber das Geschäftliche steht vorne und der Platz an der Boxenmauer ist nicht der Grund für mein Geschäft, das wäre eine teure Eintrittskarte?"

Arrows bleibt Arrows

Für die Zuschauer und Fans wird sich in der kommenden Saison nicht sehr viel ändern: "Das Team wird natürlich nicht mehr Orange Arrows heißen, aber der Name Arrows bleibt bestehen", so Behring. "Wir wollen uns hier nicht wichtig tun, wir wollen Arrows nur helfen." Mit der Unterschrift unter dem Vertrag ist der erste Schritt hierzu vollzogen: "Ein Geschäft ist natürlich dann noch nicht abgeschlossen, wenn die Tinte trocken ist. Da passiert hinter den Kulissen schon noch einiges. Danach wird Arrows aber im Endeffekt starten."

Walkinshaw und die FIA-Garantie

Dafür konnte sich Arrows-Teamchef Tom Walkinshaw vom Motorsportweltverband FIA bereits wichtige Garantien einholen: "Es ging hier vor allem um das Concorde-Agreement, dass bei der Beteiligung an den Einnahmen aus dem Verkauf von Fernsehrechten quasi alles beim Gleichen bleibt. Das wird alles viel spektakulärer dargestellt, als es eigentlich ist."

Lizenz-Verlust sehr unwahrscheinlich

Behring schließt gleichzeitig aus, dass Arrows die Formel-1-Lizenz verlieren könnte, damit als neues Team einsteigen müsste und somit eine rund 48 Millionen Euro Sicherheitszahlung fällig wäre: "Wenn dem nicht so sein sollte, dann wird das Geschäft natürlich liquidiert werden. Es ist unsinnig, einen Betrag (knapp 50 Millionen Euro; d. Red.) zu zahlen und dann noch einmal 48 Millionen draufzulegen. Aber ich gehe davon aus, dass dem nicht so ist. Wir bewegen uns immer noch im Reglement der FIA, natürlich am Rande, das ist mir klar", bezieht sich Behring auf die ausgelassenen Rennen der vergangenen Saison.

Verhalten der FIA für Behring "unverständlich"

Wenig positive Erfahrungen hat der frisch gebackene Formel-1-Teambesitzer bisher mit der FIA gemacht: "Auf der einen Seite will die FIA, dass möglichst alle Teams an den Start gehen, auf der anderen Seite kommt aber keiner auf die Idee, mich einmal anzurufen. Warum gibt es keinen Kontakt, das verstehe ich nicht. Es ist mir unmöglich, Kontakt aufzunehmen. Hier geht es um eine Firma, um mehrere Angestellte, da könnte man sich ruhig mal erkunden. Ich empfinde das als arrogant. Warum beschwert sich Niki Lauda in aller Öffentlichkeit über Walkinshaw? Warum ruft er mich nicht einfach einmal an?

Personalverlust "tut weh"

Noch steht Arrows ohne Fahrer, Hauptsponsor und Motorenpartner da, viele wichtige Teammitglieder sind zur Konkurrenz gewechselt, doch Behring sieht das relativ gelassen: "Ich sehe da nicht schwarz, denn ich bin von Natur aus ein optimistischer Mensch. Einige Leute sind gegangen, das ist richtig und das tut auch weh. Diese lassen sich aber ersetzen."

Dass Arrows vermutlich mit dem Vorjahresauto an den Start gehen muss, stellt für Behring kein Problem dar: "Klar entwickeln die anderen Teams schon ihre neuen Autos, aber auf der anderen Seite fährt McLaren-Mercedes auch erst später mit dem neuen Auto. Für mich ist das Arrows-Chassis immer noch eines der innovativsten in der Formel 1 und hat viel Raum für Verbesserungen."

Fahrer- und Motorenfrage muss warten

Die Frage nach den Fahrern und Motoren beantwortet der Deutsche wie folgt: "Hier kann erst eine Entscheidung getroffen werden, wenn alles in trockenen Tüchern ist, das ist ja auch bei den anderen Teams so, da werden die Verträge erst gegen Ende des Jahres fixiert. Beim Motor gibt es verschiedene Varianten. Das naheliegendste ist natürlich Cosworth. Wenn Niki Lauda sein Geld bekommt, dann wird er weiterliefern. Das wäre die einfachste Variante. Ein Motor zu bekommen, ist sicherlich nicht das Problem."

"Was die Fahrer angeht, so kann ich nicht viel sagen. Dass ich aber unbedingt einen deutschen Fahrer möchte, ist Blödsinn. Es gibt ja außerdem kaum gute deutsche Fahrer, ich kann ja nicht einen einfach von der Kart-Strecke holen. Wir können auch hier erst Verträge unterschreiben, wenn alles fix ist. Ich bin aber recht optimistisch, es gibt in allen Richtungen intensive Gespräche. Enrique Bernoldi ist auf Grund seiner Vergangenheit im Team sicherlich ein Thema. Er ist ein guter Fahrer, nicht der Schnellste im Qualifying jedoch recht konstant im Rennen. Aber es stehen auch andere Fahrer zur Verfügung. Das ist auch nicht mein Job sondern jener von Arrows."

Noch kein Kontakt zu 'Red Bull'

Arrows-Sponsor 'Red Bull' hat sich bisher auch noch nicht bei Behring gemeldet, Behring will die Gespräche mit dem Energiegetränkehersteller selbst aufnehmen, wenn alles in trockenen Tüchern ist. Eine Übernahme von Anteilen kommt im Moment nicht in Frage: "Das wollte man vor meiner Zeit machen, hat aber nicht geklappt, weil sich wohl Anteilseigner Morgan Grenfell quer gestellt hatte, wie ich gehört habe. Aber als Sponsor für 2003 ist 'Red Bull' auf jeden Fall ein Thema."

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