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  • 02.07.2022 · 22:16

  • von Stefan Ehlen, Co-Autor: Luke Smith

Alpine: Schlechtes Batterie-Management kostet Top-5-Ergebnis

Warum Alpine im Formel-1-Qualifying in Silverstone mit Fernando Alonso ein Top-5-Resultat verpasst hat und was genau schiefgelaufen ist im Team

(Motorsport-Total.com) - Fernando Alonso spricht von einem "Missverständnis am Funk", das im Formel-1-Qualifying in Silverstone ein besseres Ergebnis für Alpine verhindert habe. Denn eigentlich war Alonso im Alpine 522 ein Kandidat auf eine echte Überraschung. Das "Missverständnis" aber kostete ihn "vielleicht P4 oder P5", meint der zweimalige Weltmeister, der mit einer ausgezeichneten ersten Runde in Q3 sogar geführt hatte. Dann aber ging es schief.

Fernando Alonso im Alpine A522 im Formel-1-Qualifying 2022 in Silverstone

Fernando Alonso im Alpine A522 im Formel-1-Qualifying 2022 in Silverstone Zoom

"Wir wussten nicht, wie viel Zeit noch blieb für die finale Runde", erklärt Alonso bei 'Sky'. "Du musst es ja so timen, dass du so spät wie möglich über die Linie gehst und die Batterie muss voll aufgeladen sein. Das bedeutet: In der Runde davor musst du aufladen. Das konnten wir uns aber zeitlich nicht mehr leisten und haben daher schon in der vorletzten Runde Druck gemacht."

Und es reichte trotzdem für eine weitere Runde, um gerade einmal drei Sekunden. Doch die Alpine-Kräfte im Alonso-Auto waren erschöpft: "Die Batterie war leer." Während sich andere Fahrer im letzten Versuch nochmals steigerten, kam von Alonso nichts mehr weiter.

Ärger bei Alonso: Eine Runde zu früh dran

Das ärgert den Spanier: "Meine beste Runde kam in der vorletzten Runde, zu früh, um besser abzuschneiden. Andererseits bewegen wir uns wohl in unserer normalen Region. P7 ist schon in Ordnung." Denn eigentlich sei es "unrealistisch" für Alpine, im Qualifying vor Lewis Hamilton und George Russell in den Mercedes zu landen.

Oder hätte das mit besserem Batterie-Management vielleicht gelingen können? "Kommt drauf an", sagt Alonso. "Manchmal kannst du dir die Batterie auf zwei, drei Runden aufteilen. Vielleicht verliert man dann vier, fünf Zehntel [pro Runde]. Und wenn man das Klassement betrachtet, kann man es sich nicht leisten, vier Zehntel langsamer zu sein, nur weil man noch eine weitere Runde fahren will."


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Was bleibt, ist also die Ernüchterung darüber, dass vielleicht mehr möglich gewesen wäre, "wenn wir nur die schnellste Runde zur richtigen Zeit eingelegt hätten", so formuliert es Alpine-Teamchef Otmar Szafnauer. "Fernando hatte das Potenzial, ein paar Plätze weiter vorne zu landen."

Was bei Ocon schiefgelaufen ist im Qualifying

Gleiches gelte auch für Esteban Ocon. Der Alpine-Teamkollege von Alonso strauchelte schon in Q2, allerdings aufgrund von technischen Problemen. Szafnauer: "Bei Esteban war die Batterie zu kalt, als dass er die optimale Leistung hätte abrufen können."

Ocon selbst spricht von einem "Leistungsverlust zu Beginn von Q2, der mit der Batterie zusammenhing". Genaueres wisse man bisher noch nicht. "Wir schauen uns das noch an. Aber das Team wird es schon in den Griff kriegen bis zum Rennen", meint Ocon. "Dann dürften wir im Rennen gut in Form sein."

Im Auto habe er noch "während der Fahrt alles Mögliche verstellt", doch der Fehler ließ sich nicht beheben. "Da hat dann ziemlich viel Leistung gefehlt", erklärt der Alpine-Fahrer. "In den letzten Runden hatte ich praktisch null Energie zur Verfügung." Mit acht Zehnteln Rückstand auf das Auto vor ihm wurde er daher abgeschlagen Letzter im zweiten Qualifying-Abschnitt.


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Von P15 aus will Ocon in Silverstone aber noch in die Top 10 vordringen. "Ich bin dieses Jahr schon von weiter hinten noch in die Punkte gefahren. Das ist auch dieses Mal das Ziel. Ich bleibe positiv gestimmt", so der Franzose.

Immerhin: Updates machen sich positiv bemerkbar

Letzteres gelte auch in Bezug auf die jüngsten Updates bei Alpine. Damit gehe es "in die richtige Richtung", meint Ocon. Alonso pflichtet dem Teamkollegen in diesem Punkt bei: "Laut den Daten aus dem Werk ist [das neue Paket] zu hundert Prozent besser, also haben wir es am Auto behalten. Im Trockenen und im Nassen fühlt sich das Auto gut an, daher bin ich zufrieden."

Was das für das Rennen (den Grand Prix am Sonntag hier im Formel-1-Liveticker verfolgen!) bedeutet? Das hängt auch vom Wetter ab, sagt Alonso. "Weil wir leider nicht um den Titel kämpfen, können wir mehr Risiken eingehen. Falls es am Sonntag also Mischbedingungen geben sollte, können wir vielleicht wieder etwas mutiger sein."

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