powered by Motorsport.com

Albon in Abu Dhabi auf P4: Teamchef lobt "bestes Wochenende des Jahres"

Alexander Albon wird beim Saisonfinale in Abu Dhabi starker Vierter - Lob von Helmut Marko, Christian Horner und Toto Wolff - Aber reicht diese Leistung?

(Motorsport-Total.com) - "Ich hatte am Ende ein bisschen zu viel Saft übrig", gesteht Alexander Albon nach dem Saisonfinale der Formel 1 in Abu Dhabi. Der Red-Bull-Pilot fährt einen soliden vierten Platz ins Ziel, knapp 20 Sekunden hinter Teamkollegen Max Verstappen sieht er die karierte Flagge. Hat diese Vorstellung gereicht, um sein Cockpit für 2021 zu behalten?

Alexander Albon

Alexander Albon schafft P4 in Abu Dhabi Zoom

"Alex hat heute einen sehr guten Job gemacht", lobt ihn Christian Horner im 'Sky'-Interview. "Das war wohl sein stärkstes Wochenende insgesamt in dieser Saison, und er ist ein gutes Rennen gefahren", ist der Red-Bull-Teamchef stolz. Bereits im Qualifying war der Thailänder näher an Verstappen dran.

Mit drei Zehntelsekunden Rückstand - im Durchschnitt hatte er rund eine halbe Sekunde Rückstand auf den Niederländer auf einer schnellen Runde in diesem Jahr - platzierte er den zweiten Red Bull auf Startplatz fünf. Diese Position konnte er zu Beginn des Rennens halten und schon bald Druck auf Lando Norris ausüben.

"Hätten wir nur ein paar Runden mehr gehabt ..."

Das entscheidende Manöver folgte in Runde 6: Albon setzte sich im Duell gegen den McLaren-Piloten durch und fuhr danach ein recht einsames Rennen. Als in Runde 10 das Safety-Car nach dem Ausfall von Sergio Perez auf die Strecke kam, ging er nach Verstappen zum Red-Bull-Doppelstopp an die Box.

"Ich hatte ein wenig Schwierigkeiten zu Beginn des zweiten Stints auf dem harten Reifen. Ich dachte, die Jungs würden schnell fahren und als ich hörte, wie viele Runden wir noch fahren, dachte ich, dass ich wohl ein wenig zu schonend mit den Reifen umgegangen bin. Ich hatte noch ein wenig zu viel Saft übrig am Ende."

Das zeigten auch seine Rundenzeiten: Albon wurde gegen Rennende immer schneller und setzte Lewis Hamilton auf Platz drei immer mehr unter Druck. Ab Runde 40 baute er seinen Rückstand auf den Mercedes und das Podium sukzessive von knapp neun Sekunden auf schließlich 1,5 Sekunden ab.

"Hätten wir noch ein paar mehr Runden gehabt, hätten wir ihn noch schnappen können." In Runde 55 versuchte ihn sein Renningenieur zu motivieren und funkte: "Du warst im letzten Umlauf um eine Sekunden schneller als Hamilton. Los, holen wir ihn uns!"

Albon fragte ihn außerdem am Funk, wo Hamilton am langsamsten fahre. Antwort: Überall. "Ich habe das gefragt, weil man dann einfach weiß, wo man ein Überholmanöver starten kann, wo man den Gripvorteil hat", erklärt er nach dem Rennen.

"Albon war Gott sei Dank auch in Schlagdistanz zu Hamilton", kommentiert Helmut Marko erfreut bei 'Sky'. Und auch Horner ergänzt: "Alex hat Lewis am Ende des Rennens noch ganz schön unter Druck gesetzt." Hat er mit dieser Vorstellung seine Zukunft im Topteam nun abgesichert?

Marko: Entscheidung noch vor Weihnachten

"Wir haben nun alle Informationen, die werden wir jetzt analysieren und dann entscheiden." Wann ist mit einer Bekanntgabe zu rechnen? "Es wird nicht mehr lange dauern", betont der Brite. Marko bestätigt: "Wir haben ja gesagt, wir warten die Saison ab. Wir haben alle Daten. Wir werden das jetzt in Ruhe analysieren."

Nachsatz: "Und vor Weihnachten unsere Entscheidung bekannt geben." Neben Albon gibt es nur noch zwei Alternativen für Red Bull: Sergio Perez, der schon in Runde 9 mit Motorschaden ausgeschieden ist, und Nico Hülkenberg. "Hülkenberg ist ein Kandidat, aber natürlich haben wir von ihm nicht so viele Daten."

Welches Bauchgefühl hat Albon selbst? "Ich weiß nicht. Es ging für mich nur darum, ein gutes Wochenende zu fahren und dann nach Hause zu fliegen, um mit meiner Familie Weihnachten zu feiern." Ob die Vorstellung in Abu Dhabi für den Verbleib bei Red Bull ausreicht, wisse er nicht.


Abu Dhabi: Christian Horner im Sky-Interview

"Aber natürlich habe ich das Gefühl, alles gegeben zu haben. Jetzt liegt es in den Händen anderer, darüber zu entscheiden." Er bedankt sich bei all den Mitarbeitern an der Strecke und in der Fabrik, denn sie hätten nicht aufgehört, ihn in einem schwierigen Jahr zu unterstützen.

"Wir haben immer versucht, Lösungen zu finden, damit ich mich wohler fühle im Auto. Denn das Auto ist wirklich knifflig zu fahren. Aber wir haben gepusht und jetzt mein bestes Ergebnis einzufahren, nach all dem Druck an diesem Wochenende, macht mich stolz. Das ist ein guter Saisonabschluss."

"Albon hat heute ein sehr gutes Rennen gezeigt", findet auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff im 'Sky'-Interview. "Aber Perez würde es verdienen, in einem Auto zu sein. Also wenn es bei uns wäre, wäre das vielleicht eine Entscheidung. Aber jeder muss es so machen, wie es für ihn richtig ist ."