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Altes Punktesystem: So extrem dominieren die Topteams die Formel 1

Mercedes, Ferrari und Red Bull dominieren die Formel 1 seit Jahren - Wir haben uns die Zahlen einmal genau angesehen und auch das alte Punktesystem herangezogen

(Motorsport-Total.com) - Es ist kein Geheimnis, dass die Formel 1 aktuell eine Zweiklassengesellschaft ist. In einer Liga spielen die drei Topteams Mercedes, Ferrari und Red Bull. Dahinter folgt mit großem Abstand der Rest des Feldes. Ein Blick auf die Konstrukteurs-WM zur Sommerpause spricht Bände. Mercedes liegt mit 438 Punkten vor Ferrari (288 Punkte) und Red Bull (244). Das beste Mittelfeldteam McLaren hat gerade einmal 82 Zähler auf dem Konto.

Max Verstappen, Lewis Hamilton, Sebastian Vettel

Viel Abwechslung gab es auf dem Podium in den vergangenen Jahren nicht Zoom

Noch eklatanter fällt dieser Unterschied auf, wenn man nicht das aktuelle Punktesystem zugrunde legt, sondern das alte System aus den 1990er-Jahren, das noch bis zur Saison 2002 verwendet wurde. Damals erhielten lediglich die ersten sechs Fahrer eines Rennens Zähler nach dem System 10-6-4-3-2-1. Den Bonuspunkt für die schnellste Runde gab es damals nicht.

Die Konstrukteurs-WM 2019 nach dem alten Punktesystem:
01. Mercedes (155 Punkte)
02. Ferrari (76)
03. Red Bull (61)
04. McLaren (9)
05. Toro Rosso (5)
06. Racing Point (4)
07. Renault (1)
08. Haas (1)
09. Alfa Romeo (0)
10. Williams (0)

Nach diesem Punkteschlüssel wären 292 der insgesamt 312 WM-Punkte an die drei Topteams gegangen. Das macht knapp 94 Prozent aller möglichen Zähler. Ähnlich eintönig sieht es bei den Podestplätzen aus. Hier muss man nicht einmal etwas umrechnen. Lediglich sechs verschiedene Piloten standen in den ersten zwölf Rennen der Saison 2019 auf dem Treppchen.


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35 der 36 bislang möglichen Podestplatzierungen gingen an die drei Topteams. In persona waren das Lewis Hamilton (10-mal), Valtteri Bottas (9-mal), Sebastian Vettel (6-mal), Charles Leclerc und Max Verstappen (je 5-mal). Dazu kommt lediglich der überraschende dritte Platz von Daniil Kwjat beim Chaosrennen in Hockenheim. Aktuell steuert die Formel 1 damit in dieser Hinsicht auf die eintönigste Saison aller Zeiten zu.

Denn in der Geschichte der Königsklasse kam es bislang noch nie vor, dass weniger als sieben unterschiedliche Fahrer im Laufe einer Saison auf dem Podium standen. Bereits die Saisons 2018 und 2017 stellten hier zuvor einen neuen Negativrekord auf, als es gerade einmal sieben Fahrer in 21 beziehungsweise 20 Rennen waren. Sieben Fahrer kamen zwar auch schon vorher vor, aber da gab es auch noch weniger Rennen.

Top 10: Eintönigkeit auf dem Podium
2018: 7 Fahrer (in 21 Rennen)
2017: 7 Fahrer (in 20 Rennen)
2011: 7 Fahrer (in 19 Rennen)
2002: 7 Fahrer (in 17 Rennen)
2000: 7 Fahrer (in 17 Rennen)
1992: 7 Fahrer (in 16 Rennen)
2013: 8 Fahrer (in 19 Rennen)
2010: 8 Fahrer (in 19 Rennen)
2007: 8 Fahrer (in 17 Rennen)
1963: 8 Fahrer (in 10 Rennen)

Seit der Saison 2017 entfielen 156 der 159 möglichen Podestplätze auf Mercedes (70), Ferrari (55) und Red Bull (31). Das macht eine Quote von mehr als 98 Prozent. Je einmal durften seitdem Force India, Toro Rosso und Williams aufs Treppchen. Viele Formel-1-Fans sind der Meinung, dass Mercedes dafür verantwortlich sei, dass die Königsklasse in den vergangenen Jahren so eintönig geworden sei.

