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  • 27.06.2022 · 08:59

  • von Stefan Ehlen, Co-Autoren: Adam Cooper, Luke Smith

Aston Martin: So viel fehlt aktuell auf die Spitze des Formel-1-Mittelfelds

Teamchef Mike Krack erklärt: Warum Aston Martin gute Chancen auf Punkte im Formel-1-Mittelfeld sieht und was dafür noch alles passieren muss

(Motorsport-Total.com) - Aston Martin ist besser geworden in der Formel-1-Saison 2022. Seit dem Umbau des Fahrzeugs zum Spanien-Grand-Prix in Barcelona hat das Team dreimal in Folge gepunktet und taucht jetzt generell etwas weiter vorne auf im Klassement. Deshalb glaubt Teamchef Mike Krack: Weitere Fortschritte mit dem AMR22 von Sebastian Vettel und Lance Stroll sind nur eine Frage der Zeit.

Sebastian Vettel im Aston Martin AMR22 beim Kanada-Grand-Prix 2022 in Montreal

Sebastian Vettel im Aston Martin AMR22 beim Kanada-Grand-Prix 2022 in Montreal Zoom

Allerdings warnt Krack auch vor überzogenen Erwartungen an Aston Martin. Man dürfe nach den jüngsten Erfolgen - unter anderem Platz sechs in Baku - "nicht überambitioniert werden". Denn dafür sei die Leistung des überarbeiteten Fahrzeugs noch nicht konstant genug.

Krack erklärt: "In Barcelona fehlte uns die Pace, ziemlich deutlich sogar. Und seither hat sich das Auto nicht verändert. Wir haben also ein Auto, das sicherlich besser geworden ist, aber auch Strecken, die uns etwas entgegengekommen sind. Wir sahen dort vielleicht etwas besser aus als auf Strecken, die eher wie Barcelona gewesen wären. Deshalb müssen wir bodenständig bleiben."

Nur ständige Updates bringen Aston Martin nach vorne

Wolle Aston Martin also die aktuelle Form halten oder noch besser werden, "dann brauchen wir Updates", sagt Krack. "Wir wissen ja auch: Für Silverstone wird jeder was Neues dabeihaben. Dann hängt es davon ab, wie sehr wir uns im Vergleich zu den anderen steigern."

Aktuell, so meint Krack, liege Aston Martin "drei Zehntel bis eine halbe Sekunde" hinter dem vorderen Formel-1-Mittelfeld zurück. "Die Frage aber ist, wie man 'best of the rest' definiert. Ich denke, das würde nicht reichen, um es mit Mercedes aufzunehmen. Wahrscheinlich lägen wir damit in der Region von Alpine oder so."


Das zeige, wie eng es im Mittelfeld derzeit zugehe, sagt Aston-Martin-Teamchef Krack. "Da brauchst du keinen großen Schritt, um einige Positionen gutzumachen. Das war in der Vergangenheit noch etwas anders: Da gab es teilweise große Unterschiede bei den Autos."

Warum Aston Martin das Jahr nicht abschenkt

2022 sei das anders. In Baku zum Beispiel lagen nur fünf Zehntel zwischen P5 und P15 im dritten Freien Training, sagt Krack. "Wenn es dir also gelingt, an der Spitze dieser Gruppe zu stehen, sind diese Punkte, die du dann holst, viel wertvoller als die zwei, drei Zehntel, die dir eigentlich fehlen."

Das sei auch der Grund, weshalb Aston Martin das Projekt AMR22 nicht einfach per sofort einstelle, sondern weiter am aktuellen Auto arbeite. Oder wie es Krack formuliert: "Wir können das Jahr einfach nicht da beenden, wo wir es begonnen haben. Wir müssen uns vorne in dieser Gruppe etablieren, und dann tun wir uns auch leichter mit Punkten."

Zumal das Barcelona-Update merkliche Fortschritte gebracht hätte. Der AMR22 funktioniere in seiner jetzigen Form zwar vielleicht nicht auf jeder Rennstrecke gleich gut. "Wahr ist aber auf jeden Fall: Wir tun uns jetzt leichter über die Randsteine. Das Auto fühlt sich da komfortabler an, ist weicher. Wir verfügen jetzt auch über mehr mechanischen Grip."

Krack hält es aber für "vermessen zu sagen, wir haben das komplette Paket schon verstanden". Sprich: "Man kann immer noch was optimieren. Es ist nur schwierig, das zu quantifizieren. Mehr Abtrieb", so Krack, "hilft in jedem Fall."