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Barcelona-Vertrag endet: Gerüchte um Rennen in Madrid

Führen die politischen Unruhen in Katalonien dazu, dass der Grand Prix nach Madrid übersiedelt? Das würde gut zur urbanen Strategie von Liberty passen ...

(Motorsport-Total.com) - Seit 1991 fährt die Formel 1 ununterbrochen auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya, doch nach dem Rennen 2019 läuft der aktuelle Vertrag für den Grand Prix von Spanien (Formel 1 2018 live im Ticker) aus. Die Verhandlung neuer Konditionen mit Rechteinhaber Liberty Media könnte sich als schwierig gestalten. Und zwar aus zwei Gründen.

Paddock in Barcelona

Der Vertrag für das Rennen in Barcelona läuft Ende nächsten Jahres aus Zoom

Erstens: Liberty drängt weg von klassischen, "langweiligen" Rennstrecken - hin in den urbanen Raum. Wenn Miami, Hanoi, Paris und Berlin nur der Anfang einer Neuausrichtung sein sollen, müssen irgendwo bestehende Grands Prix dranglauben. Da fallen einem Kandidaten wie Barcelona oder Hockenheim zuerst ein. Denn an den echten Klassikern wie Monza oder Spa-Francorchamps möchte Liberty nicht rütteln.

Zweitens: Die Region Katalonien kämpft um ihre Unabhängigkeit von Spanien. Zuletzt gab es rund um Barcelona ernsthafte politische Unruhen, und der ehemalige katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont wurde in Deutschland zunächst festgenommen und dann wieder auf freien Fuß gesetzt. Es herrschen chaotische Umstände.

Eine unmittelbare Konsequenz könnte sein, dass die spanische Regierung den Katalanen ihre regionalen Budgettöpfe streicht - aus denen auch der Grand Prix von Spanien in Barcelona finanziert wird. Stattdessen, so heißt es, könnte man sich um eine Verlegung des Events nach Madrid bemühen.

Aber Vicenc Aguilera, der Präsident des Circuit de Barcelona-Catalunya, macht sich deswegen keine Sorgen: Ob eine Regierung nun rechts oder links sei, sei "völlig egal", erklärt er im Interview mit 'Motorsport-Total.com'. Denn während der Grand Prix eine dauerhafte spanische Institution sei, wechseln Regierungen alle paar Jahre.

An einen Wechsel nach Madrid "glaube ich nicht", sagt Aguilera: "Ich halte das nicht für ein starkes Projekt. Meines Wissens gibt es kein Team, das für ein Rennen in Madrid kämpft. Aber ich bin mir sicher, dass es in Madrid einzelne Leute gibt, die sich einen Grand Prix wünschen würden."

"Wenn wir aber logisch an die Sache herangehen, ergibt ein Grand Prix in Barcelona viel mehr Sinn. Ich werde jedenfalls dafür kämpfen, den Grand Prix weiterhin hier auszutragen", betont er.

Gleichzeitig bekräftigt Formel-1-Boss Chase Carey, dass man eine Vertragsverlängerung verhandeln möchte: "Wir müssen uns in den nächsten Monaten anschauen, wie wir eine Vereinbarung erzielen, die für uns funktioniert. Denn wir schätzen unsere Beziehung zu Spanien und den spanischen Fans sehr. Es ist ein Land mit einer großen Geschichte in diesem Sport. Daher ist es natürlich unser Ziel, weiterhin in Spanien zu fahren."

Chase Carey

Chase Carey möchte grundsätzlich gern in Spanien bleiben mit der Formel 1 Zoom

Zur Liberty-Strategie der Erschließung urbaner Räume würde freilich ein Stadtrennen in Madrid viel besser passen. Andererseits ist ein vergleichbares Projekt in Valencia vor ein paar Jahren spektakulär gescheitert. Beides hat Für und Wider.

Zur politischen Situation in Spanien gibt Liberty jedenfalls keinen Kommentar ab: "Ich bin nicht nahe genug dran, um alles zu verstehen", gibt sich Carey diplomatisch. "Ich lese die Zeitungen und schaue Nachrichten, aber das ist auch schon alles. Ich weiß schon, was ungefähr passiert. Aber die Welt ist heutzutage ein sehr komplizierter Ort."

Übrigens: Noch bevor Ende 2019 der Vertrag für den Grand Prix von Spanien ausläuft, enden bereits 2018 die Verträge von Spa-Francorchamps und Suzuka. Und, zumindest laut Informationen von 'Motorsport-Total.com', auch jener von Hockenheim.

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