Und tatsächlich gewannen die Silberpfeile seit der Saison 2014 fünfmal in Folge Fahrer- und Konstrukteurs-WM - und werden es 2019 wohl ein sechstes Mal schaffen. Doch die Zahlen beweisen, dass die Silberpfeile nicht alleine für diesen Trend verantwortlich sind. Auch Ferrari und Red Bull tragen ihren Teil dazu bei, dass man bei der Siegerehrung seit Jahren die ständig gleichen Gesichter sieht.


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Interessant ist ein Vergleich der Mercedes-Dominanz seit 2014 mit der Ferrari/Schumacher-Ära von 2000 bis 2004. Hier haben die Silberpfeil die Nase bei der Siegquote mit 75 zu 67 Prozent vorne. Dahinter war es damals abwechslungsreicher. Konnten in der Mercedes-Ära mit Ferrari und Red Bull nur zwei andere Teams Rennen gewinnen, waren es zwischen 2000 und 2004 mit McLaren, Williams, Renault und Jordan doppelt so viele.

"Wir sagen bereits seit einiger Zeit, dass es Änderungen braucht. Und die Zahlen lügen nicht", ist sich auch Formel-1-Sportchef Ross Brawn bewusst. Die aktuellen Zahlen im Hinblick auf die Lücke zwischen den Top 3 und dem Rest des Feldes seien "alarmierend", so Brawn. Das beweist auch ein Blick auf die Fahrer-WM, die wir ebenfalls einmal umgerechnet haben.

Die Fahrer-WM 2019 nach dem alten Punktesystem:
01. Lewis Hamilton (94 Punkte)
02. Valtteri Bottas (61)
03. Max Verstappen (53)
04. Sebastian Vettel (43)
05. Charles Leclerc (33)
06. Pierre Gasly (8)
07. Carlos Sainz (7)
08. Daniil Kwjat (4)
09. Lance Stroll (3)
10. Lando Norris (2)
11. Daniel Ricciardo (1)
12. Kevin Magnussen (1)
13. Alexander Albon (1)
14. Sergio Perez (1)
15. Kimi Räikkönen (0)
16. Nico Hülkenberg (0)
17. Romain Grosjean (0)
18. Antonio Giovinazzi (0)
19. Robert Kubica (0)
20. George Russell (0)

Rechnet man die Punkte aller 14 Piloten außerhalb der Topteams zusammen, kämen diese gerade einmal auf 20 Zähler. Selbst der fünftplatzierte Leclerc hätte alleine also deutlich mehr Punkte auf dem Konto als der Rest des Feldes zusammen. Von Spitzenreiter Hamilton ganz zu schweigen. Der hätte alleine fast fünfmal so viele Zähler wie diese 14 Piloten zusammen.

"Lewis, Valtteri und Mercedes kann man nicht dafür verantwortlich machen, dass sie eine fast perfekte Saison fahren", nimmt Brawn vor allem die dominierenden Silberpfeile in Schutz. Und die für 2021 geplanten Regeländerungen seien auch nicht gegen Mercedes gerichtet. "Aber wir müssen alle verstehen, dass der Sport, den wir lieben, mehr Wettbewerb braucht", so Brawn.


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Auch andere Teams müssten zumindest Chancen auf Podestplatzierungen haben. Das ist aktuell unter normalen Umständen nicht der Fall - vor allem, wenn es um die oberste Stufe auf dem Treppchen geht. Der letzte Sieger, der nicht für eines der drei Topteams gefahren ist, war Kimi Räikkönen, der beim Saisonauftakt 2013 in Melbourne für Lotus siegte. Das ist mittlerweile mehr als sechs Jahre her.

Seitdem gewann in 130 Rennen in Folge immer ein Pilot von Mercedes, Ferrari oder Red Bull. Und ein Ende dieser Serie ist vor 2021 nicht in Sicht. Zum Vergleich: Noch in der Saison 2012 gab es in nur einem Jahr sechs verschiedene Formel-1-Teams, die mindestens einen Grand Prix gewinnen konnten. Von solchen Zuständen ist die Königsklasse aktuell meilenweit entfernt.

In der Geschichte der Formel 1 kam es zwar immer wieder vor, dass einige Teams dominierten. Allerdings ist es einmalig, dass nur drei Teams über so einen langen Zeitraum alles gewannen. So gab es beispielsweise selbst in den dominanten McLaren-Jahren zwischen 1988 und 1991 immerhin vier verschiedene Teams, die Rennen gewinnen konnten. Und in den Red-Bull-Jahren 2010 bis 2013 waren es sogar sechs.

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