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Alonso: "Heute fehlt der Respekt zwischen den Piloten"

Fernando Alonso erklärt, warum Zweikämpfe wie 1979 zwischen Gilles Villeneuve und Rene Arnoux heute nicht mehr möglich sind und fordert Änderungen

(Motorsport-Total.com) - Fernando Alonso war gestern Zeuge eines historischen Ereignisses: Jacques Villeneuve steuerte den Ferrari-Boliden seines legendären Vaters Gilles Villeneuve um die Teststrecke in Fiorano - und das am 30. Todestages des verwegenen kanadischen Rennfahrers mit der Nummer 27, der 1979 in diesem Auto Vizeweltmeister wurde.

Fernando Alonso, Sebastian Vettel

Fernando Alonso findet, dass Respekt zwischen Rennfahren heute selten ist

Es handelte sich zudem um den Boliden, mit dem Villeneuve einen der atemberaubendsten Zweikämpfe der Formel-1-Geschichte ausfocht und gewann. "Alles was ich weiß, weiß ich aus Filmen, und am besten erinnere ich mich an das Duell, das er mit Arnoux in Dijon hatte", zeigt sich der Spanier ebenfalls vom rundenlangen Rad-an-Rad-Duell des Ferrari-Stars mit seinem Renault-Widersacher Rene Arnoux um Platz zwei beeindruckt.

Autos und Fahrer als Urache


Fotos: Gilles-Villeneuve-Memorial in Fiorano


Alonso ist der festen Überzeugung, dass Manöver wie diese der Vergangenheit angehören und in der heutigen Formel 1 nicht mehr möglich sind. "Leider sehen wir heute nicht mehr solche Zweikämpfe, denn wir müssen mit mehreren Schwierigkeiten zurechtkommen", erklärt der 30-Jährige. "Die Autos werden heute von der Aerodynamik dominiert - Überholmanöver dieser Art sind nicht mehr möglich."

"Ich glaube, dass dieser gegenseitige Respekt, den es damals gab, heute nicht mehr existiert." Fernando Alonso

Doch der zweifache Weltmeister macht nicht nur die Charakteristik der Autos verantwortlich, sondern findet, dass auch die Fahrer nicht mehr vom gleichen Schlag sind. "Früher gab es definitiv mehr Respekt als heute zwischen den Fahrern - zum Teil auch weil sie wussten, dass sie in diesen Autos ihr Leben riskierten", meint Alonso. "Ich will damit nicht sagen, dass die Dinge heute falsch laufen, aber ich glaube, dass dieser gegenseitige Respekt, den es damals gab, heute nicht mehr existiert, zumindest nicht bei jedem."

Alonso froh über strenge Rennleiter

Alonso sieht den Ursprung des Problems in der Prägung vieler Rennfahrer: "Das Problem stammt aus den Nachwuchsserien, und ich denke, dass die Zeit gekommen ist, das wieder hinzubekommen." Der Ferrari-Pilot erinnert sich an seine eigene Jungend als Rennfahrer und ist der Ansicht, dass damals respektvoller miteinander umgegangen wurde.

"Ich hatte das große Glück, dass ich in Spanien strenge Rennleiter hatte." Fernando Alonso

"Natürlich kämpft man immer mit allem, was man hat", blickt Alonso zurück. "Es ist aber wahr, dass die Regeln für Kinder strenger ausgelegt werden - man sieht schnell eine schwarze Flagge und sie sperren dich für den Rest des Wochenendes. Ich hatte das große Glück, dass ich in Asturien und in Spanien Rennleiter hatte, die sehr streng waren, was den Respekt gegenüber anderen Fahrern angeht. Das ist die Basis im Kartsport und in den Nachwuchskategorien."

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