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Alpine: Oscar Piastri kann nicht so einfach zu McLaren wechseln

Alpine will das von Fernando Alonso geräumte Cockpit mit Oscar Piastri besetzen und beharrt auf bestehende Verträge für 2023, während Piastri mit McLaren liebäugelt

(Motorsport-Total.com) - Oscar Piastri und sein Manager Mark Webber sollen schon alles für einen Wechsel zu McLaren vorbereitet haben. Aber Alpine-Teamchef Otmar Szafnauer besteht darauf, dass Piastri vertraglich verpflichtet ist, in der Formel-1-Saison 2023 für das Team zu fahren, jetzt, da ein Cockpit verfügbar ist.

Oscar Piastri

Oscar Piastri soll für 2023 auch Gespräche mit McLaren geführt haben Zoom

Der ursprüngliche Plan von Alpine war es, Fernando Alonso für eine weitere Saison an Bord zu behalten, bevor man Piastri - aktuell Reservist - befördert. Er wäre wahrscheinlich für ein Jahr bei Williams "zwischengeparkt" worden.

Doch der unerwartete Abgang von Alonso hat die Sachlage verschoben und der Stammplatz bei Alpine ist nun doch frei. In der Zwischenzeit hat sich jedoch auch Piastri nach Alternativen umgesehen - was seinem aktuellen Arbeitgeber sehr bewusst ist.

Szafnauer: Es gibt gewisse Verpflichtungen

Zwar sagt Szafnauer auf die Frage nach Piastris Absichten: "Ich bin nicht eingeweiht in die Vorabsprachen, die er mit McLaren hat - wenn überhaupt. Aber ich höre die gleichen Gerüchte, die man auch in der Boxengasse hört."

"Was ich aber weiß, ist, dass er vertragliche Verpflichtungen uns gegenüber hat. Und wir haben sie ihm gegenüber. Und wir haben uns das ganze Jahr über an diese Verpflichtungen gehalten", betont er. "Diese Verpflichtungen gelten bis '23 und möglicherweise auch bis '24, wenn einige Optionen wahrgenommen werden."

"Unsere Verpflichtungen gegenüber ihm in diesem Jahr bestanden darin, dass wir ihn als Reservefahrer für eine beträchtliche Zeitspanne in das letztjährige Auto setzen. Wir haben weit mehr als die Hälfte des Programms von 5000 Kilometern im letztjährigen Auto absolviert, um uns auf nächstes Jahr vorzubereiten."

Szafnauer nennt zudem Trainingseinsätze und Simulationsarbeit als Teil des Programms. "Wir sind diesen Verpflichtungen auf beiden Seiten nachgekommen. Er hat also seine Aufgaben erfüllt, wir haben sie erfüllt."

"Wir haben also einen legalen Vertrag mit ihm für die Zukunft bis 2023. Und wenn eine Option wahrgenommen wird für 2024. Ich weiß also nicht, was er mit McLaren gemacht hat. Wie gesagt, ich bin da nicht eingeweiht", wiederholt sich der Alpine-Teamchef.


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Auf die Frage, ob Piastri oder sein Management angedeutet hätten, dass der junge Australier nicht beabsichtigt, 2023 für Alpine zu fahren, sagt er: "Oscar und sein Lager denken über ihre Optionen nach, was auch immer das bedeutet."

Die nächsten Tage sollen Klarheit bringen

Seit der Nachricht von Alonsos Weggang habe es zu Webber kaum Kontakt gegeben. "Das ist erst am Montag passiert. Es ist jetzt Dienstag. Sein Manager ist in Australien, es gibt eine kleine Zeitverschiebung. Aber ich habe versucht, Mark zu erreichen und habe ihm auch einige SMS und E-Mails geschrieben."

Szafnauer bittet daher um Geduld: "Geben Sie uns also ein bisschen Zeit. Oscar ist unser Wunschkandidat Nummer eins. Und genau das werden wir auch tun."

Zu Piastris offensichtlicher Abneigung, bei Williams unterzukommen, sagt Szafnauer: "Die Vertragsbedingungen, diese Details möchten wir nicht preisgeben, aber es war auf der Seite des Teams zu unterschreiben, nicht auf der Seite des Fahrers."

"Es stimmt, dass jeder Rennfahrer für das bestmögliche Team fahren möchte. Und wenn man die Wahl hat zwischen einem Team aus dem oberen Mittelfeld und einem, das weiter unten steht, dann entscheidet man sich natürlich für das Team, das in der Zukunft mehr Potenzial hat. Das war also eine Überlegung."

"Aber wenn man weiß, dass man die Wahl hat, entweder in der Formel 1 zu fahren oder ein weiteres Jahr auszusitzen, dann würde ich mir vorstellen, dass man sich für die Formel 1 entscheiden würde", meint Szafnauer und macht deutlich, dass sich die Situation jetzt ohnehin anders darstelle.

Otmar Szafnauer

Otmar Szafnauer pocht auf bestehende Vereinbarungen mit Piastri Zoom

"Jetzt, wo ein bisschen Klarheit herrscht, weil Fernando sich für Aston entschieden hat, geht es für Oscar nicht mehr darum, irgendwo anders unterzukommen, wie etwa bei Williams. Wenn diese Wahl vor einem liegt, kann ich es verstehen. Aber ansonsten kann ich es nicht verstehen, wissen Sie, was ich meine?"

Szanfnauer erwartet keine Komplikationen

Man müsse jetzt die nächsten Schritte gehen. "Es ist erst gestern passiert. Es ist jetzt Dienstag. Wir werden uns also zusammensetzen und darüber nachdenken, wie unsere zukünftigen Fahreraufstellungen aussehen werden. Und ich kann mir vorstellen, dass die Entscheidungen nicht anders ausfallen werden."

Und Szafnauer ergänzt: "Es sollte keine Komplikationen geben. Wenn sich alle an die Vereinbarungen halten, die sie vor ein paar Monaten unterschrieben haben, sollten wir in der Lage sein, mit den bestehenden Vereinbarungen weiterzumachen."

Schließlich habe Alpine bisher viel Geld und Ressourcen in die Vorbereitung von Piastri auf die Formel 1 investiert. Man werde ihn deshalb auch nicht kampflos gehen lassen.

"Das ist eine beträchtliche Summe an Investitionen. Es ist nicht nur eine finanzielle Investition, sondern auch eine emotionale, um ihn auf eine hoffentlich erfolgreiche Formel-1-Karriere vorzubereiten. Nicht jedes Team tut das für einen Nachwuchsfahrer, aber wir haben uns dafür entschieden, um ihn aufzubauen."

"Und wir haben das nur mit dem Ziel getan, ihn in Zukunft hier fahren zu lassen. Wir hätten das nicht getan, wenn es darum ginge, ihn für einen unserer Konkurrenten vorzubereiten."

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