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  • 09.02.2012 · 10:45

  • von Roman Wittemeier

Amerika sucht den Formel-1-Superstar

Ex-Formel-1-Pilot Derek Daly meint: Für den langfristigen Erfolg eines US-Grand-Prix braucht es einen "amerikanischen Helden" - Welche potenziellen Kandidaten gibt es?

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 startet ab November einen neuen Versuch, endlich in den USA richtig Fuß zu fassen. Der neue Grand Prix in Austin soll ein Erfolg werden und den Fans dort letztlich als sympathische Alternative zu NASCAR und IndyCar erscheinen. Das ist der große Traum, den man seit vielen Jahren träumt. Von dessen Verwirklichung ist man ein gutes Stück entfernt. Nicht ohne Grund verabschiedete sich die Formel 1 nach dem Rennen 2007 aus den USA.

Rückkehr: Ab November gastiert die Formel 1 wieder in den USA

"Der Schlüssel wäre ein amerikanischer Held", meint Ex-Formel-1-Pilot Derek Daly in der Zeitung 'The Statesman'. Man müsse einen Piloten vom Schlage eines Mario Andretti im Feld haben. "Solange es keinen Star gibt, interessiert es niemanden, wie gut die Strecke in Austin ist oder wie viel Unterstützung von Seiten der Regierung kommt. Es fehlt eine ganz wichtige Zutat", sagt der Ire. Der letzte amerikanische Grand-Prix-Starter war Scott Speed (Formel-1-Datenbank: Die USA in der Formel 1).

Die Liste der US-Talente, die möglicherweise den Sprung in die Formel 1 schaffen könnte, ist nicht allzu lang. Vor zwei Jahren war Jonathan Summerton ein heißer Kandidat auf ein Cockpit des Teams US F1. Doch die Mannschaft schaffte es nicht ins Starterfeld, der Traum von Summerton war geplatzt. Dass sich kein anderes Team für die Dienste des Youngsters interessierte, hat sicherlich triftige Gründe. Aus Sicht von Daly sind die amerikanischen Piloten nicht reif für die Formel 1.

Alexander Rossi

Alexander Rossi werden die besten Chancen zugeschrieben Zoom

Der 49-malige Grand-Prix-Starter sieht die Ursache in der amerikansichen Motorsportszene, die fast ausschließlich auf den Bereich NASCAR getrimmt ist. Um in der Königsklasse erfolgreich sein zu können, müssten die US-Boys den Schritt nach Europa machen, um in den hiesigen Nachwuchsklassen zu lernen. Dies sei aber schwierig. "Das ist so, als sagte man zu einem NFL-Footballer, er solle nun Rugby spielen. Die müssen sich in einem anderen Land, in einer anderen Kultur zurechtfinden."

Dalys Sohn Conor, der im amerikanischen Bundesstaat Indiana aufwuchs, hat diesen Schritt über den "großen Teich" im vergangenen Jahr unternommen. Der Youngster startete in der GP3-Serie und fuhr oft hinterher. "Ich hatte echte Probleme. Ich war überhaupt nicht daran gewöhnt, so weit hinterher zu fahren", erklärt der Nachwuchsmann in 'The Statesman'. Sein Problem: Die erste Chance, sich in den Fokus der Formel-1-Teams zu fahren, ist vertan. Es werden nicht mehr viele weitere Chancen folgen.

Der aktuell aussichtsreichste Formel-1-Kandidat aus den USA ist wohl Alexander Rossi. Der junge Kalifornier lernte in der Formel BMW USA, setzte sich beim BMW Weltfinale in Mexiko 2008 gegen die europäische Konkurrenz durch. Rossi bwwährte sich anschließend in der Formel Master, GP2, GP3 und Renault-World-Series. Der 20-Jährige aus Auburn durfte bereits einen Formel-1-Wagen testen und ist derzeit der einzige Amerikaner, der im Besitz einer nötigen Superlizenz ist.

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