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  • 24.06.2017 · 22:49

  • von Dominik Sharaf

Baku toppte Montreal: Hamilton nach Senna-Rekord hungriger

Warum der Mercedes-Fahrer im Qualifying von Baku kaum an seine Fabelzeit glaubte und alles auf eine Karte setzte - Hamilton hält seine Pole-Runde für "perfekt"

(Motorsport-Total.com) - Mercedes-Star Lewis Hamilton ist überzeugt, dass ihm mit seinem finalen Versuch im Qualifying zum Aserbaidschan-Grand-Prix die "perfekte Runde" gelungen sei. Zwei Wochen nach seinem Husarenritt zur Pole-Position in Kanada, der ihn nach ersten Startplätzen mit seinem Idol Ayrton Senna gleichziehen ließ, vergleicht der Brite: "Meine letzte Runde in Montreal war etwas Besonderes, aber diese hat sie noch getoppt." Es sei kein Sekundenbruchteil mehr herauszuholen gewesen.

Lewis Hamilton, Davide Valsecchi

Hamilton hatte allen Grund sich zu freuen: Die Pole-Runde sei "perfekt" gewesen Zoom

Trotz des Druckmoments, nach verpatztem ersten Versuch keine optimale Zeit auf der Habenseite zu wissen und gegen den starken Teamkollegen Valtteri Bottas anzutreten, wollte er das Limit ausreizen. "Von Zeit zu Zeit nimmt man es sich vor, aber man holt doch nicht alles heraus", räumt Hamilton ein. Doch am Samstag ging er keine Kompromisse ein, obwohl die Vorzeichen alles andere als optimal war. Die verbleibende Sessionzeit ließ nur noch eine, keine zwei Aufwärmrunden zu.

Eine Herangehensweise, die Mercedes erst favorisiert, im Laufe der Trainings aber verworfen hatte: "Wir haben es das Wochenende über versucht, aber es war unmöglich. Wir hatten sogar mit mehreren Runden Probleme", meint Hamilton über Schwierigkeiten, die Reifen auf Temperatur zu bringen. Er ist sicher, dass sich eine positive Einstellung bezahlt gemacht hätte: "Es war unwahrscheinlich, aber wir haben es hinbekommen. Ich bin die Sache einfach sehr hoffnungsvoll angegangen."

Auch nachdem er mit 66 Pole-Positions auf dem ungeteilten zweiten Rang der ewigen Bestenliste liegt, will er noch mehr: "Es ist verrückt, dass ich noch immer scharf auf eine weitere Pole bin. Ich dachte, sobald ich mit ihm gleichgezogen hätte, würde der Hunger nachlassen, aber ich habe mehr Appetit als jemals zuvor", spielt er auf die Senna-Marke an. "Dafür bin ich dankbar, denn das treibt mich an. Hoffentlich wachse ich weiter und werde besser - als Fahrer und als Mensch." Vielleicht ist nun der Bestwert des Michael Schumacher, der 68 Pole-Positions eroberte, sein Antrieb?