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Analyse: McLaren setzt auf innovative Radaufhängung

McLaren setzt beim MP4-31 auf einen neuen Ansatz bei der Vorderradaufhängung - Der Honda-Motor läuft am ersten Testtag in Barcelona zuverlässig

(Motorsport-Total.com) - Erste innovative Ansätze sind in der Boxengasse gesichtet worden: Nachdem die meisten Teams nur Computergrafiken ihrer neuen Formel-1-Boliden verschickt hatten, war der erste Testtag in Barcelona die erste Gelegenheit, die neuen Autos genauer unter die Lupe zu nehmen. Vor allem beim McLaren-Honda MP4-31 fällt ein innovativer Ansatz auf, der in dieser Form zum allerersten Mal in der Formel 1 aufgegriffen wird. Die Ingenieure haben ein in dieser Art noch nie gesehenes extremes Design für die Vorderradaufhängung gewählt.

Jenson Button

Im roten Kreis: Der hintere obere Querlenker ist deutlich tiefer montiert Zoom

Im Detail ist der obere der hinteren beiden Querlenker viel tiefer als gewöhnlich montiert (Hier für größeres Bild klicken). Außerdem befestigte McLaren am Montag spezielle Sensoren an den beiden hinteren Querlenkern, um Daten in diesem Bereich zu sammeln. McLaren geht mit dieser Anordnung der Vorderradaufhängung ganz neue Wege. Viele Teams orientieren sich mittlerweile an Mercedes, wo vor zwei Jahren die unteren Querlenker aus aerodynamischen Gründen zusammengelegt wurden und es praktisch nur noch ein Element ist.

McLaren geht hier einen anderen Weg. Die Vorderradaufhängung ist seit vielen Jahren aerodynamisch konstruiert, weil damit der Luftstrom für das restliche Auto beeinflusst werden kann. Gleichzeitig muss die mechanische Funktion für die Nutzung der Pirelli-Reifen (Stichwort Temperaturfenster) gegeben sein. Die Vorderradaufhängung ist ein extrem heikles Bauteil, denn wenn ein grundlegender Konstruktionsfehler vorliegt, sind Änderungen nicht so einfach möglich.

Deswegen muss sich McLaren von dieser speziellen Lösung viel erhoffen. Diese beiden hinteren Querlenker erinnern bei diesem Design an Doppeldecker-Flügel. Damit wollen die Aerodynamiker bewirken, dass die Luft um den Seitenkasten gelenkt wird, anstatt die Luft hinein beziehungsweise darüber zu leiten. Das verbessert auch den Luftstrom hin zum Cola-Flaschen-Heck. Mit dem Einsatz der Sensoren will McLaren überprüfen, ob die Korrelation von Windkanal und CFD-Computern mit der realen Strecke übereinstimmt.

Honda: Kraftentfaltung deutlich besser

Genaue Details konnten den Teammitgliedern nicht entlockt werden. Teamchef Eric Boullier sagt diesbezüglich: "Alle Daten, die das Auto geliefert hat, stimmen mit unseren Berechnungen überein. Ich kann nur für das Chassis sprechen." Die größten Fortschritte müssen in diesem Jahr von Motorenpartner Honda kommen. Am Montag konnte Jenson Button 84 Runden fahren. Im Vergleich zu vor zwölf Monaten sind diese 391 Kilometer ein deutlicher Fortschritt, denn damals kam McLaren an den ersten vier Testtagen zusammen nur auf 79 Runden.

Jenson Button

Jenson Button konnte am Montag mehr als eine Renndistanz fahren Zoom

"Es gibt keine negativen Punkte bei diesem Auto", kann sich Button positiv äußern. Vor allem die Kraftentfaltung ist deutlich besser geworden: "Sehr gut und sehr konstant über den Tag. Es gab keine Probleme. Bei Longruns ist es ein deutlicher Schritt nach vorne", ist der Routinier frohen Mutes. Das Mehr an Power ist aber nicht nur positiv: "Das zeigt andere Schwächen des Autos auf, wir müssen uns noch deutlich verbessern. Es war ein guter Tag, ich bin relativ zufrieden."

Auch wenn die Rundenzeiten am ersten Testtag noch nicht zu aussagekräftig sind, verlor Button 1,8 Sekunden auf den neuen Ferrari. Ist McLaren der Spitze nähergekommen? "Wer weiß. Wenn man sich die Zeiten ansieht, könnte man sagen, dass wir meilenweit zurückliegen. Wir legen es jetzt nicht auf die ultimative Rundenzeit an, wir führen verschiedene Checks durch. Wir werden bei diesem Test nicht das schnellste Auto sein, und wahrscheinlich das ganze Jahr nicht. Solange wir Fortschritte machen - das Auto ist gut, darauf können wir aufbauen."

Das größte Fragezeichen betrifft den Honda-Motor, denn dort kann McLaren die meiste Zeit gutmachen. "Die Kraftentfaltung ist schon besser, aber mit dem ganzen Antrieb stehen wir noch vor viel Arbeit. Honda hat sehr gut an der Zuverlässigkeit gearbeitet und die Entwicklung über den Winter vorangetrieben", findet Button lobende Worte, ergänzt aber auch: "Ich glaube nicht, dass jemand von uns glücklich ist, mit dieser Power Unit nach Melbourne zu reisen. Vor dem ersten Rennen muss noch viel kommen."

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